Startseite » Neuseeland » Starkes Erdbeben (M5.7) nahe Taumarunui, Neuseeland

Berechnete ShakeMap zum Erdbeben der Magnitude 5.7 nahe Taumarunui, Neuseeland am 24.07.2026 18:51

Berechnete Intensität des Erdbebens basierend auf einem Erdbebennews-Modell. Reale Intensität kann durch lokale Effekte leicht abweichen. Hintergrundkarte: OpenStreetMap.
Magnitude: 5.7
Zeit: 24.07.2026 18:51 Uhr deutsche Zeit
Tiefe: 9 km
Ursprung: tektonisch
Region(en): Neuseeland
Datenquelle(n): GEONET

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ShakeMap als Bild

Betroffene Menschen

Maximalintensität 8.4. Potenziell spürbar für etwa 2,3 Mio Menschen.
kaum spürbar (2)
505k
schwach (3)
1.2 Mio
deutlich (4)
534k
mäßig (5), einzelne Schäden möglich
18k
stark (6), leichte Schäden möglich
2k
sehr stark (7), mäßige Schäden möglich
4k
heftig (8), schwere Schäden möglich
270
extrem (9+), schwere Zerstörung möglich
0
Hinweis: Werte beziehen sich auf den Kartenausschnitt und sind modellbasiert.

Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)

Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 0–3 sowie 0–8 Verletzten.

Todesopfer
0–3

Verletzte
0–8

Vertriebene
40–300

Schwer beschädigte Gebäude
10–70

Leicht beschädigte Gebäude
30–200

Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.

Wie werden die Werte berechnet?

Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.

Warum sind nur Spannen angegeben?

Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.

Das Wichtigste zum Erdbeben

Nahe Taumarunui, Neuseeland hat sich am 24.07.2026 18:51 Uhr ein tektonisches Erdbeben der Magnitude 5.7 ereignet. Das Hypozentrum lag nach Angaben von GeoNet in etwa 9 Kilometern Tiefe. Die berechnete Maximalintensität erreicht etwa 8.4 auf der EMS-98-Skala. Im modellierten Gebiet könnten die Erschütterungen für rund 2,3 Mio Menschen spürbar gewesen sein. Nahe des Epizentrums sind schwere Gebäudeschäden möglich. ShakeMap, Reichweite und mögliche Auswirkungen sind automatische Modellrechnungen. Lokaler Baugrund, Gebäudeeigenschaften und die tatsächliche Herdgeometrie können zu Abweichungen führen.

Nachrichten und Hintergründe

Starkes und ungewöhnlich flaches Erdbeben erschüttert Neuseelands Nordinsel

Ein starkes Erdbeben hat am frühen Samstagmorgen Ortszeit weite Teile der neuseeländischen Nordinsel erschüttert. Das Epizentrum lag nach Angaben des neuseeländischen Erdbebendienstes GeoNet etwa zehn Kilometer südwestlich der Kleinstadt Taumarunui im Zentrum der Insel. Das Beben ereignete sich am 25. Juli 2026 um 04:51 Uhr Ortszeit, entsprechend 18:51 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit am Freitagabend.

GeoNet bestimmte die Magnitude mit 5.7. Besonders relevant ist die geringe Herdtiefe von nur rund neun Kilometern. Der Erdbebendienst stufte die verursachten Erschütterungen nahe dem Epizentrum als „severe“, also schwer, ein. Innerhalb kurzer Zeit gingen mehr als 22.000 Wahrnehmungsmeldungen ein. Die Angaben sind zunächst noch vorläufig und können im Zuge weiterer Auswertungen leicht angepasst werden.

Kräftige Erschütterungen nahe Taumarunui

Aufgrund der geringen Tiefe dürfte das Erdbeben rund um Taumarunui, Manunui und die südlich angrenzenden ländlichen Gebiete sehr heftig wahrgenommen worden sein. Bei einem flachen Beben dieser Stärke sind nahe dem Epizentrum kleinere bis mäßige Gebäudeschäden möglich. Besonders gefährdet sind ältere oder nicht ausreichend erdbebensicher gebaute Gebäude, Schornsteine und bereits vorgeschädigte Bauteile.

