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Betroffene Menschen
Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)
Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 9–60 sowie 40–200 Verletzten.
Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.
Wie werden die Werte berechnet?
Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.
Warum sind nur Spannen angegeben?
Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.
Das Wichtigste zum Erdbeben
Nahe Chiapas, Mexiko hat sich am 17.07.2026 16:48 Uhr ein tektonisches Erdbeben der Magnitude 7.3 ereignet. Das Hypozentrum lag nach Angaben von USGS in etwa 16 Kilometern Tiefe. Die berechnete Maximalintensität erreicht etwa 7.7 auf der EMS-98-Skala. Im modellierten Gebiet könnten die Erschütterungen für rund 23,3 Mio Menschen spürbar gewesen sein. Lokal sind mäßige Gebäudeschäden möglich – widerstandsfähigere Bauweisen verringern das Risiko. ShakeMap, Reichweite und mögliche Auswirkungen sind automatische Modellrechnungen. Lokaler Baugrund, Gebäudeeigenschaften und die tatsächliche Herdgeometrie können zu Abweichungen führen.
Nachrichten und Hintergründe
Vor der Pazifikküste im Süden Mexikos hat sich um 16:48 Uhr MESZ ein schweres Erdbeben ereignet. Der US-Erdbebendienst USGS gibt die Magnitude zunächst mit 7.3 an und lokalisierte die Tiefe bei 16 km. Das Pacific Tsunami Warning Center ermittelte in einer initialen Auswertung M7.4. Das Epizentrum lag unmittelbar vor der Küste des Bundesstaates Chiapas, südwestlich der Hafenstadt Puerto Madero.
Das Erdbeben ereignete sich in der Subduktionszone, an der die Cocosplatte unter Mexiko abtaucht. Aufgrund der großen Magnitude, der geringen Tiefe und der küstennahen Lage besteht Tsunami-Gefahr. Das Pacific Tsunami Warning Center hat eine entsprechende Gefahrenmeldung für den Pazifik herausgegeben. Ob und in welcher Höhe Wellen entstanden sind, ist derzeit noch nicht bestätigt.
Besonders betroffen sein könnten die Pazifikküsten von Chiapas und Guatemala. Menschen in den dortigen Küstengebieten sollten Warnungen und Evakuierungsanweisungen der Behörden unbedingt beachten und sich von Stränden, Häfen und Flussmündungen fernhalten.
Das Beben wurde in weiten Teilen Südmexikos sowie in Guatemala und weiteren Ländern Mittelamerikas deutlich verspürt. Berichte über mögliche Schäden liegen unmittelbar nach dem Ereignis noch nicht vor. Vor allem entlang der Küstenabschnitte von Chiapas und Guatemala sind einige Schäden zu erwarten. Aufgrund der sehr hohen seismischen Aktivität in der Region sind Gebäude meist auf starke Erschütterungen ausgelegt.
Update 17:35 Uhr: Seismische Gefährdung vor Chiapas
Das heutige Erdbeben der Magnitude 7.3 ereignete sich in rund 16 Kilometern Tiefe vor der Küste des mexikanischen Bundesstaates Chiapas. Sein Epizentrum liegt offenbar nur etwa 20 Kilometer nordwestlich eines ähnlich starken Erdbebens vom 29. April 1970. Dieses historische Beben wird je nach Erdbebenkatalog mit Magnituden zwischen 6.7 und 7.2 geführt und gilt ungefähr als südliche Begrenzung der sogenannten seismischen Lücke von Tehuantepec.
Als seismische Lücke wird ein Abschnitt einer aktiven Plattengrenze bezeichnet, an dem über einen langen Zeitraum kein größeres Erdbeben direkt auf der Plattengrenze registriert wurde – obwohl sich die angrenzenden Platten weiterhin gegeneinander bewegen. Vor der Küste von Chiapas und Oaxaca schiebt sich die Cocosplatte mit mehreren Zentimetern pro Jahr unter Mexiko. Teile der Kontaktfläche scheinen dabei fest miteinander verhakt zu sein.
