Startseite » Island » Erdbebenschwarm (bis M4.5) nahe Reykjavik, Island

ShakeMap M4.5 am 01.06.2026 15:45 nahe Reykjavik, Island

Berechnete Intensität des Erdbebens basierend auf einem Erdbebennews-Modell. Reale Intensität kann durch lokale Effekte leicht abweichen. Hintergrundkarte: OpenStreetMap.
Magnitude: 4.5
Zeit: 01.06.2026 15:45 Uhr deutsche Zeit
Tiefe: 4.5 km
Ursprung: tektonisch
Region(en): Island
Datenquelle(n): IMO

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Betroffene Menschen

Maximalintensität 7.3. Potenziell spürbar für etwa 290 Tsd Menschen.
kaum spürbar (2)
11k
schwach (3)
37k
deutlich (4)
219k
mäßig (5), einzelne Schäden möglich
23k
stark (6), leichte Schäden möglich
880
sehr stark (7), mäßige Schäden möglich
16
heftig (8), schwere Schäden möglich
0
extrem (9+), schwere Zerstörung möglich
0
Hinweis: Werte beziehen sich auf den Kartenausschnitt und sind modellbasiert.

Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)

Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 0–2 sowie 0–2 Verletzten.

Todesopfer
0–2

Verletzte
0–2

Vertriebene
0–2

Schwer beschädigte Gebäude
0–2

Leicht beschädigte Gebäude
0–6

Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.

Wie werden die Werte berechnet?

Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.

Warum sind nur Spannen angegeben?

Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.

Zusammenfassung

Am 01.06.2026 15:45 ereignete sich nahe Reykjavik, Island ein Erdbeben der Magnitude 4.5 in 4 km Tiefe. Die berechnete Maximalintensität beträgt 7.4. Das Beben war vermutlich für bis zu 290 Tsd Menschen spürbar. Lokal sind mäßige Gebäudeschäden möglich. Die Angaben basieren auf einem Modell von Erdbebennews und können lokal – etwa durch Baugrund und Gebäudeeigenschaften – abweichen.

Nachrichten und Hintergründe zu diesem Erdbeben

Ein Erdbeben der Magnitude 4.5 hat am Montag die Region östlich von Reykjavík erschüttert. Das Epizentrum lag bei Hellisheiði, nahe Húsmúli und unweit von Hveragerði. Das Beben wurde nach manueller Prüfung auf Magnitude 4.5 korrigiert und war in der Hauptstadtregion deutlich zu spüren.

Das Erdbeben ist Teil eines Schwarms, der bereits am Sonntagmorgen eingesetzt hatte. Nach Angaben des Isländischen Wetterdienstes IMO begann die Aktivität kurz vor 7 Uhr etwa drei Kilometer westlich von Húsmúli. Bis Montagmittag wurden rund 500 Erdbeben registriert. Zunächst lag das stärkste Beben bei Magnitude 3.3, bevor das nun deutlich stärkere M4.5-Beben folgte.

Hellisheiði liegt in einem der aktivsten Gebiete Südwest-Islands. Die Region gehört zum Hengill-Vulkansystem und ist von zahlreichen Störungen, Spalten und geothermischen Prozessen geprägt. Erdbebenschwärme sind dort nicht ungewöhnlich. Ein ähnlicher Schwarm trat zuletzt im Juni 2024 auf.

Einfluss von Geothermie und Vulkanismus

Eine Besonderheit der Region ist die intensive Nutzung der Geothermie. Bei Hellisheiði befindet sich eines der größten Geothermiekraftwerke Islands. Aus früheren Jahren ist bekannt, dass Reinjektion von Fluiden im Bereich Húsmúli Erdbebenaktivität beeinflussen kann. Ob und in welchem Maß dies auch beim aktuellen Schwarm eine Rolle spielt, lässt sich aus den ersten Daten aber nicht sicher ableiten.

Ein Hinweis auf einen unmittelbar bevorstehenden Vulkanausbruch ist der Schwarm nicht. Zwar gehört Hellisheiði zu einem aktiven Vulkansystem, doch bisher gibt es keine Hinweise auf eine akute magmatische Intrusion. Die derzeitige Aktivität bei Svartsengi und Sundhnúkur, wo es in den letzten Jahren mehrfach zu Vulkanausbrüchen kam, liegt weiter westlich auf der Reykjanes-Halbinsel und gehört zu einem anderen Aktivitätsbereich.

Größere Schäden sind bei einem Beben dieser Stärke in Island normalerweise nicht zu erwarten. In der Nähe des Epizentrums kann das Erdbeben aber kräftig wahrgenommen worden sein. Weitere Beben sind in den kommenden Stunden und Tagen möglich.

Wie häufig sind solche Erdbeben?

Wie häufig sind Erdbeben nahe Reykjavik, Island? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten die stärksten 206 Erdbeben aus den internationalen ISC-Daten

Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 4.5 in dieser Region statistisch mehrmals pro Jahr vor.

Das bedeutet: Die Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb eines Jahres ein ähnlich starkes Beben passiert, liegt bei etwa 81.6%; innerhalb von zehn Jahren bei 100.0%.

Diese Werte sind statistische Mittelwerte – sie sagen nichts über den genauen Zeitpunkt des nächsten Bebens, helfen aber, die regionale Aktivität einzuordnen.

Betroffene Städte & Orte

Stadt Land Intensität (EMS-98) Bewohner Entfernung Epizentrum (km) Beschreibung
Seltjarnarnes Island 5 4700 28.7 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
Selfoss Island 5 6500 26.2 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
Mosfellsbær Island 5 8700 17.0 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
Hafnarfjörður Island 5 26800 24.2 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
Garðabær Island 4 11400 23.6 deutlich spürbar
Reykjavík Island 4 118900 23.5 deutlich spürbar
Kópavogur Island 4 31700 23.5 deutlich spürbar
Álftanes Island 4 2400 28.3 deutlich spürbar
Hveragerði Island 4 2300 14.4 deutlich spürbar
Vogar Island 4 1000 46.9 deutlich spürbar
Farben zeigen die berechnete Intensität der Erschütterung (EMS-98).

Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben

Zu diesem Erdbeben liegen noch keine Wahrnehmungsmeldungen vor.

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Aufenthaltsort & Aktivität
Wahrnehmung
Drinnen gespürt
Draußen gespürt
Auswirkungen auf Objekte
Gebäudeschäden
Subjektive Stärke


Von Jens Skapski

Betreiber von Erdbebennews seit 2013 als privates Informations- und Aufklärungsprojekt. Seit 2024 beruflich Erdbebenauswerter beim Thüringer Seismologischen Netz an der Universität Jena. Die Tätigkeit für Erdbebennews erfolgt privat und unabhängig von der beruflichen Tätigkeit.