Betroffene Menschen
Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)
Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 0 sowie 0 Verletzten.
Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.
Wie werden die Werte berechnet?
Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.
Warum sind nur Spannen angegeben?
Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.
Zusammenfassung
Am 15.11.2025 14:36 ereignete sich nahe Graben-Neudorf ein Erdbeben der Magnitude 1.6 in 4 km Tiefe. Die berechnete Maximalintensität beträgt 2.2. Das Beben war vermutlich für bis zu 2,3 Tsd Menschen spürbar. Die Angaben basieren auf einem Modell von Erdbebennews und können lokal – etwa durch Baugrund und Gebäudeeigenschaften – abweichen.
Nachrichten und Hintergründe zu diesem Erdbeben
An einer neuen Tiefengeothermie-Anlage in Graben-Neudorf nördlich von Karlsruhe kam es am Wochenende zu mehreren kleinen Erdbeben. Nach Angaben der Betreiberfirma „Deutsche Erdwärme“ ereignete sich das erste Erdbeben der Magnitude 1.55 am Samstag (15. November) um 14:38 Uhr. Dieses ereignete sich demnach in einer Tiefe von 4,5 Kilometern. Erdbebennews-Auswertungen ergeben weitere, schwächere Erdbeben: Magnitude 0.8 um 21:14 Uhr sowie Magnitude 1.4 am Sonntag (16. November) um 6:55 Uhr. Zwei noch schwächere Beben um 14:04 Uhr (Samstag) und 7:37 Uhr (Sonntag) konnten nicht genauer bestimmt werden. Die Epizentren der Erdbeben lagen im Wald nordöstlich von Graben-Neudorf unmittelbar nördlich der Geothermie-Anlage.
Erste spürbare Erdbeben an neuer Tiefengeothermie-Anlage
Nach Erdbebennews-Berechnungen könnte das stärkste der Erdbeben am Samstagmittag sowie das dritte am Sonntagmorgen von einzelnen Anwohnern schwach verspürt worden sein. Das Erschütterungsmodell basierend auf Magnitude und Tiefe ermittelt schwach spürbare Intensitäten in Teilen von Graben-Neudorf und des Nachbarortes Karlsdorf-Neuthard. Bei Beben dieser Stärke ist auch ein leichtes Grollen als akustische Wahrnehmung wahrscheinlich. Entsprechende Meldungen aus der Bevölkerung liegen Erdbebennews noch nicht vor.
Was passiert gerade in Graben-Neudorf?
In Graben-Neudorf (Landkreis Karlsruhe) läuft derzeit ein wichtiger Langzeittest an der rund 3.600 Meter tiefen Geothermiebohrung. Nach mehreren Monaten Pause will die Betreiberfirma "Deutsche Erdwärme" prüfen, wie produktiv das Reservoir tatsächlich ist und unter welchen Bedingungen eine spätere Anlage sicher betrieben werden kann.
Für den zwei- bis dreiwöchigen Test wird Wasser in den Untergrund injiziert, um die Durchlässigkeit des Gesteins und den Druckaufbau zu untersuchen. Gleichzeitig laufen seismologische Messungen sowie detaillierte Druckanalysen. Bereits zum Start des Testprogramms wurden etwa 700 Kubikmeter Wasser in die Tiefe gepumpt. Solche Tests sind Standard, bevor eine geothermische Anlage genehmigt werden kann. Sie zeigen, ob genügend heißes Thermalwasser gefördert werden kann und wie stabil sich der Untergrund unter Last verhält.
Der Standort liegt im Oberrheingraben, einer Region mit außergewöhnlich hohen geothermischen Temperaturen: In drei Kilometern Tiefe wurden rund 180 °C gemessen – weltweit selten für ein nicht-vulkanisches Gebiet. Seit über 30 Jahren wird hier geforscht. Die geologischen Bedingungen gelten grundsätzlich als sehr günstig.
Seismisches Monitoring und neue Ampelsteuerung
Parallel zu den Tests läuft ein umfangreiches Überwachungsprogramm. Das bereits seit 2022 aktive lokale Messnetz umfasst fünf Oberflächen- und vier Gebäudestationen und konnte in der Vergangenheit sowohl Mikrobeben als auch entfernte Ereignisse zuverlässig registrieren. Für die aktuellen Tests soll das Netz vorübergehend erweitert werden. Ziel ist es laut Betreiber, mithilfe gezielter Beobachtungen und eines Ampelsystems induzierte Erdbeben so weit zu begrenzen, dass selbst kosmetische Gebäudeschäden (z. B. Putzrisse) möglichst ausgeschlossen werden. Die Kommune Graben-Neudorf forderte die "Deutsche Erdwärme" auf, im Falle eines Erdbebens oberhalb der ersten Ampelschwelle dieses unverzüglich zu melden. Mit dem Erdbeben am Samstagnachmittag wurde die Stufe "Gelb" bei Magnitude 1.5 das erste Mal erreicht.
Betroffene Städte & Orte
| Stadt | Land | Intensität (EMS-98) | Bewohner | Entfernung Epizentrum (km) | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Hambrücken | Deutschland | 2 | 5300 | 3.1 | kaum spürbar |
| Karlsdorf-Neuthard | Deutschland | 2 | 9300 | 3.7 | kaum spürbar |
| Graben-Neudorf | Deutschland | 2 | 11700 | 1.7 | kaum spürbar |
| Forst | Deutschland | 2 | 7500 | 4.8 | kaum spürbar |
| Lingenfeld | Deutschland | 0 | 5400 | 16.1 | nicht spürbar |
| Bruchsal | Deutschland | 0 | 45400 | 7.6 | nicht spürbar |
| Weingarten | Deutschland | 0 | 9600 | 12.5 | nicht spürbar |
| Altlußheim | Deutschland | 0 | 5300 | 15.0 | nicht spürbar |
| Jöhlingen | Deutschland | 0 | 5300 | 15.6 | nicht spürbar |
| Kronau | Deutschland | 0 | 5600 | 10.4 | nicht spürbar |
Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben
Mein Hund wurde sehr unruhig. Er wollte ständig raus, klemmte mit dem Schwanz.
Kaum spürbar - aber man hat etwas gemerkt
Leichte Erschütterungen am Frühstückstisch. Oberfläche des Kaffees deutlich kleine Wellen zu sehen. Katzen haben sich schlagartig verzogen. Seit Tagen seltsames Geräusch intermitierend wahrnehmbar, vor allem im Kellerbereich. Seit die Tiefengeothermie mit den Erprobungen begonnen hat.
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