Startseite » Schaden » Schweres Erdbeben (M7.1) nahe Kumamoto, Japan

Berechnete ShakeMap zum Erdbeben der Magnitude 7.1 nahe Kumamoto, Japan am 28.07.2026 9:27

Berechnete Intensität des Erdbebens basierend auf einem Erdbebennews-Modell. Reale Intensität kann durch lokale Effekte leicht abweichen. Hintergrundkarte: OpenStreetMap.
Magnitude: 7.1
Zeit: 28.07.2026 9:27 Uhr deutsche Zeit
Tiefe: 10 km
Ursprung: tektonisch
Region(en): Japan
Datenquelle(n): JMA

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ShakeMap als Bild

Betroffene Menschen

Maximalintensität 8.6. Potenziell spürbar für etwa 26,4 Mio Menschen.
kaum spürbar (2)
7.5 Mio
schwach (3)
3.5 Mio
deutlich (4)
2.3 Mio
mäßig (5), einzelne Schäden möglich
2.5 Mio
stark (6), leichte Schäden möglich
8.8 Mio
sehr stark (7), mäßige Schäden möglich
1.1 Mio
heftig (8), schwere Schäden möglich
738k
extrem (9+), schwere Zerstörung möglich
0
Hinweis: Werte beziehen sich auf den Kartenausschnitt und sind modellbasiert.

Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)

Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 300–2k sowie 1k–6k Verletzten.

Todesopfer
300–2k

Verletzte
1k–6k

Vertriebene
56k–340k

Schwer beschädigte Gebäude
4k–24k

Leicht beschädigte Gebäude
230k–1,4 Mio

Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.

Wie werden die Werte berechnet?

Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.

Warum sind nur Spannen angegeben?

Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.

Das Wichtigste zum Erdbeben

Nahe Kumamoto, Japan hat sich am 28.07.2026 9:27 Uhr ein tektonisches Erdbeben der Magnitude 7.1 ereignet. Das Hypozentrum lag nach Angaben von JMA in etwa 10 Kilometern Tiefe. Die berechnete Maximalintensität erreicht etwa 8.6 auf der EMS-98-Skala. Im modellierten Gebiet könnten die Erschütterungen für rund 26,4 Mio Menschen spürbar gewesen sein. Nahe des Epizentrums sind schwere Gebäudeschäden möglich – widerstandsfähigere Bauweisen verringern das Risiko. ShakeMap, Reichweite und mögliche Auswirkungen sind automatische Modellrechnungen. Lokaler Baugrund, Gebäudeeigenschaften und die tatsächliche Herdgeometrie können zu Abweichungen führen.

Nachrichten und Hintergründe

Auf der japanischen Insel Kyūshū hat sich am Dienstag ein schweres und sehr flaches Erdbeben ereignet. Nach Angaben der japanischen Wetterbehörde JMA erreichte das Beben eine Magnitude von Mj 7.1. Das USGS ermittelte Mw6.8. Der Erdbebenherd lag in gerundeten zehn Kilometern Tiefe in der Präfektur Kumamoto.

Im unmittelbaren Umfeld des Epizentrums wurden extrem starke Erschütterungen registriert. In den Städten Uki und Hikawa erreichte das Beben die höchste japanische Intensitätsstufe Shindo 7. Shindo 6+ wurde unter anderem in Yatsushiro, Uto, dem Süden der Stadt Kumamoto, Misato und Mashiki gemessen.

Shindo 7 ist die höchste Stude der Japanischen Intensitätsskala. Bei Shindo 7 können selbst erdbebensicher errichtete Gebäude schwer beschädigt werden. Nicht ausreichend verstärkte Häuser können einstürzen, Mauern und Fassadenteile herabfallen und Straßen durch Risse, Verschiebungen oder Erdrutsche unpassierbar werden. Aufgrund der außergewöhnlich starken und oberflächennahen Erschütterungen sind im Epizentralgebiet erhebliche Schäden zu erwarten. Schwache Erschütterungen des Bebens wurden bis nach Südkorea verspürt.

Bestätigte Angaben zu Verletzten, Todesopfern oder eingestürzten Gebäuden liegen bislang noch nicht vor. Japanische Behörden, Feuerwehren und Medien prüfen derzeit die Lage in den besonders stark erschütterten Städten südlich von Kumamoto. Da sich das Erdbeben erst vor kurzer Zeit ereignet hat, dürfte das tatsächliche Ausmaß der Auswirkungen erst im Verlauf der kommenden Stunden erkennbar werden.

