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Betroffene Menschen
Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)
Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 3–20 sowie 10–90 Verletzten.
Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.
Wie werden die Werte berechnet?
Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.
Warum sind nur Spannen angegeben?
Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.
Das Wichtigste zum Erdbeben
Nahe Huancayo, Peru hat sich am 19.07.2026 04:24 Uhr ein tektonisches Erdbeben der Magnitude 5.4 ereignet. Das Hypozentrum lag nach Angaben von IGP in etwa 10 Kilometern Tiefe. Die berechnete Maximalintensität erreicht etwa 8.3 auf der EMS-98-Skala. Im modellierten Gebiet könnten die Erschütterungen für rund 13,6 Mio Menschen spürbar gewesen sein. Nahe des Epizentrums sind schwere Gebäudeschäden möglich. ShakeMap, Reichweite und mögliche Auswirkungen sind automatische Modellrechnungen. Lokaler Baugrund, Gebäudeeigenschaften und die tatsächliche Herdgeometrie können zu Abweichungen führen.
Nachrichten und Hintergründe
Im zentralperuanischen Andenhochland hat ein vergleichsweise moderates, aber oberflächennahes Erdbeben schwere Schäden verursacht. Besonders betroffen sind mehrere Dörfer südlich der Großstadt Huancayo. Zahlreiche überwiegend aus Lehmziegeln errichtete Häuser stürzten ein. Mindestens ein Todesopfer und zehn Verletzte wurden inzwischen offiziell bestätigt. Lokale Medien berichten unter Berufung auf Behörden und Bewohner von bis zu fünf Todesopfern. Diese höhere Zahl wurde vom peruanischen Katastrophenschutz bislang noch nicht bestätigt.
Das Erdbeben ereignete sich am Samstagabend (18. Juli) um 21:24 Uhr Ortszeit, entsprechend Sonntagmorgen um 04:24 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. Das peruanische Geophysikalische Institut IGP ermittelte eine Magnitude von 5.1, eine Tiefe von 24 Kilometern und ein Epizentrum sieben Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Chupaca. Der US-Erdbebendienst USGS kommt mit Magnitude 5.5 und zehn Kilometern Tiefe auf etwas abweichende Werte. Das Epizentrum lag im südlichen Teil des dicht besiedelten Mantaro-Tals, rund 20 Kilometer südwestlich von Huancayo.
Häuser in mehreren Dörfern eingestürzt
Die stärksten Auswirkungen werden aus dem Distrikt Chongos Bajo gemeldet. Besonders im kleinen Ort Pumpunya stürzten nach Berichten regionaler Medien zahlreiche Wohnhäuser vollständig oder teilweise ein. Auch aus Puchuro, Chupuro und weiteren umliegenden Ortschaften zeigen Bilder und Videos eingestürzte Lehmziegelwände, beschädigte Dächer und Menschen, die die Nacht im Freien verbringen mussten. Bei Temperaturen von nur wenigen Grad baten Bewohner um Zelte, Decken und medizinische Hilfe.
Nach dem vorläufigen Bericht des peruanischen Katastrophenschutzes INDECI wurden zehn Verletzte im Krankenhaus Daniel Alcides Carrión in Huancayo behandelt. Zwei Ambulanzteams, ein mobiler medizinischer Stützpunkt und mehrere Einsatzkräfte wurden in die betroffenen Gemeinden entsandt. Die Erfassung der Schäden und möglicher weiterer Opfer dauerte am Sonntagvormittag noch an.
Auch in Huancayo selbst liefen zahlreiche Menschen auf die Straßen. In den Krankenhäusern El Carmen und Daniel Alcides Carrión wurden Risse festgestellt, unter anderem im Bereich der pädiatrischen Intensivstation. Hinweise auf größere strukturelle Schäden an den Klinikgebäuden liegen bislang jedoch nicht vor.
