Startseite » Philippinen » Schweres Erdbeben (M7.8) nahe Mindanao, Philippinen – Mindestens acht Todesopfer

ShakeMap M7.8 am 08.06.2026 01:37 nahe Mindanao, Philippinen

Berechnete Intensität des Erdbebens basierend auf einem Erdbebennews-Modell. Reale Intensität kann durch lokale Effekte leicht abweichen. Hintergrundkarte: OpenStreetMap.
Magnitude: 7.8
Zeit: 08.06.2026 01:37 Uhr deutsche Zeit
Tiefe: 55 km
Ursprung: tektonisch
Region(en): Philippinen
Datenquelle(n): USGS

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ShakeMap als Bild

Betroffene Menschen

Maximalintensität 8.2. Potenziell spürbar für etwa 23,9 Mio Menschen.
kaum spürbar (2)
134k
schwach (3)
1.6 Mio
deutlich (4)
6.2 Mio
mäßig (5), einzelne Schäden möglich
5.8 Mio
stark (6), leichte Schäden möglich
6.2 Mio
sehr stark (7), mäßige Schäden möglich
3.9 Mio
heftig (8), schwere Schäden möglich
56k
extrem (9+), schwere Zerstörung möglich
0
Hinweis: Werte beziehen sich auf den Kartenausschnitt und sind modellbasiert.

Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)

Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 100–800 sowie 500–3k Verletzten.

Todesopfer
100–800

Verletzte
500–3k

Vertriebene
24k–150k

Schwer beschädigte Gebäude
3k–22k

Leicht beschädigte Gebäude
130k–800k

Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.

Wie werden die Werte berechnet?

Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.

Warum sind nur Spannen angegeben?

Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.

Zusammenfassung

Am 08.06.2026 01:37 ereignete sich nahe Mindanao, Philippinen ein Erdbeben der Magnitude 7.8 in 55 km Tiefe. Die berechnete Maximalintensität beträgt 8.2. Das Beben war vermutlich für bis zu 23,9 Mio Menschen spürbar. Nahe des Epizentrums sind schwere Gebäudeschäden möglich – widerstandsfähigere Bauweisen verringern das Risiko. Die Angaben basieren auf einem Modell von Erdbebennews und können lokal – etwa durch Baugrund und Gebäudeeigenschaften – abweichen.

Schweres Erdbeben vor Mindanao löst Tsunamiwarnung aus

Ein schweres Erdbeben hat am Montagmorgen den Süden der Philippinen erschüttert. Nach Angaben des philippinischen Erdbebendienstes PHIVOLCS erreichte das Beben Magnitude 7.8. Das Epizentrum lag vor der Küste der Provinz Sarangani, rund 32 Kilometer südsüdwestlich von Maasim auf Mindanao. Die Herdtiefe wurde mit 33 Kilometern angegeben. Zunächst war das Beben mit Magnitude 7.0 bewertet worden. Das USGS ermittelte ebenfalls eine Magnitude von 7.8 und eine Tiefe von 55 km.

Die Erschütterungen waren im Süden Mindanaos stark zu spüren. Besonders betroffen war der Raum General Santos City und Sarangani. PHIVOLCS meldete für General Santos City eine gefühlte Intensität VII, instrumentell wurde in Malapatan in Sarangani sogar Intensität VIII registriert. Bei solchen Intensitäten sind je nach Bauweise deutliche Gebäudeschäden möglich, was sich bereits in den ersten Meldungen wiederspiegelt.

Aus General Santos City wurden unmittelbar nach dem Beben deutliche Schäden gemeldet. Lokale Medien berichten von eingestürzten oder schwer beschädigten Gebäudeteilen, unter anderem an einem Gebäude der Notre Dame of Dadiangas University sowie an mehreren Geschäftsgebäuden. Einige Gebäude stürzten vollständig ein. Auch Teile eines Einkaufszentrums sollen beschädigt worden sein. Schulen und öffentliche Gebäude in der gesamten Region wurden nach behördlicher Anweisung bis auf weiteres Geschlossen, um Schäden zu beurteilen. Das Beben traf Mindanao ausgerechnet am ersten Schultag des neuen Schuljahres.