Tsunami-Hinweis für das Yatsushiro-Meer

Für die Küsten des Ariake- und Yatsushiro-Meeres wurde nach dem Erdbeben eine Tsunami-Warnung in Form eines Tsunami-Hinweises ausgegeben. Menschen wurden aufgefordert, das Wasser und die unmittelbaren Küstenbereiche zu verlassen. Auch kleine Tsunamiwellen können in Häfen und engen Buchten starke Strömungen auslösen.

Starke Nachbeben unmittelbar nach dem Hauptstoß

Bereits wenige Minuten nach dem Hauptbeben setzte eine intensive Nachbebenserie ein. Nur etwa zwei Minuten später folgte ein weiteres sehr flaches Erdbeben der Magnitude Mj 4.5, das in Uki erneut Shindo 5− erreichte. Anschließend wurden innerhalb kurzer Zeit weitere spürbare Nachbeben bis mindestens Shindo 4 registriert.

Nach einem Erdbeben dieser Stärke muss in den kommenden Tagen und Wochen mit zahlreichen weiteren, teils starken Nachbeben gerechnet werden. Bereits beschädigte Gebäude und instabile Hänge können dabei nachträglich einstürzen beziehungsweise abrutschen.

Erdbeben am südlichen Teil der Hinagu-Störung

Nach der vorläufigen Lage des Epizentrums ereignete sich das Beben am südlichen Abschnitt der Hinagu-Störungszone. Die Hinagu-Störung bildet gemeinsam mit der weiter nördlich gelegenen Futagawa-Störung eines der bedeutendsten aktiven Störungssysteme auf Kyūshū.

Das heutige Erdbeben steht damit räumlich in engem Zusammenhang mit der verheerenden Kumamoto-Erdbebensequenz von 2016. Damals begann die Sequenz mit einem Beben der Magnitude 6.5 am nördlichen Teil der Hinagu-Störung. Rund 28 Stunden später folgte das Hauptbeben mit Mj 7.3, das hauptsächlich die Futagawa-Störung aufriss.

Der heute betroffene Bereich liegt jedoch offenbar weiter südlich als die 2016 hauptsächlich gebrochenen Störungsabschnitte. Große Teile des südlichen Hinagu-Systems blieben bei der damaligen Sequenz ungebrochen. Ob das aktuelle Erdbeben einen dieser Abschnitte vollständig oder nur teilweise aufgerissen hat, müssen die Auswertung des Herdmechanismus, die räumliche Verteilung der Nachbeben sowie mögliche Oberflächenverschiebungen zeigen.

Weitere Informationen zu Schäden, möglichen Opfern und zur genauen Bruchausdehnung folgen, sobald gesicherte Meldungen vorliegen.

Update 29. Juli, 08:22 Uhr: Opferzahl steigt auf mindestens 13 – Rettungsarbeiten dauern an

Die Lage nach dem schweren Erdbeben in der Präfektur Kumamoto hat sich deutlich verschärft. Nach aktuellen Angaben der japanischen Behörden sind inzwischen mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere weitere Personen gelten weiterhin als vermisst, während die Suche in eingestürzten Gebäuden fortgesetzt wird.

Die Zahl der Verletzten ist inzwischen auf mehr als 100 gestiegen. Die meisten Verletzten stammen aus der Präfektur Kumamoto. Je eine Person wurde in den Präfekturen Kagoshima und Aita verletzt. Darüber hinaus wurden in den besonders schwer betroffenen Gebieten zahlreiche Gebäude zerstört oder schwer beschädigt. Neben mehreren eingestürzten Wohnhäusern entstanden erhebliche Schäden an öffentlichen Gebäuden, Krankenhäusern, Schulen und Industrieanlagen. Auch das historische Kumamoto-Schloss wurde erneut beschädigt: An zahlreichen Stellen stürzten Teile der Steinmauern ein, zudem wurden Schäden an mehreren historischen Bauwerken festgestellt.

Besonders betroffen bleiben das teilweise eingestürzte AEON Mall Kumamoto in Kashima sowie das Werk von Nippon Paper in Yatsushiro. Im Einkaufszentrum kamen mindestens drei Menschen ums Leben, mehrere Beschäftigte werden weiterhin vermisst. Auch am Papierwerk laufen die Bergungsarbeiten nach dem Einsturz eines Schornsteins weiter.

Die Auswirkungen auf die Infrastruktur sind erheblich. Rund 36.000 Haushalte sind weiterhin ohne Strom, etwa 9.500 ohne Gas. Mehr als 9.000 Menschen halten sich derzeit in Notunterkünften auf. Mehrere Krankenhäuser arbeiten nur eingeschränkt oder mussten die Aufnahme weiterer Patienten zeitweise aussetzen. Außerdem bleiben zahlreiche Straßen gesperrt, der Kyushu-Shinkansen ist weiterhin außer Betrieb und auch der Flughafen Kumamoto war zeitweise betroffen.