Stromausfälle und beschädigtes Kulturerbe
Unmittelbar nach dem Erdbeben fiel in zahlreichen Orten des Mantaro-Tals der Strom aus. Betroffen waren neben Chongos Bajo unter anderem Teile von Chilca, Sapallanga, Huayucachi, Viques, Cullhuas, Acostambo und Pazos. Die nationalen Fernstraßen sowie die Mobilfunknetze blieben nach Angaben der zuständigen Ministerien dagegen weitgehend funktionsfähig.
In Chongos Bajo stürzte außerdem die historische Cani Cruz auf dem Hauptplatz ein. Die rund 500 Jahre alte steinerne Kreuzanlage gehört zur denkmalgeschützten Kirche und den Resten des früheren Klosters Santiago de León. Das peruanische Kulturministerium hat eine Untersuchung der Schäden eingeleitet. Lokale Berichte sprechen zudem von verendetem Vieh, das in Ställen oder an Mauern von herabfallenden Trümmern getroffen wurde.
Nachbeben der Magnitude 3.7
Nur 17 Minuten nach dem Hauptbeben registrierte das IGP ein Nachbeben der Magnitude 3.7 in 18 Kilometern Tiefe. Es wurde in Chupaca mit Intensität III wahrgenommen. Weitere Nachbeben sind in den kommenden Tagen möglich und könnten zusätzliche Einstürze an bereits beschädigten Lehmhäusern auslösen.
Das Beben ereignete sich weit im Landesinneren und nicht an der eigentlichen Subduktionszone vor der peruanischen Küste. Es handelt sich daher wahrscheinlich um ein flaches Krustenbeben innerhalb der südamerikanischen Platte. Das Mantaro-Tal wird von mehreren aktiven Störungssystemen durchzogen. Eine eindeutige Zuordnung des aktuellen Bebens zu einer bestimmten Störung liegt bislang allerdings nicht vor.
Wie häufig sind solche Erdbeben?
Wie häufig sind Erdbeben nahe Huancayo, Peru? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten 500 stärkere Erdbeben, deren Epizentren innerhalb des oben dargestellten rechteckigen Kartenausschnitts liegen.Die historischen Daten stammen aus internationalen Erdbebenkatalogen (USGS, ISC). Die Auswertung ist nur eine grobe regionale Einordnung.
Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 5.4 in dieser Region statistisch mehrmals pro Jahr vor.
Unter der vereinfachenden Annahme zeitlich unabhängiger Ereignisse entspricht das einer Wahrscheinlichkeit von etwa 78.4% innerhalb eines Jahres und 100.0% innerhalb von zehn Jahren.
Diese Werte sind statistische Mittelwerte und keine Vorhersage. Die Aussagekraft hängt außerdem von Vollständigkeit, Magnitudenhomogenität und Länge des verwendeten Katalogs ab.
Betroffene Städte & Orte
| Stadt | Land | Intensität (EMS-98) | Bewohner | Entfernung Epizentrum (km) | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Pilcomayo | Peru | 8 | 8200 | 14.3 | schwere Schäden möglich |
| Chupuro | Peru | 8 | keine Daten | 5.1 | schwere Schäden möglich |
| Chilca | Peru | 7 | 73400 | 13.5 | mäßige Schäden möglich |
| Huamancaca Chico | Peru | 7 | 4000 | 11.1 | mäßige Schäden möglich |
| Huayucachi | Peru | 7 | 5800 | 7.4 | mäßige Schäden möglich |
| Huancayo | Peru | 7 | 376700 | 14.8 | mäßige Schäden möglich |
| Huancavelica | Peru | 4 | 41600 | 76.0 | deutlich spürbar |
| Ayacucho | Peru | 3 | 140000 | 159.4 | leicht spürbar |
| San Vicente de Cañete | Peru | 3 | 25500 | 155.6 | leicht spürbar |
| Chincha Alta | Peru | 3 | 153100 | 164.9 | leicht spürbar |
Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben
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