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Betroffene Menschen
Zusammenfassung
Am 09.07.2026 18:00 ereignete wurde nahe Pilsen, Tschechien fälschlicherweise ein Erdbeben der Magnitude 5.5 in 10 km Tiefe gemeldet. Für ein solches Beben beträgt die berechnete Maximalintensität 7.7. Das Beben wäre für bis zu 30,8 Mio Menschen spürbar. Die Angaben basieren auf einem Modell von Erdbebennews und können lokal – etwa durch Baugrund und Gebäudeeigenschaften – abweichen.
Nachrichten und Hintergründe zu diesem Erdbeben
Das GFZ Potsdam hat mit einer automatischen Falschdetektion für Aufruhe gesorgt. Über diverse Erdbebenapps sowie dem europäischen Dienst EMSC wurde ein vermeintliches Beben der Magnitude 5.5 südwestlich von Prag verbreitet. Doch diese Meldung ist gegenstandslos, ein Erdbeben hat es nicht gegeben. Zwar gab es tatsächlich zu dieser Zeit ein seismisches Signal, ausgehend von einer Steinbruch-Sprengung bei Prag. Wie die Magnitude aber so massiv überschätzt wurde, ist auf dem ersten Blick nicht nachvollziehbar. Es handelt sich um einen Fehler des automatischen Erdbeben-Ortungssystems von Geofon. Zum jetzigen Zeitpunkt (18:40 Uhr) ist die Meldung weiter auf diversen Plattformen abrufbar. Eine manuelle Korrektur fand noch nicht statt, wird aber wahrscheinlich in Kürze erfolgen.
Wie kommt es bei Erdbeben eigentlich zu Falschmeldungen?
Immer wieder passieren auch bei seriösen Erdbebendiensten Fehler, bei denen fälschlicherweise ein Erdbeben gemeldet wird, obwohl es an diesem Ort gar keins gab. Das ist unangenehm, aber in manchen Fällen kaum vollständig vermeidbar. Grundsätzlich gilt: Je stärker das falsch gemeldete Beben, desto problematischer wird es. So wie in diesem Fall.
Eine in Deutschland recht häufige Ursache ist die Verwechslung von Steinbruch-Sprengungen mit Erdbeben. Meist passiert das in automatischen Auswertesystemen, die in Echtzeit seismische Signale weltweit verarbeiten, um so möglichst schnell Erdbeben zu detektieren. Solche Meldungen können dann über Datenverknüpfungen bei anderen Erdbebendiensten oder in Erdbebenapps auftauchen, bevor sie jemand manuell geprüft hat. Wie in den jeweiligen Erdbebenapps mit den Daten verfahren wird, liegt dann nicht mehr in den Händen des eigentlichen Urhebers. Oft bleiben sie für die Ewigkeit im System, obwohl der Fehler beim entsprechenen Erdbebendienst schon lange korrigiert ist.
Steinbruch-Sprengungen, wie auch diese bei Prag, sind in der Regel sehr schwach (unter Magnitude 2) und lösen damit normalerweise keine weitreichenden Veröffentlichungen in Erdbebenapps aus. In diesem Fall muss ein weiteres, bisher unbekanntes technisches Problem hinzukommen, das die Steinbruch-Sprengung deutlich stärker eingeschätzt hat, als sie eigentlich war.
Update 19:30 Uhr: Das GFZ hat die Falschmeldung korrigiert und das Event auf Magnitude 1.5 heruntergestuft. Damit ist die Meldung des M5.5 auch aus dem EMSC-System raus, aber weiterhin in privaten Dritt-Apps zu finden. Solche Apps sind in der Regel nicht professionell und führen keine Qualitätsprüfung durch. Dass es sich um eine Steinbruch-Sprengung handelte, wird allerdings durch GFZ und EMSC noch nicht deutlich gemacht. Das Event ist weiter als Erdbeben gelistet.
Betroffene Städte & Orte (bei einem echten Beben dieser Stärke)
| Stadt | Land | Intensität (EMS-98) | Bewohner | Entfernung Epizentrum (km) | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Zaječov | Tschechien | 7 | 1400 | 5.2 | mäßige Schäden möglich |
| Žebrák | Tschechien | 7 | 2100 | 17.2 | mäßige Schäden möglich |
| Mýto | Tschechien | 7 | 1400 | 8.9 | mäßige Schäden möglich |
| Obecnice | Tschechien | 7 | 1200 | 9.4 | mäßige Schäden möglich |
| Nezvěstice | Tschechien | 7 | 1400 | 23.8 | mäßige Schäden möglich |
| Pilsen | Tschechien | 5 | 164200 | 31.9 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Dresden | Deutschland | 4 | 486900 | 147.0 | deutlich spürbar |
| Prague | Tschechien | 4 | 1165600 | 58.8 | deutlich spürbar |
| Nürnberg | Deutschland | 3 | 515500 | 200.6 | leicht spürbar |
| Leipzig | Deutschland | 3 | 505000 | 206.4 | leicht spürbar |
Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben
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