In der hügeligen und teilweise steilen Landschaft der Region besteht zudem die Möglichkeit kleinerer Erdrutsche und Steinschläge. Ob solche Auswirkungen eingetreten sind, ist bislang nicht bestätigt. Erste Nachbeben wurden bereits registriert. Weitere Nachbeben sind in den kommenden Stunden und Tagen wahrscheinlich, wobei die meisten deutlich schwächer als das Hauptbeben ausfallen dürften.

Das Erdbeben wurde in großen Teilen der Nordinsel wahrgenommen. Wegen der oberflächennahen Lage waren die Erschütterungen nahe dem Epizentrum jedoch wesentlich stärker als bei vielen anderen Beben vergleichbarer Magnitude in Neuseeland, die innerhalb der tief abtauchenden Pazifischen Platte entstehen.

Für diese Region ein ungewöhnlich starkes Beben

Neuseeland liegt an der Grenze zwischen der Australischen und der Pazifischen Platte und gehört insgesamt zu den erdbebenreichsten Ländern der Erde. Das bedeutet allerdings nicht, dass starke Erdbeben überall gleich häufig auftreten. Die Umgebung von Taumarunui weist im Vergleich zur Ostküste, zum südlichen Teil der Nordinsel und zur nördlichen Südinsel eine eher geringe Hintergrundseismizität auf.

Eine Untersuchung von GNS Science zur Erdbebengefährdung im Ruapehu District beschreibt zwar mehrere lokale Ansammlungen von Erdbeben, darunter lang anhaltende Schwarmgebiete bei Raurimu sowie Aktivität rund um Taumarunui. Gleichzeitig sind innerhalb des Distrikts keine historischen Erdbeben oberhalb der Magnitude 6 bekannt. Ein flaches Beben der Magnitude 5.7 stellt für diese Gegend deshalb ein seltenes Ereignis dar.

Westlich der vulkanischen Riftzone

Das Epizentrum liegt westlich bis südwestlich der Taupō Volcanic Zone, einer lang gestreckten vulkanischen und tektonischen Riftzone, die sich vom zentralen Teil der Nordinsel bis zur Bay of Plenty erstreckt. Innerhalb dieser Zone wird die Erdkruste langsam auseinandergezogen. Dabei entstehen zahlreiche Abschiebungen, an denen sich oberflächennahe Erdbeben ereignen können.

Südlich von Taumarunui verläuft unter anderem die aktive Raurimu-Störungszone. Sie bildet einen Teil des westlichen Randes des Taupō-Rifts beziehungsweise des Ruapehu-Grabens und setzt sich nach Norden in weitere Störungssysteme fort. Das aktuelle Epizentrum liegt in der weiteren Umgebung dieses tektonischen Übergangsbereichs. Ein direkter Zusammenhang mit einer bekannten Störungszone kann für das Beben aber nicht hergestellt werden. Wahrscheinlich geht das Beben auf eine bisher unbekannte Bruchzone zurück, die nur sehr selten aktiv ist.

Ein Zusammenhang mit vulkanischer Aktivität besteht nicht.

Tiefe Erdbeben deutlich häufigeer

Unter der zentralen Nordinsel werden regelmäßig Erdbeben in mehr als 100 Kilometern Tiefe registriert. Diese entstehen innerhalb der Pazifischen Platte, die von Osten her unter die Nordinsel abtaucht. Solche Tiefbeben können über große Entfernungen wahrgenommen werden, verursachen an der Oberfläche nahe ihres rechnerischen Epizentrums aber meist deutlich schwächere Erschütterungen.

Das aktuelle Beben unterscheidet sich grundlegend davon: Mit einer Tiefe von nur neun Kilometern entstand es in der oberen Erdkruste. Die seismische Energie musste daher nur eine kurze Strecke bis zur Oberfläche zurücklegen. Durch diese Kombination aus für die Region ungewöhnlich hoher Magnitude und der geringen Tiefe besteht ein nicht unerhebliches Schadenspotential.