Eine vollständige Schadensbilanz liegt noch nicht vor. Nach Angaben der Polizei in General Santos City kam mindestens ein Mensch ums Leben, vier weitere wurden verletzt. Unter eingestürzten Gebäuden, darunter einige Wohnhäuser, könnten noch Menschen eingeschlossen sein. Der Katastrophenschutz prüft weitere Meldungen zu möglichen Opfern und Schäden. Besonders aus kleineren Küstenorten und ländlichen Gebieten können Informationen erst mit Verzögerung eintreffen, zumal Strom und Telekommunikation durch das Beben ebenfalls eingeschränkt sind.

Tsunamiwarnung auch für Indonesien

Da das Beben offshore vor der Küste lag, gab PHIVOLCS eine Tsunamiwarnung für mehrere Küstenregionen im Süden der Philippinen aus. Auch Indonesien warnte vor möglichen Tsunamiwellen. Der indonesische Wetter- und Geophysikdienst BMKG stufte mehrere Küstenabschnitte in Nord-Sulawesi, Gorontalo, Zentral-Sulawesi, Nord-Maluku und Ost-Kalimantan als gefährdet ein.

In Indonesien wurden anschließend kleinere Tsunamiwellen gemessen. BMKG registrierte zunächst unter anderem 9 Zentimeter in Loloda auf Halmahera, 19 Zentimeter in Melonguane auf den Talaud-Inseln und 18 Zentimeter in Ulusiau auf Sitaro. Spätere Wellen des Tsunamis waren teils deutlich höher und erreichten zum Beispiel in Talengen knapp einen Meter. Auch offizielle Pegeldaten aus Davao auf Mindanao zeigen deutliche Wasserstandsschwankungen von etwa einem Meter, wobei die letzte Welle die bisher höchste war. Die Tsunami-Warnung bleibt daher weiterhin aktiv. Je nach Küstenform können lokal deutlich höhere Wellen auftreten. Offizielle Messungen finden nur an sehr wenigen Küstenabschnitten statt.

Stand: 8. Juni 2026, 5:12 Uhr.

Folgendes Video zeigt die Auswirkungen des Tsunamis auf Sulawesi, Indonesien.

Auch die Region um General Santos wurde vom Tsunami getroffen.

Update: Weitere Todesopfer auf Mindanao – Schäden auch in Indonesien

Update vom 8. Juni 2026, 7:40 Uhr MESZ: Nach dem schweren Erdbeben vor Mindanao gibt es weitere Details zu den Schäden. Nach Angaben der philippinischen Polizei kamen in der Region Soccsksargen mindestens drei Menschen ums Leben, vier weitere wurden verletzt. Zudem wurden mindestens 20 beschädigte Gebäude erfasst, darunter zwei Schulen, zwei Krankenhäuser, 14 Geschäftsgebäude und zwei Wohnhäuser. Diese Daten sind als sehr vorläufig einzuschätzen. Insgesamt kamen auf Mindanao bislang 8 Menschen ums Leben.

Besonders betroffen bleibt der Raum General Santos City, Sarangani und South Cotabato. Aus General Santos wurden beschädigte Gebäude, herabfallende Gebäudeteile und Schäden in Wohnhäusern gemeldet. Ein Gebäude mit einem Schnellrestaurant stürzte teilweise ein, auch eine Kirche wurde beschädigt. In mehreren Bereichen kam es zu Stromausfällen, teilweise auch zu Problemen bei der Wasserversorgung. Nach Angaben der Polizei waren 26 Gebiete von Stromunterbrechungen betroffen, außerdem wurde ein Erdrutsch registriert.

In mehreren Städten und Provinzen wurden Schulen und öffentliche Einrichtungen vorsorglich geschlossen oder überprüft. Einsatzkräfte kontrollieren weiter Gebäude, Straßen, Brücken und kritische Infrastruktur. Die bisher bekannten Zahlen sind daher weiterhin vorläufig. Besonders aus kleineren Orten nahe dem Epizentrum und aus Küstengebieten können weitere Schadensmeldungen erst verzögert eintreffen.

Tsunami in Indonesien gemessen

Auch Indonesien war von den Auswirkungen des Bebens betroffen. Der indonesische Wetter- und Geophysikdienst BMKG bestätigte kleinere Tsunamiwellen an mehreren Pegeln. Die höchsten gemessenen Werte wurden in Talengan mit 0,75 Metern, Paleleh mit 0,45 Metern sowie Melonguane und Tanjung Sidupa mit jeweils 0,32 Metern registriert. Weitere Messungen gab es unter anderem in Tahuna, Bitung, Ulu Siau, Ternate und Loloda.

