21. Mai, 15:21 und 15:48 Uhr: Tote und Verletzte bei Erdbeben (M5.6 und 6.4) in Yunnan


Roter Stern: Epizentrum dieses Erdbebens.
Grüne Kreise: Erdbeben der letzten vier Wochen (EMSC).


Das bisher stärkste Erdbeben der seit einigen Tagen andauernden Bebenserie in der Chinesischen Provinz Yunnan. Nach Angaben des Chinesischen Erdbebendienstes CEIC erreichte das Beben am Freitagnachmittag MESZ Magnitude 5.6. Wie bei den vorherigen Beben lag das Epizentrum im Landkreis Dali westlich der gleichnamigen Stadt. Rund um das Epizentrum sind schwere Schäden zu befürchten. Bei den vorherigen Erdbeben, das stärkste erreichte Magnitude 4.4, wurden mehr als 1300 Gebäude beschädigt.

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Update 16:01 Uhr
Es folgte ein weiteres, noch stärkeres Erdbeben. Nach vorläufigen Angaben erreichte dieses Magnitude 6.4, wie zuvor lag das Epizentrum nahe Dali. Dieses dürfte nun auch in der Stadt selbst starke Schäden verursacht haben.

Update 16:14 Uhr
Wenig überraschend folgte auf die starke Vorbebenaktivität auch ein recht starker Beginn der Nachbeben. Magnitude 5.0 und 4.9 sind die stärksten nach dem 6.4 bisher. Starke Nachbeben stellen, besonders für bereits beschädigte Gebäude, eine große Gefahr dar.

Update 16:44 Uhr
Das stärkste Nachbeben bisher: Es erreichte nach vorläufigen CEIC-Angaben Magnitude 5.2

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Update 17:03 Uhr
Infolge des Erdbebens sind mehrere Gebäude eingestürzt. Viele weitere wurden beschädigt. Zudem gab es einige Erdrutsche. Genaue Daten gibt es zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht. Mehr als 500 Rettungskräfte sind im Moment in der Region um Einsatz, um Verschüttete zu bergen. Drei Menschen konnten bereits gerettet werden.

Update 17:42 Uhr
Ein erstes Todesopfer wurde geborgen, wie Behörden mitteilten. Mindestens drei weitere Menschen gelten zur Zeit noch als verschüttet. Rettungsarbeiten laufen.

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Update 18:23 Uhr
Die Opferzahl steigt. Der Katastrophenschutz des Landkreises Dali meldet auf Weibo aktuell zwei Tote und mindestens neun Verletzte. Bei einem der beiden Opfer handelt es sich um einen LKW-Fahrer, der in seinem Fahrzeug von einem Erdrutsch mitgerissen wurde.

Über beschädigte Gebäude machten Behörden noch keine Angaben. Aufgrund der Schäden der Vorbeben ist von verbreitet schweren Schäden auszugehen. Durch die stärker werdenden Vorbeben, die viele Anwohner als Warnung genommen haben, dürfte die Zahl der Todesopfer durch einstürzende Gebäude aber verringert worden sein. Allein durch das M4.4 Vorbeben vor wenigen Tagen befanden sich zur Zeit des Hauptbebens mehr als 8000 Menschen in sicheren Notunterkünften. Hinzu kommen viele, die nach dem M5.6 30 Minuten vor dem Hauptbeben ihre Häuser verlassen haben.

Update 18:51 Uhr
Das steile Relief in Yunnan begünstigt bei Erdbeben immer wieder die Entstehung von Erdrutschen. So auch in diesem Fall. Zahlreiche Straßen wurden durch Geröllmassen verschüttet und mehrere Menschen und Fahrzeuge erfasst. Mindestens fünf Personen wurden durch Erdrutsche verletzt. Eine Person wird zur Zeit noch unter den Erdmassen vermutet. Die Rettungsarbeiten laufen.
Inzwischen ist die Zahl der Verletzten auf 17 angestiegen.

Update 23 Uhr
Die Opferzahl wurde korrigiert: Eines der vermeintlichen Todesopfer konnte reanimiert werden. Somit gibt es im Moment nur ein bestätigtes Todesopfer sowie 22 Verletzte.
Behörden führten inzwischen erste Bewertungen der Schäden durch. Demnach sind mehr als 12.000 Wohnungen und mehr als 70.000 Menschen betroffen. Dabei handelt es sich aber um vorläufige Zählungen und es ist wahrscheinlich, dass die Zahlen noch ansteigen werden.

Update 22. Mai, 08:30 Uhr
In der Nacht dauerten die Rettungs- und Hilfsmaßnahmen an. Nach neuesten Angaben der Behörden stieg die Zahl der Todesopfer auf drei an. 28 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihren schwer. Mehr als 22000 Anwohner mussten ihre Häuser verlassen und werden in Notunterkünften betreut. Die Anzahl der beschädigter Gebäude ist im Vergleich zum Vorabend ebenfalls leicht angestiegen und liegt bei knapp über 13.000. Die Zählung dauert aber weiterhin an.

Aktuelles aus der Region  Kräftiges Erdbeben (M4.7) am Oberrhein erschüttert Südwestdeutschland

Die Nachbebenaktivität war in der Nacht gemäßigt. Es gab einzelne Erdbeben um Magnitude 4, aber bisher nichts großes mehr. Behörden warnen aber vor, dass die Erdbebensequenz andauern könnte und weitere Erdbeben über Stärke 5 möglich sind. Bewohner sollen daher beschädigte Gebäude meiden und die kommenden Tage im Freien verbringen.

mehr Infos in Kürze…

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit / Time (CET): 21. Mai, 15:21 Uhr und 15:48 Uhr

Magnitude: 5.6 und 6.4

Tiefe / Depth: 10 km

Spürbar / Felt: ja / yes

Schäden erwartet / Damage expected: ja / yes

Opfer erwartet / Casualties expected: ja / yes

Ursprung / Origin: tektonisch

Tsunami: nein

Quellen (Erdbebendienste) zu allen Erdbebendaten / List of global earthquake surveys

See also: The most complete compilation of earthquake losses and casualties: Earthquake Impact Database

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