Betroffene Menschen
Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)
Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 0 sowie 0 Verletzten.
Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.
Wie werden die Werte berechnet?
Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.
Warum sind nur Spannen angegeben?
Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.
Zusammenfassung
Am 09.06.2026 20:50 ereignete sich nahe Luby ein Erdbeben der Magnitude 2.1 in 10 km Tiefe. Die berechnete Maximalintensität beträgt 3.3. Das Beben war vermutlich für bis zu 23,9 Tsd Menschen spürbar. Die Angaben basieren auf einem Modell von Erdbebennews und können lokal – etwa durch Baugrund und Gebäudeeigenschaften – abweichen.
Nachrichten und Hintergründe zu diesem Erdbeben
Im Vogtland ist ein neuer Erdbebenschwarm aktiv. Das Zentrum des Schwarms liegt auf tschechischer Seite zwischen Luby und Kraslice. Am Dienstagabend kam es mit Magnitude 2.1 zum bisher stärksten Erdbeben, das im Vogtland vielerorts schwach verspürt wurde. Kurz zuvor kam es zu einer deutlichen Verstärkung der Mikrobebenaktivität. Weitere Infos folgen in Kürze.
Morgenupdate 10. Juni: Neues Erdbeben mit M0.9
Der neue Erdbebenschwarm zwischen Luby und Kraslice fuhr über Nacht ein geringeres Tempo. Die recht intensive Sequenz des Abends, die zum spürbaren Beben mit M2.0 (Wert manuell validiert) um 20:50 Uhr führte, ging noch vor Mitternacht deutlich zurück. Über Nacht bebte es aber durchgehend auf sehr niedrigem Niveau weiter. Insgesamt war die Aktivität damit zwar sehr niedrig, aber immer noch deutlich über der Hintergrundaktivität am Dienstag.
Das M2.0 vom Dienstagabend steht in der Gesamtbilanz ziemlich allein da und ist deutlich stärker als die restliche Schwarmaktivität, auch wenn zumindest die Dichte der Mikrobeben phasenweise schon recht hoch war.
Etwas mehr als 1000 Erdbeben sind es nun seit Schwarmbeginn am Montag. Eine etwas stärkere Phase um kurz vor 8 heute führte zu einem Beben mit Magnitude 0.9, was damit das zweitstärkste Beben des bisherigen Schwarms darstellt.
Wie so oft: Schwärme sind unberechenbar. Sie können von jetzt auf gleich einschlafen, oder wochenlang andauern. Oder alles dazwsichen. Oft kommen die Phasen der stärksten Aktivität in Wellen, bzw. Schüben, wie man es auch gut in der Grafik der bisherigen Beben sieht. Ob und wann die nächste Welle kommt, müssen wir daher abwarten.
Die Grafik zeigt wie immer die automatisch ermittelte Magnitude. Spätere manuell validierte Werte können leicht abweichen.

Neuer Erdbebenschwarm in Luby
Am 8. Juni hat zwischen Luby und Kraslice ein neuer Erdbebenschwarm eingesetzt. Begonnen hat der Schwarm mit ersten Mikrobeben am späten Nachmittag. Zum Abend und in der Nacht trat die erste stärkere Phase mit rund 150 Mikrobeben auf. Das stärkste dieser Beben um 1:20 Uhr am Dienstagmorgen erreichte Magnitude 0.5. Mit Tagesanbruch ging die Mikrobebenaktivität deutlich zurück. Es kam nur noch zu einzelnen Beben. Am späten Dienstagnachmittag folgte eine erneute Verstärkung, zunächst mit mehreren Beben um Magnitude 0. Um 20:50 Uhr folgte direkt ein spürbares Beben mit einer Magnitue von 2.1. Dieses wurde im Vogtland verbreitet leicht verspürt und wurde von einem deutlich hörbaren Grollen begleitet. In der Stunde danach traten verstärkt Mikrobeben zwischen Magnitude 0 und 1 auf.
