Schweres Erdbeben in Papua-Neuguinea fordert Todesopfer

Papua-Neuguinea – Ein schweres Erdbeben hat am Freitagmorgen (MESZ) den Inselstaat Papua-Neuguinea getroffen. Nach Angaben des Geoforschungszentrum Potsdam und des United States Geological Surveys (USGS) erreichte das Beben Magnitude 7.0. Das Epizentrum lag nach übereinstimmenden Angaben im südöstlichen Teil der Hauptinsel nahe der Hauptstadt Port Moresby. Deutlich verspürt wurde das Beben zudem auf Teilen der Insel New Britain und im zentralen Hochland. Aufgrund der Herdtiefe von rund 90 Kilometern war die Intensität des Bebens abgeschwächt. In der dünn besiedelten Epizentralregion im Grenzbereich der Provinzen Morobe und Oro war es dennoch stark zu spüren. Hier muss mit teils größeren Schäden gerechnet werden. Die Region ist überwiegend ländlich geprägt, ohne dass es größere Städte gibt. Die meisten Bewohner leben in kleineren Dörfern, teils sehr abgelegen im Regenwald.

Das letzte schwere Erdbeben in der Provinz Morobe ereignete sich im Mai 2019 (M7.2) in noch etwas größerer Tiefe. Bei diesem Beben wurden in mehreren Dörfern hunderte Gebäude zerstört und rund 500 Menschen wurden evakuiert. Zudem gab es einen kleinen Tsunami.
Eine Tsunami-Warnung gab es aufgrund des aktuellen Erdbebens nicht. Größere Nachbeben wurden ebenfalls noch nicht detektiert.

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Papua-Neuguinea gehört zu den erdbebenreichsten Ländern der Welt. Das Archipel sitzt auf einem komplexen Mosaik aus zahlreichen Mikroplatten, die sich mit bis zu 10 Zentimetern pro Jahr gegeneinander verschieben. Das aktuelle Erdbeben ist die indirekte Folge einer kleinen Subduktionszone, die sich vor der Ostküste der Hauptinsel befindet: Dort taucht die kleine Salomonen-See-Platte unter das  noch kleinere östliche Segment der Woodlark-Platte ab. Innerhalb des Erdmantes kommt es dabei zu tektonischen und geochemischen Prozessen, die Erdbeben in mittleren Tiefen um 100 Kilometer unter Oro und Morobe zur Folge haben.

Update 20. Juli
Infolge des Erdbebens kam in einem Dorf in der Region Morobe eine Frau ums Leben. Sie wurde im Garten ihres Hauses von einem Erdrutsch erfasst und begraben. Eine weitere Person erlitt Verletzungen beim Einsturz ihres Hauses. Der Katastrophenschutz von Morobe berichtete am Montag, dass das Beben Auswirkungen auf zahlreiche Dörfer hatte. Demnach gebe es vielerorts Probleme mit der Wasserversorgung. Mindestens 12 Gebäude wurden zerstört. Zudem führten Erdrutsche zu Schäden an Straßen und landwirtschaftlichen Flächen. Ein Flusslauf wurde mutmaßlich durch einen Erdrutsch umgeleitet, wodurch Anwohner eines nahe gelegenen Dorfes in Panik gerieten.

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Aufgrund der isolierten Lage vieler Siedlungen ist die abschließende Klärung aller Auswirkungen und Einleitung entsprechender Hilfsmaßnahmen sehr schwierig.

FAQ: Wie entstehen Erdbeben? Wann sind Erdbeben gefährlich? Wie kann ich mich schützen? Was sind Störungen, was sind Platten? Wichtige Begriffe erklärt

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 17. Juli 2020, 4:50 Uhr

Magnitude: 7.0

Tiefe: 86 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: unwahrscheinlich

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Quellen (Erdbebendienste) zu allen Erdbebendaten

Quellen zu Erdbebenschäden sind in der jeweiligen "Earthquake Impact Database" aufgeführt.