Startseite » Island »
Betroffene Menschen
Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)
Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 0–2 sowie 0–2 Verletzten.
Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.
Wie werden die Werte berechnet?
Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.
Warum sind nur Spannen angegeben?
Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.
Zusammenfassung
Am 01.06.2026 15:45 ereignete sich nahe Reykjavik, Island ein Erdbeben der Magnitude 4.5 in 4 km Tiefe. Die berechnete Maximalintensität beträgt 7.4. Das Beben war vermutlich für bis zu 290 Tsd Menschen spürbar. Lokal sind mäßige Gebäudeschäden möglich. Die Angaben basieren auf einem Modell von Erdbebennews und können lokal – etwa durch Baugrund und Gebäudeeigenschaften – abweichen.
Nachrichten und Hintergründe zu diesem Erdbeben
Ein Erdbeben der Magnitude 4.5 hat am Montag die Region östlich von Reykjavík erschüttert. Das Epizentrum lag bei Hellisheiði, nahe Húsmúli und unweit von Hveragerði. Das Beben wurde nach manueller Prüfung auf Magnitude 4.5 korrigiert und war in der Hauptstadtregion deutlich zu spüren.
Das Erdbeben ist Teil eines Schwarms, der bereits am Sonntagmorgen eingesetzt hatte. Nach Angaben des Isländischen Wetterdienstes IMO begann die Aktivität kurz vor 7 Uhr etwa drei Kilometer westlich von Húsmúli. Bis Montagmittag wurden rund 500 Erdbeben registriert. Zunächst lag das stärkste Beben bei Magnitude 3.3, bevor das nun deutlich stärkere M4.5-Beben folgte.
Hellisheiði liegt in einem der aktivsten Gebiete Südwest-Islands. Die Region gehört zum Hengill-Vulkansystem und ist von zahlreichen Störungen, Spalten und geothermischen Prozessen geprägt. Erdbebenschwärme sind dort nicht ungewöhnlich. Ein ähnlicher Schwarm trat zuletzt im Juni 2024 auf.
Einfluss von Geothermie und Vulkanismus
Eine Besonderheit der Region ist die intensive Nutzung der Geothermie. Bei Hellisheiði befindet sich eines der größten Geothermiekraftwerke Islands. Aus früheren Jahren ist bekannt, dass Reinjektion von Fluiden im Bereich Húsmúli Erdbebenaktivität beeinflussen kann. Ob und in welchem Maß dies auch beim aktuellen Schwarm eine Rolle spielt, lässt sich aus den ersten Daten aber nicht sicher ableiten.
Ein Hinweis auf einen unmittelbar bevorstehenden Vulkanausbruch ist der Schwarm nicht. Zwar gehört Hellisheiði zu einem aktiven Vulkansystem, doch bisher gibt es keine Hinweise auf eine akute magmatische Intrusion. Die derzeitige Aktivität bei Svartsengi und Sundhnúkur, wo es in den letzten Jahren mehrfach zu Vulkanausbrüchen kam, liegt weiter westlich auf der Reykjanes-Halbinsel und gehört zu einem anderen Aktivitätsbereich.
Größere Schäden sind bei einem Beben dieser Stärke in Island normalerweise nicht zu erwarten. In der Nähe des Epizentrums kann das Erdbeben aber kräftig wahrgenommen worden sein. Weitere Beben sind in den kommenden Stunden und Tagen möglich.
Wie häufig sind solche Erdbeben?
Wie häufig sind Erdbeben nahe Reykjavik, Island? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten die stärksten 206 Erdbeben aus den internationalen ISC-Daten
Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 4.5 in dieser Region statistisch mehrmals pro Jahr vor.
Das bedeutet: Die Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb eines Jahres ein ähnlich starkes Beben passiert, liegt bei etwa 81.6%; innerhalb von zehn Jahren bei 100.0%.
Diese Werte sind statistische Mittelwerte – sie sagen nichts über den genauen Zeitpunkt des nächsten Bebens, helfen aber, die regionale Aktivität einzuordnen.
Betroffene Städte & Orte
| Stadt | Land | Intensität (EMS-98) | Bewohner | Entfernung Epizentrum (km) | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Seltjarnarnes | Island | 5 | 4700 | 28.7 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Selfoss | Island | 5 | 6500 | 26.2 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Mosfellsbær | Island | 5 | 8700 | 17.0 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Hafnarfjörður | Island | 5 | 26800 | 24.2 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Garðabær | Island | 4 | 11400 | 23.6 | deutlich spürbar |
| Reykjavík | Island | 4 | 118900 | 23.5 | deutlich spürbar |
| Kópavogur | Island | 4 | 31700 | 23.5 | deutlich spürbar |
| Álftanes | Island | 4 | 2400 | 28.3 | deutlich spürbar |
| Hveragerði | Island | 4 | 2300 | 14.4 | deutlich spürbar |
| Vogar | Island | 4 | 1000 | 46.9 | deutlich spürbar |
Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben
Hast du dieses Erdbeben gespürt?
Melde deine Beobachtung – sie hilft, Intensität und Auswirkungen besser einzuordnen.