Leichtes Erdbeben (M2.8) Libiaz, Polen – 20 Gebäude beschädigt

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ShakeMap (Berechnete Intensität des Erdbebens in Polen):


Epizentrum, ShakeMap und historische Erdbeben der Region auf interaktiver Karte anzeigen

Was ist passiert:

Im Süden Polens hat ein induziertes Erdbeben am frühen Donnerstagmorgen viele Menschen aus dem Schlaf gerissen und dutzende Gebäude beschädigt. Betroffen ist die Region um das Steinkohlebergwerk Janina in der Stadt Libiąż. Nach Angaben der Tschechischen Akademie der Wissenschaften (GFU) erreichte das Beben Magnitude 2.8. Die Erschütterungen waren vor allem in Libiąż sowie umliegenden Städten zu spüren. Aufgrund der für bergbauinduzierte Erdbeben klassischen sehr geringen Tiefe wurden teilweise hohe Intensitäten erreicht.

Bis zum Vormittag gingen 20 Meldungen von Schäden infolge des Erdbebens ein, wie der Bergwerksbetreiber mitteilte. Dabei handelt es sich um oberflächliche Schäden wie Risse im Putz. Untertage kam es zu keinen negativen Auswirkungen. Dennoch wurden die Bergleute kurzzeitig evakuiert, um mögliche Schäden zu überprüfen. Es ist eines der folgenreichsten und auch stärksten Erdbeben im Umfeld des Bergwerks in den letzten Jahren. Bereits am 23. November erschütterte ein Beben mit Magnitude 2.7 die Region. Dabei wurden neun Gebäude beschädigt.

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Anders als im seismisch sehr aktiven Polkowitz in Niederschlesien, wo regelmäßig Magnituden über 4 gemessen werden, handelt es sich bei den Beben in Kleinpolen und Schlesien rund um Kattowitz meist um „echte“ induzierte Erdbeben, die durch unkontrollierte Spannungsentladungen im Gestein ober- oder unterhalb der Abbausohle entstehen. Diese sind in der Regel schwächer und vom Mechanismus ähnlich wie natürliche Erdbeben und daher auch vom Schadensausmaß vergleichbar. Anders in Niederschlesien: Dort gehen die meisten Erschütterungen auf Gebirgsschläge nach kontrollierten Einstürzen zum Schichtwechsel zurück. Diese haben zwar eine höhere Magnitude, an der Oberfläche aber eine geringere Intensität und sind oft eine Gefahr für Bergleute.

Aktuelles aus der Region  Schweres Erdbeben (M7.6) Morobe, Papua-Neuguinea - Viele Todesopfer befürchtet

Betroffene Städte, Orte

Stadt Land Intensität (EMS-98) Bewohner Entfernung Epizentrum (km) Beschreibung
Libiąż PL 5.0 17800 1.8 stark spürbar, geringe Schäden
Chełmek PL 4.3 9100 4.9 deutlich spürbar
Żarki PL 4.1 3800 5.1 deutlich spürbar
Chrzanów PL 3.6 40000 6.8 leicht spürbar
Balin PL 3.6 3400 7.5 leicht spürbar
Chełm Śląski PL 3.5 5600 8.3 leicht spürbar
Zagórze PL 3.3 3000 7.3 leicht spürbar
Imielin PL 3.1 8100 9.3 leicht spürbar
Brzezinka PL 3.0 2100 12.2 leicht spürbar
Jaworzno PL 2.9 96500 9.8 kaum spürbar

Aktuelle Erdbebenaktivität nahe Libiąż:

In den vergangenen 30 Tagen wurden in Libiaz, Polen (Kartenausschnitt) 2 Erdbeben über Magnitude 3.05 registriert. Damit war die Erdbebenaktivität im vergangenen Monat dort deutlich niedriger als im langjährigen Vergleich (über 20 Prozent Abweichung).

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Zusammenfassung der Erdbebendaten:

FAQ: Wie entstehen Erdbeben? Wann sind Erdbeben gefährlich? Wie kann ich mich schützen?

Was sind Störungen, was sind Platten? Wichtige Begriffe erklärt

Erdbebenmessung im Wohnzimmer: Professionelle Seismometer für Experten und Laien (Gesponsert)

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit / Time (CET): 15. Dezember, 2:55 Uhr

Magnitude: 2.8

Tiefe / Depth: 1 km

Spürbar / Felt: ja / yes

Schäden erwartet / Damage expected: unwahrscheinlich / unlikely

Opfer erwartet / Casualties expected: nein / no

Ursprung / Origin: induziert (Bergbau)

Tsunami: nein

Quellen (Erdbebendienste) zu allen Erdbebendaten / List of global earthquake surveys

See also: The most complete compilation of earthquake losses and casualties: Earthquake Impact Database

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    Erdbebendaten: GFU

    Statistik:

    Seit 1960 gab es in der Region etwa 87 Erdbeben, die stärker waren als Magnitude 2.8. Durchschnittlich gibt es in dem Teil von Polen (nahe Libiąż) 1.47 Erdbeben der Stärke 2.8 oder höher pro Jahr. Damit ist die Erdbebenaktivität in der Region normalerweise moderat und Beben dieser Stärke haben eine durchschnittliche Wiederkehrperiode von etwa 8.2 Monaten (246 Tagen).

    Übersicht der stärksten Erdbeben im Kartenausschnitt* (Polen und Umgebung)

    Datum Magnitude Tiefe (km)
    6.8.1983 5.8 10
    31.12.1999 5.4 5
    11.7.2000 5.3 10
    25.3.1989 5.3 10
    16.4.1972 5.1 15
    1.7.2001 5.1 10
    27.4.1983 5.1 10
    30.12.2010 5.0 5
    8.7.2020 5.0 5
    24.3.1977 5.0 33

    *Daten: USGS-Katalog (ab Magnitude 4.5, seit 1960)
    Hinweis: Der Erdbebenkatalog enthält neben natürlichen auch induzierten Erdbeben. Dazu zählen zum Teil auch Sprengungen und Explosionen. Somit sind einzelne „falsche“ Erdbeben in der Darstellung möglich. Auch die Magnitudenangabe einzelner Erdbeben kann aufgrund von Katalogunterschieden variieren.