ShakeMap (Berechnete Intensität des Erdbebens in Ecuador):
Epizentrum, ShakeMap und historische Erdbeben der Region auf interaktiver Karte anzeigen
Was ist passiert:
In der Grenzregion von Ecuador und Kolumbien hat ein starkes Erdbeben am Montag schwere Schäden angerichtet. Es ereignete sich nach Lokalisierungen des Kolumbianischen Erdbebendienstes nahe der Stadt San Gabriel in der ecuadorianischen Provinz Karchi und erreichte eine Stärke von 5.7. Die Tiefe konnte bisher nicht genau ermittelt werden. Das Hypozentrum lag allerdings nur wenige Kilometer unter der Oberfläche. Der Erdbebendienst Ecuadors lokalisiert das Epizentrum einige Kilometer nördlicher.
Infolge der starken Erschütterungen wurden in mehreren umliegenden Städten teils schwere Schäden verzeichnet. Betroffen sind mindestens die Orte El Angel, Tulcan und Montúfar. In dutzenden Häusern bildeten sich große Risse, teilweise stürzten Wände ein. In San San Gabriel brachen ganze Häuserfassaden zusammen, wie Bildaufnahmen in Sozialen Netzwerken zeigten. Zum genauen Ausmaß der Schäden gibt es noch keine offiziellen Angaben, ebenso nicht zu möglichen Opfern. Erste Meldungen sprechen jedoch auch von mehreren Verletzten. Mehr in Kürze.
El ECU 911 de Tulcán informa que el sismo provocó daños en varios sectores. En Tulcán, 11 casas, en Montúfar fueron 5 las casas afectadas, en Espejo, en cambio, fueron 2 casas. También se reportó que una persona cayó desde una pared. Hasta el momento, no se registran fallecidos. pic.twitter.com/Yzs4ZVkmdd
— La Posta (@LaPosta_Ecu) July 25, 2022
#ACTUALIZACIÓN | Imágenes tras el sismo registrado en el sector de #SanGabriel, en #Carchi, provocó el remeson de una vivienda, logrando desprenderse parte de su fachada. ⤵️ pic.twitter.com/7hMgTNY4rt
— NotiMundo (@notimundoec) July 25, 2022
OJO con lo que ha pasado en Carchi.
En San Gabriel, El Angel y otras poblaciones.👉🏽El temblor fue casi en la superficie (a 2 km de profundidad) y eso causa mucho daño.
Hasta ahora hubo media docena de réplicas de más de tres grados.@Riesgos_Ec @LassoGuillermo @MinGobiernoEc pic.twitter.com/Ht5lpt7aZc
— Rodolfo Asar (@rodolfoasar) July 25, 2022
Dem Erdbeben folgten bereits dutzende kleinere Nachbeben. Am nahe gelegenen Vulkan Cerro Negro kommt es bereits seit einigen Jahren zu erhöhter seismischer Aktivität, die in den vergangenen Wochen wieder auflebte. Ob ein Zusammenhang zum heutigen, rund 15 Kilometer südöstlich stattgefundenen Erdbeben besteht, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Das zentrale Hochland von Ecuador und Kolumbien ist von zahlreichen kleinen Störungen durchzogen, an denen es immer wieder starke Erdbeben gibt, die aufgrund der geringen Tiefe teils verheerende Auswirkungen haben können.
Update 26. Juli, 8:55 Uhr
Der Katastrophenschutz von Ecuador berichtet am Morgen, dass infolge des Erdbebens über 400 Gebäude beschädigt wurden, darunter 18 eingestürzte. Acht Menschen wurden durch herabstürzende Trümmer verletzt, fünf weitere erlitten medizinische Probleme aufgrund der entstandenen Panik.
Auch in angrenzenden Gebieten Kolumbiens kam es zu Schäden: Nahe der Stadt Túquerres stürzte ein Haus in einem indigenen Reservat ein. An mehreren Häusern der Stadt wurden Dächer beschädigt. Betroffen sind auch die Gemeinden Cumbal und Ipiales. Meldungen über Verletzte gibt es aus Kolumbien allerdings nicht.
Aktuelle Erdbebenaktivität in Ecuador:
In den vergangenen 30 Tagen wurden in Ecuador (Kartenausschnitt) 8 Erdbeben über Magnitude 3.5 registriert. Damit war die Erdbebenaktivität im vergangenen Monat dort deutlich niedriger als im langjährigen Vergleich (über 20 Prozent Abweichung).
Zusammenfassung der Erdbebendaten:
Wie verhalte ich mich im Falle eines schweren Erdbebens?
FAQ: Wie entstehen Erdbeben? Wo kommen sie vor? Wann sind Erdbeben gefährlich?
Erdbebenmessung im Wohnzimmer: Professionelle Seismometer für Experten und Laien (Gesponsert)
Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:
Uhrzeit / Time (CET): 25. Juli, 15:33 Uhr
Magnitude: 5.7
Tiefe / Depth: 10 km
Spürbar / Felt: ja / yes
Schäden erwartet / Damage expected: ja / yes
Opfer erwartet / Casualties expected: nein / no
Ursprung / Origin: tektonisch
Quellen (Erdbebendienste) zu allen Erdbebendaten / List of global earthquake surveys
See also: The most complete compilation of earthquake losses and casualties: Earthquake Impact Database
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Erdbebendaten: SGC
Statistik:
Seit 1960 gab es in der Region etwa 78 Erdbeben, die stärker waren als Magnitude 5.7. Durchschnittlich gibt es in dem Teil von Ecuador 1.32 Erdbeben der Stärke 5.7 oder höher pro Jahr. Damit ist die Erdbebenaktivität in der Region normalerweise sehr hoch und Beben dieser Stärke haben eine durchschnittliche Wiederkehrperiode von etwa 9.1 Monaten (273 Tagen).
Übersicht der stärksten Erdbeben im Kartenausschnitt* (Ecuador und Umgebung)
Datum | Magnitude | Tiefe (km) |
---|---|---|
16.4.2016 | 7.8 | 21 |
12.12.1979 | 7.7 | 24 |
22.2.2019 | 7.5 | 145 |
30.9.2012 | 7.3 | 170 |
4.8.1998 | 7.2 | 33 |
6.3.1987 | 7.2 | 10 |
12.8.2010 | 7.1 | 207 |
9.2.1967 | 7.0 | 55 |
9.2.2013 | 6.9 | 145 |
18.5.2016 | 6.9 | 30 |
*Daten: USGS-Katalog (ab Magnitude 5, seit 1960)
Hinweis: Der Erdbebenkatalog enthält neben natürlichen auch induzierten Erdbeben. Dazu zählen zum Teil auch Sprengungen und Explosionen. Somit sind einzelne „falsche“ Erdbeben in der Darstellung möglich. Auch die Magnitudenangabe einzelner Erdbeben kann aufgrund von Katalogunterschieden variieren.