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Betroffene Menschen
Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)
Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 0 sowie 0 Verletzten.
Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.
Wie werden die Werte berechnet?
Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.
Warum sind nur Spannen angegeben?
Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.
Zusammenfassung
Am 21.05.2026 5:50 ereignete sich nahe Campi Flegrei, Italien ein Erdbeben der Magnitude 4.4 in 3 km Tiefe. Die berechnete Maximalintensität beträgt 6.0. Das Beben war vermutlich für bis zu 2,2 Mio Menschen spürbar. Kleinräumig sind leichte Gebäudeschäden möglich. Die Angaben basieren auf einem Modell von Erdbebennews und können lokal – etwa durch Baugrund und Gebäudeeigenschaften – abweichen.
Nachrichten und Hintergründe zu diesem Erdbeben
Im Großraum Neapel wurde am frühen Donnerstagmorgen ein Epizentrum verspürt. Das Epizentrum lag im Golf von Pozzuoli im Bereich des Caldera-Vulkans Campi Flegrei. Das Beben erreichte Magnitude 4.4 und trat laut INGV in einer Tiefe von drei Kilometern auf. Die Erschütterungen wurden lokal begrenzt rund um den Golf von Pozzuoli sowie im westlichen Teil von Neapel verspürt. Nahe des Epizentrums war die Intensität stark. Vereinzelt sind leichte Schäden möglich, zumal ein Teil der Gebäude bereits durch die intensive Erdbebenaktivität vorgeschädigt ist.
Update 08:20 Uhr: Leichte Schäden an mehreren Orten:
Infolge des Bebens kam es zu verschiedenen Schäden an mehreren Orten, meist herabgestürzter oder gerissener Putz in Privathäusern. Schulen und andere öffentliche Gebäude der Region werden derzeit noch inspiziert. In Baia am Westrand des Golfs von Pozzuoli stüzte ein steinerner Bogen an einem Aussuchtspunkt ein.
Aktuelle Situation an den Campi Flegrei
Die Campi Flegrei westlich von Neapel befinden sich weiterhin in einer Phase vulkanischer Unruhe. Seit 2005 hebt sich der Boden im Bereich von Pozzuoli erneut an; seit 2018 haben sowohl die Zahl der Erdbeben als auch deren Stärke deutlich zugenommen. Die italienischen Behörden führen das Gebiet weiterhin auf der gelben Warnstufe. Das bedeutet: Die Messwerte liegen über dem normalen Hintergrundniveau, es gibt aber derzeit keinen offiziellen Hinweis auf einen unmittelbar bevorstehenden Vulkanausbruch.
Im Mittelpunkt steht der sogenannte Bradyseismus: langsame Hebungen und Senkungen des Bodens, verursacht durch Druckänderungen im Untergrund. Nach offiziellen Angaben erreichte die Bodenhebung im Bereich Rione Terra in Pozzuoli bis Ende März 2026 insgesamt rund 1,6 Meter seit Beginn der aktuellen Hebungsphase. In den vergangenen Jahren kam es mehrfach zu spürbaren Erdbebenschwärmen, darunter sehr oberflächennahe Ereignisse um Magnitude 4 bis 4.6, die für die dicht besiedelte Region besonders problemtisch waren und zu zahlreichen Gebäudeschäden und mehreren Verletzten geführt haben. Das aktuelle Beben mit Epizentrum im Meer ist diesbezüglich weniger problematisch.
Neue Studien zeigen, dass die Ursache der Seismizität komplex ist. Einige Arbeiten sehen aufsteigendes Magma und magmatische Gase in mehreren Kilometern Tiefe als wichtigen Antrieb. Andere Untersuchungen betonen die Rolle eines stark aufgeheizten hydrothermalen Systems: Wasser, Dampf und Gase können unter Druck geraten, Risse öffnen und dadurch Erdbeben auslösen. Wahrscheinlich wirken beide Prozesse zusammen.
Derzeit geht die größte unmittelbare Gefahr weniger von einer Eruption aus, sondern von weiteren, teils kräftigen Erdbebenschwärmen, lokaler Bodenverformung und Schäden an Gebäuden. Die Lage wird vom INGV und dem italienischen Zivilschutz eng überwacht. Nach dem jüngsten Wochenbericht wurden zwar weiterhin Erdbeben, Bodenhebung und erhöhte hydrothermale Aktivität registriert; kurzfristig sah das INGV aber keine Hinweise auf eine bedeutende schnelle Entwicklung.
Der italienische Zivilschutz bereitet sich dennoch seit Jahren auf den Ernstfall vor. Grundlage der Notfallplanung ist jedoch ausdrücklich kein apokalyptischer „Supervulkan“-Ausbruch, wie er immer wieder beschworen wird. Angenommen wird für die Planung ein kleiner bis mittlerer lokaler Ausbruch, wie er in der Geschichte des Vulkangebiets die häufigste Eruptionsform war, der für die dicht besiedelte Region westlich von Neapel trotzdem katastrophale Folgen haben könnte. Besonders gefährlich wären pyroklastische Ströme im Nahbereich, starker Ascheregen, Erdbeben, Bodenverformungen und die notwendige Evakuierung großer Bevölkerungsteile. Die sogenannte rote Zone umfasst Gebiete, die bei einem Ausbruch besonders durch pyroklastische Ströme gefährdet wären; im Alarmfall müsste diese Zone vollständig geräumt werden. Nach Angaben des italienischen Zivilschutzes ist dafür ein Zeitraum von 72 Stunden vorgesehen. Die gelbe Zone betrifft Gebiete, in denen vor allem starker Ascheniederschlag problematisch werden könnte.
Betroffene Städte & Orte
| Stadt | Land | Intensität (EMS-98) | Bewohner | Entfernung Epizentrum (km) | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Country Park | Italien | 5 | 1500 | 8.5 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Monterusciello | Italien | 5 | 29100 | 6.9 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Pozzuoli | Italien | 5 | 45600 | 4.0 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Bacoli | Italien | 5 | 25600 | 3.4 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Bagnoli | Italien | 5 | 23300 | 4.9 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Fuorigrotta | Italien | 4 | 76500 | 8.0 | deutlich spürbar |
| Arenella | Italien | 4 | 67600 | 10.9 | deutlich spürbar |
| Vomero | Italien | 4 | 44800 | 10.8 | deutlich spürbar |
| Soccavo | Italien | 4 | 45300 | 8.0 | deutlich spürbar |
| Pianura | Italien | 4 | 57800 | 7.6 | deutlich spürbar |
Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben
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