Die Grafik zeigt den Verlauf der bisherigen Beben. Erkennbar ist das 2.1, das deutlich aus dem bisherigen Schwarm herausragt. 
Häufige Fragen zu Erdbebenschwärmen im Vogtland
Allgemeine Informationen
Was ist ein Erdbebenschwarm?
Ein Erdbebenschwarm (auch Schwarmbeben genannt) bezeichnet eine Häufung vieler kleiner Erdbeben innerhalb eines kurzen Zeitraums in einer bestimmten Region. Im Gegensatz zu typischen Erdbebenserien gibt es bei einem Erdbebenschwarm kein einzelnes, dominantes Hauptbeben. Erdbebenschwärme sind oft mit vulkanischen oder hydrothermalen Prozessen verbunden.
Warum treten Erdbebenschwärme im Vogtland auf?
Der Ursprung der Erdbebenschwärme liegt in der vulkanischen Vergangenheit der Region. In der unteren Erdkruste existiert eine alte Magmakammer, aus der Fluide, also mineralgesättigtes Wasser und Gase, aufsteigen. Diese bewegen sich durch tektonische Bruchzonen, insbesondere entlang der Leipzig-Regensburg-Störungszone. Dabei wirken sie in Gesteinsrissen wie ein Schmiermittel und können Spannungen abbauen, was zu plötzlichen Erdbeben führt. Erstmals konnte in einer im Dezember 2025 veröffentlichen Studie des GFZ gezeigt werden, dass auch aufsteigendes Magma an den Erdbebenschwärmen beteiligt sein kann. Nachgewiesen wurde dies beim Klingenthal-Schwarm 2024, wo in 10 Kilometern Tiefe geringe Mengen Magma in die obere Erkruste aufstiegen.
Erdbebenaktivität im Vogtland
Wie oft gibt es Erdbebenschwärme im Vogtland?
Erdbebenschwärme treten unregelmäßig auf. Kleinere Schwärme, die keine spürbaren Erdbeben verursachen, können mehrmals im Jahr vorkommen. Stärkere Schwärme, die auch in der Bevölkerung wahrgenommen werden, sind seltener und können in Intervallen von mehreren Jahren auftreten. Die meisten Erdbebenschwärme der letzten Jahrzehnte konzentrierten sich auf die Region um Luby und Kraslice, während 2024 mit dem ersten größeren Erdbebenschwarm in Klingenthal seit 1962 auch Deutschland stärker betroffen war.
Ist jedes Erdbeben im Vogtland Teil eines Erdbebenschwarms?
Nein. Zwar ist das Vogtland weltweit unter Seismologen für seine häufigen Erdbebenschwärme bekannt. Aber es können auch ganz normale einzelne Erdbeben auftreten, eventuell mit Vor-und Nachbeben.
Gefahren & Schäden
Können Erdbebenschwärme im Vogtland Schäden verursachen?
Die meisten Schwärme sind harmlos, aber stärkere Erdbeben können leichte Schäden an Gebäuden verursachen. Beben über Magnitude 4.0 können Risse in Wänden oder herabfallende Putzstücke verursachen. Magnitude 5.0 oder höher könnte strukturelle Schäden hervorrufen, ist aber äußerst selten.
Können Erdbebenschwärme gefährlich sein?
Die meisten Erdbebenschwärme verlaufen ohne ernsthafte Auswirkungen. Allerdings können starke Beben, insbesondere wenn sie in kurzen Abständen auftreten, Ängste auslösen und zu kleineren Schäden führen. In seltenen Fällen könnten Erdbeben über Magnitude 5.0 auftreten, die zu Rissen in Gebäuden oder kleineren Schäden führen können. Ein starkes Erdbeben innerhalb eines Schwarms könnte auch Erdrutsche oder lokale Verformungen des Untergrunds auslösen.
Vulkanismus & Seismologie
Kündigen Erdbebenschwärme einen Vulkanausbruch an?