Die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte und Einsatzkräfte aus mehreren Präfekturen setzen die Suche nach Verschütteten fort. Aufgrund der anhaltenden Nachbeben warnen die Behörden weiterhin vor Gebäudeeinstürzen und Erdrutschen.

Update 18 Uhr: 18 Menschen nach Einstürzen vermisst – zahlreiche Verletzte in Krankenhäusern

Nach dem schweren Erdbeben in der japanischen Präfektur Kumamoto dauern die Rettungseinsätze an zwei größeren Einsturzstellen während der Nacht an. Nach dem jüngsten Stand gelten im Aeon Mall Kumamoto in Kashima sowie im Werk von Nippon Paper Industries in Yatsushiro jeweils neun Menschen als vermisst.

Explosion und Teileinsturz im Aeon Mall Kumamoto

Im Aeon Mall Kumamoto ereignete sich gegen 18 Uhr Ortszeit, rund eineinhalb Stunden nach dem Hauptbeben, eine Explosion. Dabei stürzten Teile des zweiten Stockwerks ein. Kunden waren zuvor weitgehend aus dem Einkaufszentrum gebracht worden. Mehrere Beschäftigte hielten sich jedoch offenbar noch für Aufräum- und Kontrollarbeiten im Gebäude auf.

Die zunächst genannten Zahlen von 20 bis 30 vermissten Menschen wurden inzwischen auf neun Personen konkretisiert. Feuerwehr, Polizei, Selbstverteidigungsstreitkräfte und überregionale Rettungseinheiten suchen weiterhin in den eingestürzten Gebäudeteilen.

Vorläufig: Nach Angaben aus Regierungskreisen könnte ausgetretenes Flüssiggas die Explosion verursacht haben. Bereits vor der Explosion war im Gebäude Gasgeruch gemeldet worden. Eine abschließende Bestätigung der Ursache durch die Ermittlungsbehörden liegt noch nicht vor.

Neun Vermisste in Papierfabrik in Yatsushiro

Auch im Werk von Nippon Paper Industries in Yatsushiro läuft ein größerer Rettungseinsatz. Dort stürzte ein hoher Fabrikschornstein ein und beschädigte weitere Teile der Anlage. Mehrere Beschäftigte wurden von Trümmern getroffen oder eingeschlossen. Nach dem jüngsten Stand kann zu neun Menschen weiterhin kein Kontakt hergestellt werden.

Krankenhäuser nehmen zahlreiche Verletzte auf

Das Uto General Hospital hatte bis 22 Uhr insgesamt 86 Erdbebenverletzte aufgenommen. Drei von ihnen wurden als schwer verletzt eingestuft. Wegen der großen Zahl an Patienten musste das Krankenhaus die Annahme weiterer Notfälle zeitweise stoppen.

Bereits zuvor hatte das Yatsushiro Northern Regional Medical Center in Hikawa mehr als 60 Verletzte aufgenommen. Da Patienten zwischen Krankenhäusern verlegt worden sein können und keine zentrale Gesamtbilanz vorliegt, lassen sich die einzelnen Krankenhausangaben nicht einfach zu einer landesweiten Verletztenzahl addieren.

Mehrere Brände und Rettungseinsätze

Die japanische Feuerwehrbehörde meldete bis kurz vor Mitternacht insgesamt acht Brände in der Präfektur Kumamoto. Zwei Brände ereigneten sich in Uki, vier in der Stadt Kumamoto und zwei in Yatsushiro. Bis auf einen bereits unter Kontrolle gebrachten Brand in Yatsushiro waren die Feuer zu diesem Zeitpunkt gelöscht.

Daneben liefen mindestens 20 Rettungseinsätze in mehreren Städten und Gemeinden. Besonders betroffen waren Kumamoto, Hikawa, Uki, Yatsushiro und Uto. Das Notrufsystem der Feuerwehr im Raum Yatsushiro wurde durch das Erdbeben beschädigt, weshalb Anrufe zeitweise direkt von den einzelnen Feuerwachen angenommen werden mussten.

Noch keine offiziell bestätigten Todesopfer

Bis zum jüngsten offiziellen Lagebericht um 23:50 Uhr japanischer Zeit waren noch keine Todesopfer bestätigt. Frühere Medienmeldungen, wonach am Einkaufszentrum möglicherweise mit zahlreichen Todesopfern gerechnet werde, beruhten auf vorläufigen Einschätzungen aus Polizeikreisen. Die laufenden Such- und Rettungsarbeiten an beiden Einsturzstellen können die Opferbilanz jedoch jederzeit verändern.