Die indonesische Tsunamiwarnung wurde inzwischen aufgehoben. Nach Angaben von BMKG wurden keine weiteren gefährlichen Wasserstandsanstiege mehr beobachtet. Die Messungen zeigen dennoch klar, dass das Erdbeben tatsächlich einen Tsunami ausgelöst hat. Von einer großen Tsunami-Katastrophe kann nach derzeitigem Stand aber nicht gesprochen werden.

Gebäudeschäden auf indonesischen Inseln

In Indonesien blieb es nicht nur bei einem messbaren Tsunami und spürbaren Erschütterungen. Aus den nördlichen Inselgebieten von Sulawesi werden inzwischen auch Gebäudeschäden gemeldet. Besonders betroffen ist nach ersten Berichten der Regierungsbezirk Kepulauan Talaud in Nord-Sulawesi. Dort wurden mehrere Wohnhäuser beschädigt, teils auch schwer.

Basarnas Manado und der Katastrophenschutz BPBD Sulawesi Utara prüfen außerdem Meldungen über Schäden an Gebetshäusern, öffentlichen Gebäuden und weiteren Gebäuden in den Inselregionen. Auch aus anderen Inselgebieten Nord-Sulawesis gingen demnach Schadensmeldungen ein, die noch verifiziert werden.

Tektonischer Hintergrund

Das Erdbeben ereignete sich in einer sehr aktiven Plattengrenzenzone südlich von Mindanao. Dort taucht ozeanische Kruste an der Cotabato-Trench-Zone unter den Randbereich der Philippinen ab. Solche Subduktionszonen können sehr starke Erdbeben und im ungünstigen Fall auch Tsunamis auslösen.

Für die Region ist diese Gefahr bekannt: 1976 löste ein starkes Erdbeben im Moro-Golf einen verheerenden Tsunami aus, der im Süden der Philippinen Tausende Todesopfer forderte.

In den kommenden Stunden und Tagen sind weitere Nachbeben wahrscheinlich. Bisher kam es bereits zu zwei Nachbeben über Magnitude 6. Diese können beschädigte Gebäude zusätzlich schwächen und auch kleinere Schäden noch vergrößern. Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Gebiete sollten beschädigte Gebäude meiden, lokale Warnungen beachten und insbesondere in Küstennähe auf weitere Hinweise von PHIVOLCS und den örtlichen Katastrophenschutzbehörden achten.

Update 10:40 Uhr: Zahl der gemeldeten Todesopfer steigt deutlich

Update vom 8. Juni 2026, Stand 10:40 Uhr MESZ: Die Folgen des schweren Erdbebens vor Mindanao werden zunehmend deutlicher. Nach Angaben des philippinischen Office of Civil Defense (OCD) ist die Zahl der gemeldeten Todesopfer inzwischen auf 19 gestiegen. Die Angaben werden von den Behörden noch verifiziert und validiert. 16 der gemeldeten Todesopfer entfallen demnach auf die Region Soccsksargen, drei weitere auf die Davao Region.

Nach ersten Angaben starben Menschen unter anderem durch eingestürzte Gebäude, herabfallende Gebäudeteile und Erdrutsche. Zudem werden mindestens sieben Menschen vermisst und 134 Verletzte gemeldet. Such-, Rettungs- und Bergungsarbeiten laufen weiter. Besonders betroffen bleiben General Santos City, Sarangani, South Cotabato und Davao Occidental.

Auch die Zahl der Evakuierten ist gestiegen. Rund 10.000 Familien aus Sarangani und Sultan Kudarat wurden nach Angaben des OCD in Sicherheit gebracht. Hintergrund waren neben den starken Erschütterungen auch die zwischenzeitliche Tsunamiwarnung und mögliche Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. In mehreren Orten bleiben Schulen, öffentliche Einrichtungen und Straßen weiter unter Beobachtung.

Bereits zuvor waren in Soccsksargen mindestens 20 beschädigte Gebäude erfasst worden, darunter Schulen, Krankenhäuser, Geschäftsgebäude und Wohnhäuser. Aus General Santos City wurden eingestürzte oder teilweise eingestürzte Gebäudeteile, Schäden an Geschäftsgebäuden, beschädigte Fahrzeuge sowie Ausfälle bei Strom, Wasser und Kommunikation gemeldet. Auch ein Erdrutsch wurde registriert.