Update 25. Juli, 20:55 Uhr: Leichte Gebäudeschäden und Straßensperrungen nach Neuseeland-Beben bestätigt

Nach dem starken Erdbeben südlich von Taumarunui gibt es nun konkretere Schadensdaten. Zwar wurden keine Todesopfer oder Verletzten*gemeldet, inzwischen sind jedoch leichte Gebäudeschäden sowie umfangreichere Verkehrsbeeinträchtigungen offiziell bestätigt.

Zu den gemeldeten Schäden gehören unter anderem zerbrochene Fensterscheiben, beschädigte Schornsteine, geplatzte Wasserleitungen sowie Schäden in Wohn- und Geschäftsgebäuden. Die Zahl der betroffenen Gebäude wurde bislang nicht veröffentlicht.

Mehrere Hangrutsche und Steinschläge führten außerdem zur Sperrung beziehungsweise Räumung mehrerer Straßen. Besonders betroffen waren die State Highway 43 sowie Abschnitte der State Highway 3 (Awakino Gorge). Einsatzkräfte kontrollieren die Verkehrswege weiterhin auf weitere Felsstürze und Böschungsschäden.

GeoNet registrierte innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Hauptbeben bereits 73 Nachbeben. Die Erdbebenwarte rechnet damit, dass die Nachbebentätigkeit in den kommenden Tagen anhält und vereinzelt auch noch stärkere Nachbeben auftreten können.

Wie häufig sind solche Erdbeben?

Wie häufig sind Erdbeben nahe Taumarunui, Neuseeland? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten 500 stärkere Erdbeben, deren Epizentren innerhalb des oben dargestellten rechteckigen Kartenausschnitts liegen.Die historischen Daten stammen aus internationalen Erdbebenkatalogen (USGS, ISC). Die Auswertung ist nur eine grobe regionale Einordnung.

Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 5.7 in dieser Region statistisch etwa einmal pro Jahr vor.

Unter der vereinfachenden Annahme zeitlich unabhängiger Ereignisse entspricht das einer Wahrscheinlichkeit von etwa 45.4% innerhalb eines Jahres und 99.8% innerhalb von zehn Jahren.

Diese Werte sind statistische Mittelwerte und keine Vorhersage. Die Aussagekraft hängt außerdem von Vollständigkeit, Magnitudenhomogenität und Länge des verwendeten Katalogs ab.

Betroffene Städte & Orte

Stadt Land Intensität (EMS-98) Bewohner Entfernung Epizentrum (km) Beschreibung
Turangi Neuseeland 6 3800 51.1 leichte Schäden möglich
Waitara Neuseeland 5 7300 85.2 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
Kihikihi Neuseeland 5 3200 103.5 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
Acacia Bay Neuseeland 5 1700 76.0 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
Hawera Neuseeland 5 10200 107.0 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
New Plymouth Neuseeland 5 49200 99.2 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
Taupo Neuseeland 5 26000 81.0 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
Palmerston North Neuseeland 4 76000 158.6 deutlich spürbar
Hastings Neuseeland 4 90100 159.4 deutlich spürbar
Hamilton Neuseeland 4 178500 130.7 deutlich spürbar
Farben zeigen die berechnete Intensität der Erschütterung (EMS-98).

Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben

Zu diesem Erdbeben liegen noch keine Wahrnehmungsmeldungen vor.

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Aufenthaltsort & Aktivität
Wahrnehmung
Drinnen gespürt
Draußen gespürt
Auswirkungen auf Objekte
Gebäudeschäden
Subjektive Stärke


Von Jens Skapski

Betreiber von Erdbebennews seit 2013 als privates Informations- und Aufklärungsprojekt. Seit 2024 beruflich Erdbebenauswerter beim Thüringer Seismologischen Netz an der Universität Jena. Die Tätigkeit für Erdbebennews erfolgt privat und unabhängig von der beruflichen Tätigkeit.