Der Tsunami-Hinweis für das Ariake- und Yatsushiro-Meer wurde bereits um 18:10 Uhr aufgehoben. Größere Tsunami-Auswirkungen wurden nicht gemeldet. Die Erdbebenserie hält unterdessen an; bis zum späten Abend wurden weitere Nachbeben mit Intensitäten bis Shindo 5− registriert.

Stand: 29. Juli 2026, etwa 00:50 Uhr japanischer Zeit / 28. Juli, 17:50 Uhr MESZ

Update 12:30 Uhr: Mehr als 50 Verletzte – mögliche Explosion in Einkaufszentrum

Nach dem schweren Erdbeben in Kumamoto nimmt das Ausmaß der Schäden weiter zu. Allein am Yatsushiro Northern Regional Medical Center in Hikawa wurden inzwischen mehr als 50 verletzte Menschen behandelt. Nach Angaben des Krankenhauses handelt es sich überwiegend um ältere Menschen, unter den Verletzten befinden sich jedoch auch Kinder. Die meisten Betroffenen erlitten äußere Verletzungen. Angaben zu möglichen Schwerverletzten liegen bislang nicht vor.

Ein größerer Einsatz läuft außerdem am Aeon Mall Kumamoto in der Gemeinde Kashima. Gegen 18 Uhr Ortszeit gingen bei der Feuerwehr mehrere Notrufe ein, wonach weißer Rauch aufgestiegen und ein Explosionsgeräusch zu hören gewesen sei. Nach ersten Angaben wird vermutet, dass es im zweiten Stock des Einkaufszentrums zu einer Explosion kam.

Im betroffenen Stockwerk, das zum Teil einstürzte, sollen sich zum Zeitpunkt der Explosion mehrere Besucher aufgehalten haben. Polizei und Feuerwehr durchsuchen und kontrollieren das Gebäude, um mögliche eingeschlossene Personen zu finden.

Auch aus anderen Teilen der Präfektur werden zahlreiche schwere Schäden gemeldet. Nach Angaben der Polizei waren bis zum frühen Abend mindestens zwölf Hauseinstürze bekannt. In vier Fällen wurden Menschen als eingeschlossen gemeldet, insgesamt liefen mindestens 13 Rettungseinsätze. In Uki und Yatsushiro brachen mehrere Gebäudebrände aus.

Am Kumamoto Castle sind an mehreren Stellen erneut Teile der historischen Steinmauern eingestürzt. Bereits nach dem Erdbeben 2016 wurde die berühmte Sehenswürdigkeit beschädigt. Besucher wurden nach bisherigen Angaben nicht verletzt.

Die Schadensaufnahme dauert an. Wegen der zahlreichen starken Nachbeben können bereits beschädigte Gebäude und Infrastruktur weitere Schäden erleiden.

Stand: 28. Juli 2026, etwa 19:10 Uhr japanischer Zeit

Update 11:17 Uhr: Rund 50 Verletzte in Hikawa behandelt

Nach dem schweren Erdbeben steigt die Zahl der gemeldeten Verletzten deutlich. Das Yatsushiro Northern Regional Medical Center in der Gemeinde Hikawa teilte nach Angaben japanischer Medien mit, dass dort bislang rund 50 verletzte Menschen aufgenommen beziehungsweise behandelt werden.

Angaben zur Schwere der Verletzungen liegen zunächst nicht vor. Ebenfalls noch unklar ist, aus welchen Orten und Einrichtungen die Betroffenen in das Krankenhaus gebracht wurden.

Zuvor waren bereits mehrere Verletzte aus einem Pflegeheim in Hikawa gemeldet worden. Ob diese Personen in der nun genannten Zahl enthalten sind, wurde bislang nicht näher erläutert.

Infolge des Bebens kam es zudem zu erheblichen Auswirkungen auf die Straßeninfrastruktur. Mehrere Brücken in der Region sind ganz ober teilweise eingestürzt. Einige Straßen wurden aufgrund von Schäden an der Fahrbahn gesperrt. Teils wurden Straßen durch das Beben um einige Meter verschoben - möglicherweise eine direkte Folge des Oberflächenbruch des Bebens. Dies muss jeodch weiter untersucht werden.

Die Tsunami-Advisory wurde unterdessen aufgehoben. An keiner Messstation konnte eine auffällige Änderungen des Wasserspiegels gemessen werden. Ein Tsunami infolge des Bebens oder indirekt über Erdrutsche wird somit ausgeschlossen.

