Neue Erdbeben in Granada

Spanien – Die Erdbebenserie in der spanischen Stadt Granada hat am späten Dienstagabend ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht und den Bewohnern der Stadt eine schlaflose Nacht bereitet. Drei stärkere Erdbeben über Magnitude 4 ereigneten sich gegen 23 Uhr innerhalb weniger Minuten. Mit Magnitude 4.5 war das bisher stärkste der seit Wochen andauernden Erdbebenserie dabei. Dazu folgten dutzende kleinere Nachbeben, die auch am Mittwochmorgen noch andauern.

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Wie beim Erdbeben der Stärke 4.4 drei Tage zuvor lag das Epizentrum westlich von Granada nahe des Ortes Santa Fe. Die Herdtiefe lag erneut bei nur rund 5 Kilometern. Zwar wurde nach ersten Meldungen durch die neuen Erdbeben niemand verletzt. Viele Einwohner der Region verbrachten die Nacht aber aus Angst vor einem größeren Erdbeben im Freien, trotz Kälte und Ausganssperre. Die Behörden zudem Erdbeben-Notfallpläne ein, um Vorbereitungen für den Ernstfall zu treffen. Zudem wurden alle Schulen der Region bis auf weiteres geschlossen, um die Gebäude auf mögliche Schäden zu überprüfen.

Bis zum Morgen gingen bei den Behörden über 300 Notrufe infolge des Erdbebens ein. Wie viele davon mit Schäden im Zusammenhang stehen, wurde bisher nicht bestätigt. Jedoch gab es nach offiziellen Mitteilungen zahlreiche Schadensfälle, vor allem in Santa Fe und Afarte, vereinzelt diesmal aber auch in Granada. Strukturelle Schäden sind offenbar nicht dabei. Einzig ein unbewohntes Haus stürzte teilweise ein.

Ursprung der Erdbeben ist ein grabenähnliches Störungssystem, das in etwa Nordwest-Südost-Richtung verläuft. Es war in der Vergangenheit sehr aktiv und hat in den letzten Jahrhunderten mehrfach zerstörerische Erdbeben verursacht, die trotz geringer Magnitude aufgrund der lokalen Geologie hohe Intensitäten erreichten. Das größte dieser Beben im Jahr 1806 erreichte etwa Magnitude 5.3. Es zerstörte Teile des Ortes Pinos Puente. 10 Menschen kamen dabei ums Leben. Ein weiteres Erdbeben im Jahr 1956 Uhr forderte 13 Menschenleben, darunter fünf infolge eines Erdrutsches. Atarfa, wo 50% aller Gebäude zerstört wurden, und Albolote erlitten bei dem Beben schwere Schäden. Es hatte Magnitude 5.0.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit / Time (CET): 26. Januar, 22:54 Uhr

Magnitude: 4.5

Tiefe / Depth: 6 km

Spürbar / Felt: ja

Schäden erwartet / Damage expected: ja

Opfer erwartet / Casualties expected: nein

Ursprung / Origin: tektonisch

Tsunami: nein

Quellen (Erdbebendienste) zu allen Erdbebendaten / List of global earthquake surveys

See also: The most complete compilation of earthquake losses and casualties: Earthquake Impact Database

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