Startseite » Japan » Japan: Schweres Erdbeben (M7.5) vor der Küste von Honshu – Tsunami-Warnung

ShakeMap M7.4 am 19.04.2026 9:53 nahe Honshu, Japan

Berechnete Intensität des Erdbebens basierend auf einem Erdbebennews-Modell. Reale Intensität kann durch lokale Effekte leicht abweichen. Hintergrundkarte: OpenStreetMap.
Magnitude: 7.4
Zeit: 19.04.2026 9:53 Uhr deutsche Zeit
Tiefe: 10 km
Ursprung: tektonisch
Region(en): Japan
Datenquelle(n): JMA

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Betroffene Menschen

Maximalintensität 6.9. Potenziell spürbar für etwa 10,0 Mio Menschen.
kaum spürbar (2)
239k
schwach (3)
2.0 Mio
deutlich (4)
3.8 Mio
mäßig (5), einzelne Schäden möglich
3.3 Mio
stark (6), leichte Schäden möglich
730k
sehr stark (7), mäßige Schäden möglich
0
heftig (8), schwere Schäden möglich
0
extrem (9+), schwere Zerstörung möglich
0
Hinweis: Werte beziehen sich auf den Kartenausschnitt und sind modellbasiert.

Zusammenfassung

Am 19.04.2026 9:53 ereignete sich nahe Honshu, Japan ein Erdbeben der Magnitude 7.4 in 10 km Tiefe. Die berechnete Maximalintensität beträgt 6.9. Das Beben war vermutlich für bis zu 10,0 Mio Menschen spürbar. Es sind verbreitet leichte Gebäudeschäden möglich – widerstandsfähigere Bauweisen verringern das Risiko. Die Angaben basieren auf einem Modell von Erdbebennews und können lokal – etwa durch Baugrund und Gebäudeeigenschaften – abweichen.

Nachrichten und Hintergründe zu diesem Erdbeben

Das Epizentrum lag vor der Küste der Präfektur Iwate im Norden der Insel Honshu. Die Japanische Meteorologiebehörde ermittelte Magnitude 7.4. Das Beben wurde in Iwate und angrenzenden Präfekturen stark verspürt. Verbreitet sind leichte Schäden möglich.
Für Iwate sowie den Südosten der Insel Hokkaido hat die JMA eine Tsunami-Warnung herausgegeben. Es bestehe die Gefahr von rund drei Meter hohen Wellen. Betroffene Gebiete sollen sofort evakuiert werden. Für sonstige umliegende Küsten gilt eine Tsunami-Watch. Hier ist eine Wellenhöhe von rund einem Meter möglich.

Das Erdbeben geht auf die Subduktionszone vor der Ostküste Japans zurück. Hier taucht die Pazifische Platte unter ein Bruchstück der Eurasischen Platte ab. Die Folge ist starke Erdbebenaktivität und vulkanische Tätigkeit. Auch das große Tohoku-Erdbeben von 2011 (M9.1) geht auf diese Region zurück. Das Epizentrum damals lag einige Kilometer südlich des heutigen Bebens.

Update 10:17 Uhr: Magnitude auf 7.5 korrigiert - Tsunami-Warnung erweitert

Die Japanische Meteologiebehörde hat das Erdbeben nach neuen Berechnungen auf Magnitude 7.5 hochgestuft. Infolgedessen wurde die Tsunami-Warnung auf die Pazifik-Küste der Präfektur Aomori erweitert.

Update 10:33 Uhr: Erster Tsunami registriert

Im Hafen der Stadt Miyako hat eine Messstation die erste Ankunft des Tsunamis erfasst. Dabei erreichte das Wasser eine Wellenhöhe von rund 40 Zentimetern. Schäden sind bei dieser Höhe nicht zu erwarten. Aber die erste Welle ist in den meisten Fällen nicht die höchste. Daher bleibt die Tsunami-Warnung bestehen.

Update 12:49 Uhr: Megabeben-Warnung für japanische Ostküste

Die Japanische Meteorologische Behörde hat eine Warnung vor einem zukünftigen Erdbeben an der Sanriku-Hokkaido Subduktionszone herausgegeben. Diese erstreckt sich nördlich des aktuellen Epizentrums. Es bestünde eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass es in dem Bereich zu einem Erdbeben der Stärke 8 kommt. Dabei handelt es sich um eine statistischen Einschätzung basierend auf der zeitlichen und räumlichen Verteilung starker Erdbeben. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit im laufe der kommenden 7 Tage bei 1%. Eine Evakuierung aufgrund dieser Warnung ist nicht notwendig, die Bevölkerung solle sich aber so vorbereiten, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Betroffene Gemeinden sind aufgrund der Warnung daher verpflichtet, entsprechende Vorkehrungsmaßnahmen zu treffen.

Bereits im Dezember 2025 wurde diese Warnung nach einem Erdbeben der Stärke 7.6 vor der Küste der Präfektur Aomori ausgesprochen. Solche Warnungen dienen primär der Vorbeugung, um im Falle eines sehr großen Erdbeben die Auswirkungen zu reduzieren. Die Vergangenheit zeigte, dass in Japan mehrfach Megabeben über Magnitude 8 Vorbeben im Bereich von Magnitude 7 hatten. Auch dem Tohoku-Erdbeben 2011 ging ein M7.3 Beben voraus. Der größte Teil aller Magnitude 7 Erdbeben deutet jedoch kein Megabeben an.

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Wie häufig sind solche Erdbeben?

Wie häufig sind Erdbeben nahe Honshu, Japan? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten die stärksten 500 Erdbeben aus den internationalen ISC-Daten

Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 7.4 in dieser Region statistisch alle 6.9 Jahre vor.

Das bedeutet: Die Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb eines Jahres ein ähnlich starkes Beben passiert, liegt bei etwa 13.4%; innerhalb von zehn Jahren bei 76.4%.

Diese Werte sind statistische Mittelwerte – sie sagen nichts über den genauen Zeitpunkt des nächsten Bebens, helfen aber, die regionale Aktivität einzuordnen.

Betroffene Städte & Orte

Stadt Land Intensität (EMS-98) Bewohner Entfernung Epizentrum (km) Beschreibung
Miyako Japan 7 51700 109.3 mäßige Schäden möglich
Ōtsuchi Japan 7 11600 121.6 mäßige Schäden möglich
Yamada Japan 7 15200 113.5 mäßige Schäden möglich
Noda Japan 7 4200 122.9 mäßige Schäden möglich
Ōfunato Japan 7 35400 151.1 mäßige Schäden möglich
Aomori Japan 6 298400 238.1 leichte Schäden möglich
Morioka Japan 6 295200 176.0 leichte Schäden möglich
Ichinoseki Japan 6 63000 203.3 leichte Schäden möglich
Ishinomaki Japan 6 117200 224.9 leichte Schäden möglich
Hachinohe Japan 6 239000 164.4 leichte Schäden möglich
Farben zeigen die berechnete Intensität der Erschütterung (EMS-98).

Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben

Fanie · 2026-04-19T07:53:00+00:00
Narita

Der Boden hat deutlich vibriert.

Icke · 2026-04-19T07:53:00+00:00
Sapporo

9. Stock eines Hotels. Lag im Bett als das Hotel gewackelt hatte.

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Von Jens Skapski

Betreiber von Erdbebennews seit 2013 als privates Informations- und Aufklärungsprojekt. Seit 2024 beruflich Erdbebenauswerter beim Thüringer Seismologischen Netz an der Universität Jena. Die Tätigkeit für Erdbebennews erfolgt privat und unabhängig von der beruflichen Tätigkeit.