Schäden auch in Indonesien bestätigt

Auch auf indonesischer Seite sind inzwischen Schäden bestätigt. Nach Angaben der indonesischen Katastrophenschutzbehörde BNPB wurden in Nord-Sulawesi mindestens 27 Wohnhäuser beschädigt. Betroffen sind demnach 20 Haushalte im Regierungsbezirk Kepulauan Sangihe und sieben im Regierungsbezirk Kepulauan Talaud.

Weitere Schäden wurden an öffentlicher Infrastruktur im Regierungsbezirk Minahasa Utara gemeldet. Dazu zählen zwei Kirchengebäude, ein Gebäude der GMIM 76, eine Schule sowie ein Lehrer-Diensthaus. Die Angaben sind auch dort vorläufig; Einsatzteams der regionalen Katastrophenschutzbehörden prüfen weitere mögliche Schäden in den Inselgebieten.

Die Schadensmeldungen passen zur von BMKG gemeldeten Erschütterungsstärke. In Miangas und Melonguane wurde Intensität VI MMI erreicht, auf Siau und Tagulandang Intensität V. Bei solchen Intensitäten sind an anfälligen Gebäuden Risse, herabfallender Putz und einzelne stärkere Schäden möglich. BMKG rief die Bevölkerung dazu auf, beschädigte oder rissige Gebäude vor dem Wiederbetreten prüfen zu lassen.

Tsunami über 1 Meter Wellenhöhe

Der Tsunami blieb nach bisherigem Stand deutlich unter dem Niveau einer großen Katastrophe, wurde aber auf den Philippinen und in Indonesien eindeutig gemessen. In Indonesien registrierte BMKG unter anderem 0,75 Meter in Talengan, 0,45 Meter in Paleleh, 0,32 Meter in Melonguane und Tanjung Sidupa sowie weitere kleinere Wasserstandsanstiege an mehreren Pegeln.

PHIVOLCS bestätigte inzwischen Tsunamiwellen an mehreren philippinischen Pegeln. Dabei wurden Wellenhöhen von bis zu 1,4 Metern registriert. Erste Ankunftszeiten wurden unter anderem für Maasim und Kiamba in Sarangani, Kalamansig in Sultan Kudarat, Mati City in Davao Oriental, Zamboanga City und Tandag City in Surigao del Sur angegeben.

Statistik: Keine statistische Auswertung möglich, da keine historischen Ereignisse vorliegen.

Betroffene Städte & Orte

Stadt Land Intensität (EMS-98) Bewohner Entfernung Epizentrum (km) Beschreibung
Norala Philippinen 8 12800 111.5 schwere Schäden möglich
Bayasong Philippinen 8 3000 118.5 schwere Schäden möglich
Baliton Philippinen 8 5800 26.9 schwere Schäden möglich
Buayan Philippinen 8 14600 61.6 schwere Schäden möglich
Manuel Roxas Philippinen 8 4500 103.0 schwere Schäden möglich
Koronadal Philippinen 8 125500 103.2 schwere Schäden möglich
Malingao Philippinen 7 1122000 184.7 mäßige Schäden möglich
Cotabato Philippinen 7 179400 201.0 mäßige Schäden möglich
Magugpo Poblacion Philippinen 7 233300 221.6 mäßige Schäden möglich
Panabo Philippinen 7 84700 202.4 mäßige Schäden möglich
Farben zeigen die berechnete Intensität der Erschütterung (EMS-98).

Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben

Simon · 2026-06-07T23:37:00+00:00
Davao

Very strong and long shaking

Mir · 2026-06-07T23:37:00+00:00
Davao city

War im Hochhaus. Das ganze Gebäude wackelte. Sind dann 18 Stockwerke taumelnd nach unten gelaufen

Alexander · Intensität: VI · 2026-06-07T23:37:00+00:00
General Santos

Schwankendes Gebäude

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Von Jens Skapski

Betreiber von Erdbebennews seit 2013 als privates Informations- und Aufklärungsprojekt. Seit 2024 beruflich Erdbebenauswerter beim Thüringer Seismologischen Netz an der Universität Jena. Die Tätigkeit für Erdbebennews erfolgt privat und unabhängig von der beruflichen Tätigkeit.