Das letzte wirklich große Megathrust-Beben der weiteren Region ereignete sich vermutlich am 28. März 1787. Das sogenannte San-Sixto-Erdbeben erreichte nach heutigen Rekonstruktionen etwa Magnitude 8.6. Vermutlich brach damals ein rund 450 Kilometer langer Abschnitt der Plattengrenze vor Oaxaca. Das Beben erzeugte einen verheerenden Tsunami, der über Hunderte Kilometer der mexikanischen Küste beobachtet wurde. Wie weit die damalige Bruchzone bis in die heutige Tehuantepec-Lücke hineinreichte, ist aufgrund der ausschließlich historischen Überlieferungen allerdings nicht genau geklärt.
Mehrere starke Erdbeben des 20. und 21. Jahrhunderts erschütterten die Region, ohne die eigentliche Kontaktfläche vollständig zu brechen. Dazu gehört insbesondere das Erdbeben der Magnitude 8.2 vom September 2017. Trotz seiner enormen Stärke war es kein klassisches Megathrust-Beben: Es entstand durch Dehnung und Bruch innerhalb der bereits abgetauchten Cocosplatte in rund 47 Kilometern Tiefe. Damit löste es die über Jahrzehnte diskutierte seismische Lücke nicht einfach auf.
Auch die Erdbeben von 1902, die früher zur Begrenzung der Lücke herangezogen wurden, werden inzwischen teilweise neu bewertet. Untersuchungen deuten darauf hin, dass zumindest einige davon ebenfalls tief innerhalb der abtauchenden Platte lagen und keine großen Megathrust-Ereignisse waren. Das heutige Erdbeben lag sehr wahrscheinlich im Bereich der Plattengrenze und damit am Südrand der seismischen Lücke, wo sich mit diesem Beben ein sehr kleiner Teil der aufgebauten Spannung gelöst hat.
Wie häufig sind solche Erdbeben?
Wie häufig sind Erdbeben nahe Chiapas, Mexiko? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten 500 stärkere Erdbeben, deren Epizentren innerhalb des oben dargestellten rechteckigen Kartenausschnitts liegen.Die historischen Daten stammen aus internationalen Erdbebenkatalogen (USGS, ISC). Die Auswertung ist nur eine grobe regionale Einordnung.
Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 7.3 in dieser Region statistisch alle 6.2 Jahre vor.
Unter der vereinfachenden Annahme zeitlich unabhängiger Ereignisse entspricht das einer Wahrscheinlichkeit von etwa 14.8% innerhalb eines Jahres und 79.9% innerhalb von zehn Jahren.
Diese Werte sind statistische Mittelwerte und keine Vorhersage. Die Aussagekraft hängt außerdem von Vollständigkeit, Magnitudenhomogenität und Länge des verwendeten Katalogs ab.
Betroffene Städte & Orte
| Stadt | Land | Intensität (EMS-98) | Bewohner | Entfernung Epizentrum (km) | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Puerto Madero | Mexiko | 8 | 9600 | 46.5 | schwere Schäden möglich |
| El Encanto | Mexiko | 8 | 1700 | 47.8 | schwere Schäden möglich |
| Marte R. Gómez | Mexiko | 7 | 1300 | 51.7 | mäßige Schäden möglich |
| Mazatán | Mexiko | 7 | 6800 | 47.8 | mäßige Schäden möglich |
| Nueva Sesecapa | Mexiko | 7 | 2100 | 80.2 | mäßige Schäden möglich |
| Tapachula | Mexiko | 7 | 202700 | 68.6 | mäßige Schäden möglich |
| Quetzaltenango | Guatemala | 6 | 132200 | 144.6 | leichte Schäden möglich |
| San Cristóbal de las Casas | Mexiko | 6 | 158000 | 228.4 | leichte Schäden möglich |
| San Francisco El Alto | Guatemala | 6 | 54500 | 154.4 | leichte Schäden möglich |
| Huehuetenango | Guatemala | 6 | 79400 | 164.4 | leichte Schäden möglich |
Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben
Leichte Schwingungen wiegend im 1.0G
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