Da die Erfassung der Auswirkungen in den stark erschütterten Gebieten weiterhin läuft, ist mit weiteren Meldungen zu Verletzten und Schäden zu rechnen.

Update 10:38 Uhr: Mehrere Verletzte in Pflegeheim – großflächiger Stromausfall

Nun gibt es erste bestätigte Meldungen über Verletzte. Nach Angaben von NHK wurden aus einem Pflegeheim in der Gemeinde Hikawa mehrere Verletzte gemeldet. Einzelheiten zur Zahl der Betroffenen und zur Schwere ihrer Verletzungen liegen bislang noch nicht vor.

Hikawa gehörte zu den Orten, in denen beim Hauptbeben die höchste japanische Intensitätsstufe Shindo 7 registriert wurde. Polizei und Rettungskräfte erhalten aus dem Süden der Präfektur zahlreiche Notrufe. Das genaue Schadensausmaß wird weiterhin ermittelt.

Zudem sind nach Angaben des Energieversorgers Kyushu Electric Power in der Präfektur Kumamoto rund 47.580 Haushalte ohne Strom. Auch Teile des Mobilfunknetzes sind beeinträchtigt: NTT Docomo meldet in einzelnen Gebieten Ausfälle oder erschwerte Verbindungen.

Im Bahnverkehr bestehen massive Einschränkungen. JR Kyushu stellte nach dem Erdbeben den Verkehr auf seinen Shinkansen- und Regionalbahnstrecken zunächst vollständig ein. Ein Zeitpunkt für die Wiederaufnahme des Verkehrs wurde zunächst nicht genannt.

Update 10:15 Uhr: Starkes Nachbeben um 10:08 Uhr

Ein erstes größeres Nachbeben hat sich ereignet und in der Region zu neuen, starken Erschütterungen geführt. Auch das Frühwarnsystem wurde erneut ausgelöst. Nach ersten Auswertungen der JMA erreichte dieses Erdbeben eine Lokalmagnitude (Mj) von 6.1. Das Epizentrum lag einige Kilometer südlich des Hauptbebens im Meer. Dabei kam es in nahegelegenen Orten zu einer maximalen Shindo-Intensität von 5+, dem vierthöchsten Wert. Dabei sind neue Schäden und Erdrutsche möglich.

Wie häufig sind solche Erdbeben?

Wie häufig sind Erdbeben nahe Kumamoto, Japan? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten 500 stärkere Erdbeben, deren Epizentren innerhalb des oben dargestellten rechteckigen Kartenausschnitts liegen.Die historischen Daten stammen aus internationalen Erdbebenkatalogen (USGS, ISC). Die Auswertung ist nur eine grobe regionale Einordnung.

Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 7.1 in dieser Region statistisch im Schnitt etwa alle 12 Jahre vor.

Unter der vereinfachenden Annahme zeitlich unabhängiger Ereignisse entspricht das einer Wahrscheinlichkeit von etwa 8.3% innerhalb eines Jahres und 57.8% innerhalb von zehn Jahren.

Diese Werte sind statistische Mittelwerte und keine Vorhersage. Die Aussagekraft hängt außerdem von Vollständigkeit, Magnitudenhomogenität und Länge des verwendeten Katalogs ab.

Betroffene Städte & Orte

Stadt Land Intensität (EMS-98) Bewohner Entfernung Epizentrum (km) Beschreibung
Uto Japan 9 39200 9.8 Zerstörungen möglich
Mifune Japan 8 16900 17.3 schwere Schäden möglich
Ōzu Japan 8 33800 35.0 schwere Schäden möglich
Honmachi Japan 8 104300 14.2 schwere Schäden möglich
Matsubase Japan 8 26200 6.4 schwere Schäden möglich
Kumamoto Japan 8 680400 22.8 schwere Schäden möglich
Nagasaki Japan 7 410200 78.4 mäßige Schäden möglich
Kagoshima Japan 7 555400 115.5 mäßige Schäden möglich
Kurume Japan 7 238200 81.3 mäßige Schäden möglich
Ōita Japan 7 448900 109.6 mäßige Schäden möglich
Farben zeigen die berechnete Intensität der Erschütterung (EMS-98).

Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben

Zu diesem Erdbeben liegen noch keine Wahrnehmungsmeldungen vor.

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Von Jens Skapski

Betreiber von Erdbebennews seit 2013 als privates Informations- und Aufklärungsprojekt. Seit 2024 beruflich Erdbebenauswerter beim Thüringer Seismologischen Netz an der Universität Jena. Die Tätigkeit für Erdbebennews erfolgt privat und unabhängig von der beruflichen Tätigkeit.