Nein. Erdbebenschwärme sind eine Folge magmatischer Prozesse in großer Tiefe. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass es im Vogtland zwar magmatische Aktivität gibt, diese aber nicht zu einer kurzfristigen Gefahr führt.
Ist der Vulkan im Vogtland noch aktiv?
Vulkanische Prozesse in der Tiefe sind weiterhin aktiv, aber das bedeutet nicht, dass ein Ausbruch bevorsteht. Der letzte bekannte Vulkanausbruch in der Region liegt mehr als 100.000 Jahre zurück. Ein erneutes Erwachen des Vulkans würde sich durch verstärkte Erdbeben und Gasausstöße bemerkbar machen. Dies ist aktuell nicht der Fall. Aktive Magmabewegungen in der oberen Erdkruste wie beim Klingenthal-Schwarm 2024 sind jedoch nachgewiesen.
Erdbebenstärke & Vorhersage
Wie stark können die Erdbebenschwärme im Vogtland werden?
Die meisten dokumentierten starken Erdbebenschwärme erreichten maximale Magnituden zwischen 3.5 und 4.5. Stärkere Erdbeben bis Magnitude 5.0 sind möglich, kommen aber nur sehr selten vor. Die Energieverteilung in Schwärmen unterscheidet sich von einzelnen großen Erdbeben, sodass sich die Kraft auf viele kleinere Ereignisse verteilt.
Können Erdbebenschwärme vorhergesagt werden?
Nein. Wie bei allen Erdbeben ist eine präzise Vorhersage von Zeitpunkt, Dauer und Intensität eines Schwarms unmöglich. Allerdings können seismologische Überwachungsmethoden Hinweise auf sich anbahnende Aktivität liefern. Sobald ein Schwarm beginnt, lässt sich seine Entwicklung zwar beobachten, aber nicht genau vorhersagen, wie lange er dauert oder ob sich die Aktivität verstärkt.
Warum dauern manche Erdbebenschwärme nur wenige Tage, andere Wochen?
Die Dauer eines Schwarms hängt von der Menge und Bewegung der Fluide in der Tiefe ab. Wenn der Druck schnell abgebaut wird, endet der Schwarm meist nach wenigen Tagen. Falls die Fluide über einen längeren Zeitraum aufsteigen und Spannungen abbauen, kann sich der Schwarm über Wochen oder sogar Monate hinziehen.
Verhalten & Beobachtung
Was kann ich tun, wenn ich ein Erdbeben im Vogtland spüre?
Falls du ein Erdbeben bemerkst, kannst du es über Erdbebenmeldeportale wie Erdbebennews.de oder das BGR-Seismologieportal melden. Falls ein stärkeres Erdbeben auftritt, verhalte dich wie bei anderen Erdbeben: Schutz unter stabilen Möbeln suchen oder dich von Gebäuden fernhalten, falls du dich im Freien befindest.
Wie kann ich selbst überprüfen, ob gerade ein Erdbebenschwarm aktiv ist?
Du kannst die aktuellen Daten auf dieser Seite oder auf offiziellen seismologischen Websites (Liste unten) einsehen. Dort werden sowohl manuelle als auch automatische Detektionen erfasst. Bei aktiven Schwärmen werden auch regelmäßige Updates auf Erdbebennews.de bereitgestellt.
Erdbebenüberwachung im Vogtland
Folgende Institute und Erdbebendienste überwachen die Erdbebenaktivität im Vogtland:
diese drei Dienste sind Teil des Seismologieverbundes Mitteldeutschland
Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben
Deutliches dumpfes Grollen mit vibrieren und knacken.
Lautes Grollen, klang wie eine Detonation weit weg
Lauter Knall und deutliches Grollen hörbar / spürbar
grollen
Grollen und vibrieren
Slabé otřesy
Ein Geräusch wie bei einer Explosion, danach ein leichtes zittern, die Fenster haben geknirscht
Hast du dieses Erdbeben gespürt?
Melde deine Beobachtung – sie hilft, Intensität und Auswirkungen besser einzuordnen.