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Betroffene Menschen
Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)
Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 0 sowie 0 Verletzten.
Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.
Wie werden die Werte berechnet?
Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.
Warum sind nur Spannen angegeben?
Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.
Zusammenfassung
Am 10.03.2026 00:02 ereignete sich nahe Neapel, Italien ein Erdbeben der Magnitude 5.9 in 414 km Tiefe. Die berechnete Maximalintensität beträgt 3.3. Das Beben war vermutlich für bis zu 61,0 Mio Menschen spürbar. Die Angaben basieren auf einem Modell von Erdbebennews und können lokal – etwa durch Baugrund und Gebäudeeigenschaften – abweichen.
Nachrichten und Hintergründe zu diesem Erdbeben
Ein ungewöhnlich tiefes Erdbeben hat sich kurz nach Mitternacht im Raum Neapel ereignet. Das Beben erreichte nach Angaben des INGV eine Magnitude von 5.9, lag jedoch in einer Tiefe von rund 414 Kilometern unter der Erdoberfläche. Damit ist das Beben völlig harmlos, dennoch wurde das Ereignis in Teilen Südeuropas sehr leicht verspürt.
Meldungen über schwache Bodenbewegungen kommen nicht nur aus der Region um Neapel, sondern auch aus Norditalien, Kroatien und sogar von Malta. Viele Menschen beschrieben die Bewegung eher als sanftes Schwanken oder leichtes Zittern von Gebäuden. Auch in Teilen Süddeutschlands könnte das Beben ganz vereinzelt in den obersten Stockwerken höherer Gebäude verspürt worden sein, am ehesten im Raum München sowie rund um den Bodensee.
Warum ein so tiefes Erdbeben weit entfernt spürbar sein kann
Erdbeben in mehreren hundert Kilometern Tiefe verhalten sich anders als flache Beben. Da sich die Energiequelle sehr tief im Erdmantel befindet, breiten sich die seismischen Wellen über große Entfernungen relativ gleichmäßig aus. Auf ihrem Weg zur Oberfläche verlieren sie zwar an Stärke, erreichen dafür aber ein sehr großes Gebiet.
An der Oberfläche sind solche Beben meist sehr schwach, aber weit verbreitet spürbar. Lokale Schäden treten praktisch nicht auf, da die Erschütterungen stark abgeschwächt sind. Auch auf vulkanische Aktivität, die rund um Neapel aktuell eine große Rolle bei der Betrachtung der Bebenaktivität spielt, hat dieses Erdbeben keinen Einfluss und steht auch nicht mit dieser in Verbindung.
Warum Hochhäuser besonders reagieren
Viele Wahrnehmungsmeldungen stammen in den meisten Fällen aus höheren Stockwerken von Gebäuden. Der Grund liegt in der Schwingungsdynamik von Bauwerken.
Tiefe Erdbeben erzeugen häufig langperiodische seismische Wellen, also langsame, großräumige Schwingungen. Diese passen gut zu den natürlichen Schwingungsperioden großer Gebäude. Hochhäuser geraten daher leichter in ein sanftes Mitschwingen, während Menschen am Boden oft kaum etwas bemerken. Damit wird ein solches Erdbeben in der Regel nur in größeren Städten wahrgenommen, in denen entsprechende Gebäude stehen.
Wie entstehen Erdbeben in 400 Kilometern Tiefe?
Die meisten Erdbeben entstehen in der Erdkruste, also in den obersten rund 30 Kilometern. Das heutige Ereignis gehört dagegen zur Gruppe der Tiefbeben, die in Tiefen zwischen etwa 300 und 700 Kilometern auftreten.
Solche Beben entstehen meist in absinkenden Gesteinsplatten, sogenannten Subduktionszonen. Im Mittelmeerraum ist dies mit der komplexen Kollision der afrikanischen und eurasischen Lithosphärenplatte verbunden. Teile der afrikanischen Platte tauchen dabei unter Südeuropa in den Erdmantel ab.
In großer Tiefe wirken extreme Druck- und Temperaturbedingungen. Gesteine können dort eigentlich nicht mehr spröde brechen wie in der Erdkruste. Stattdessen führen Mineralumwandlungen und innere Spannungen in der absinkenden Platte dazu, dass sich plötzlich Energie entlädt und ein tiefes Erdbeben entsteht.
Harmlos, aber wissenschaftlich interessant
Obwohl ein Magnitude-5.9-Erdbeben auf den ersten Blick stark klingt, war dieses Ereignis aufgrund seiner großen Tiefe völlig harmlos. Tiefbeben sind jedoch für die Forschung besonders interessant, da sie Einblicke in Prozesse tief im Erdinneren liefern, weit unterhalb der üblichen Erdbebenherde.
Wie häufig sind solche Erdbeben?
Wie häufig sind Erdbeben rund um Italien? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten die stärksten 500 Erdbeben aus den internationalen ISC-Daten
Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 5.9 in dieser Region statistisch mehrmals pro Jahr vor.
Das bedeutet: Die Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb eines Jahres ein ähnlich starkes Beben passiert, liegt bei etwa 66.1%; innerhalb von zehn Jahren bei 100.0%.
Diese Werte sind statistische Mittelwerte – sie sagen nichts über den genauen Zeitpunkt des nächsten Bebens, helfen aber, die regionale Aktivität einzuordnen.
Betroffene Städte & Orte
| Stadt | Land | Intensität (EMS-98) | Bewohner | Entfernung Epizentrum (km) | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Kuç | Albanien | 3 | keine Daten | 482.1 | leicht spürbar |
| Belmonte Mezzagno | Italien | 3 | 10200 | 282.4 | leicht spürbar |
| Vallecupa | Italien | 3 | 0 | 197.7 | leicht spürbar |
| Valenzano | Italien | 3 | 16100 | 239.4 | leicht spürbar |
| Sant'Elia a Pianisi | Italien | 3 | 1600 | 136.8 | leicht spürbar |
| Rome | Italien | 3 | 2318900 | 203.8 | leicht spürbar |
| Naples | Italien | 3 | 959500 | 38.2 | leicht spürbar |
| Palermo | Italien | 3 | 648300 | 274.3 | leicht spürbar |
| Milan | Italien | 2 | 1236800 | 680.6 | kaum spürbar |
| Sofia | Bulgarien | 2 | 1152600 | 802.8 | kaum spürbar |
Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben
Hast du dieses Erdbeben gespürt?
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