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Betroffene Menschen
Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)
Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 0–2 sowie 0–2 Verletzten.
Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.
Wie werden die Werte berechnet?
Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.
Warum sind nur Spannen angegeben?
Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.
Das Wichtigste zum Erdbeben
Nahe Suez, Ägypten hat sich am 03.08.2026 02:00 Uhr ein tektonisches Erdbeben der Magnitude 5.0 ereignet. Das Hypozentrum lag nach Angaben von USGS in etwa 14 Kilometern Tiefe. Die berechnete Maximalintensität erreicht etwa 7.3 auf der EMS-98-Skala. Im modellierten Gebiet könnten die Erschütterungen für rund 62,1 Mio Menschen spürbar gewesen sein. Lokal sind mäßige Gebäudeschäden möglich. ShakeMap, Reichweite und mögliche Auswirkungen sind automatische Modellrechnungen. Lokaler Baugrund, Gebäudeeigenschaften und die tatsächliche Herdgeometrie können zu Abweichungen führen.
Nachrichten und Hintergründe
Ein vergleichsweise starkes Erdbeben hat in der Nacht zu Montag weite Teile des nördlichen Ägyptens erschüttert. Das Epizentrum lag nördlich der Hafenstadt Suez. Die Erschütterungen weckten zahlreiche Menschen unter anderem in Kairo und Gizeh. Berichte über Verletzte liegen bislang nicht vor.
Das Erdbeben ereignete sich am Montag, 3. August 2026, gegen 3:00 Uhr Ortszeit, entsprechend 2:00 Uhr MESZ. Nach den revidierten Angaben des ägyptischen Nationalen Forschungsinstituts für Astronomie und Geophysik erreichte es eine Magnitude von etwa 5.5. Das Epizentrum lag rund 30 bis 40 Kilometer nördlich von Suez in einer Tiefe von ungefähr acht bis zehn Kilometern.
Andere Erdbebendienste ermittelten leicht abweichende Werte. Das Europäische Erdbebenzentrum EMSC gibt eine Raumwellenmagnitude von 5.2 an, während das USGS eine Momentmagnitude von 5.5 ermittelte. Solche Unterschiede entstehen unter anderem durch verschiedene Messnetze, Magnitudenskalen und Auswertungsverfahren.
In zahlreichen Städten deutlich zu spüren
Aufgrund der geringen Herdtiefe und der Nähe zu dicht besiedelten Gebieten war das Beben großräumig und teilweise deutlich zu spüren. Wahrnehmungsmeldungen kamen unter anderem aus Suez, dem Großraum Kairo und Gizeh sowie aus weiteren Gouvernements im Norden Ägyptens. Viele Menschen wurden aus dem Schlaf gerissen und verließen vorübergehend ihre Wohnungen.
Das ägyptische Rote Kreuz aktivierte in den betroffenen Städten vorsorglich seine Notfallpläne. Auch staatliche Behörden und Rettungsdienste wurden in erhöhte Bereitschaft versetzt. Zunächst gingen jedoch keine Meldungen über Verletzte oder größere Schäden ein.
Teilweiser Hauseinsturz in Kairo
Im Kairoer Stadtteil Rod El Farag stürzten nach Behördenangaben Teile eines viergeschossigen Wohnhauses ein. Der beschädigte Gebäudeteil befand sich auf der zur Bahnstrecke gelegenen Seite des Hauses. Die drei dort lebenden Familien wurden vorsorglich evakuiert und vorübergehend bei Angehörigen untergebracht. Menschen wurden nicht verletzt.
Lokale Behörden brachten den Einsturz zeitlich mit dem Erdbeben in Verbindung. Eine technische Kommission soll den Zustand des Gebäudes und der angrenzenden Häuser überprüfen. Ob die Erschütterungen allein für den Einsturz verantwortlich waren oder bereits erhebliche bauliche Vorschäden bestanden, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Mehrere schwache Nachbeben
Das ägyptische Erdbebeninstitut registrierte in den ersten Stunden nach dem Hauptbeben mindestens fünf schwache Nachbeben. Das stärkste erreichte demnach ungefähr Magnitude 3.0. Diese Erschütterungen wurden von der Bevölkerung überwiegend nicht wahrgenommen.
Weitere, meist schwächere Nachbeben sind nach einem Ereignis dieser Stärke normal. Ein Nachbeben kann grundsätzlich auch deutlich spürbar werden. Die Wahrscheinlichkeit eines stärkeren Bebens nimmt jedoch mit zunehmendem zeitlichem Abstand zum Hauptbeben gewöhnlich ab.
Erdbebenregion am Golf von Suez
Das Epizentrum liegt am nördlichen Ende des Golfs von Suez. Die Region wird von zahlreichen Störungen durchzogen, die mit der seit Millionen Jahren andauernden Dehnung der Erdkruste zwischen dem afrikanischen Kontinent und der Sinai-Halbinsel verbunden sind. Diese sind Teil des Riftsystems, das sich vom Ostafrikanischen Graben über das Rote Meer bis in den Raum Israel erstreckt. Dabei können sich einzelne Krustenblöcke entlang überwiegend abschiebender Störungen gegeneinander bewegen.
Auch im Raum Kairo und Suez treten deshalb gelegentlich spürbare Erdbeben auf. Ein kleineres Beben östlich von Kairo erreichte beispielsweise Ende Dezember 2018 eine Magnitude von etwa 4 und wurde noch in rund 50 Kilometern Entfernung deutlich wahrgenommen. Aufgrund der sehr hohen Bevökerungsdichte, vieler maroder Gebäude und den weichen Sedimenten des Nils, die Erdbebenwellen erheblich verstärken können, gilt der Großraum Kairo schon bei verhältnismäßig moderaten Erdbeben als sehr anfällig.
Update 17:25 Uhr: Eine verletzte Person und begrenzte Gebäudeschäden
Nach dem Erdbeben im Norden Ägyptens ist inzwischen eine verletzte Person bestätigt worden. Nach Angaben des ägyptischen Gesundheitsministeriums wurde sie medizinisch versorgt und anschließend in gebessertem Zustand aus dem Krankenhaus entlassen. Weitere Verletzte oder Todesopfer wurden bis zum Montagnachmittag nicht registriert.
Die Behörden meldeten zudem mehrere kleinere Schäden an älteren Gebäuden. Im Kairoer Stadtteil Rod El Farag stürzten Teile von Innenwänden eines älteren Wohnhauses ein. Die Bewohner wurden vorsorglich evakuiert und das Gebäude gesichert. Auch ein weiteres älteres Haus im Kairoer Stadtteil Wayli wurde vorsorglich überprüft.
Weitere Schäden wurden aus den Gouvernements Suez und Beheira gemeldet. In Suez stürzte nach Angaben des Ägyptischen Roten Halbmonds ein Balkon ab. Im Ort Hosh Eissa in Beheira lösten sich Teile eines Balkons an einem älteren, unbewohnten Haus. Bei keinem dieser Gebäudeschäden wurden Menschen verletzt. Die betroffenen Bereiche wurden abgesperrt und technisch untersucht.
Größere oder flächendeckende Schäden wurden weiterhin nicht festgestellt. Bahnverkehr, Metro, Straßen, Brücken, Häfen und andere öffentliche Verkehrsanlagen blieben nach Angaben des Verkehrsministeriums ohne Einschränkungen in Betrieb. Die Behörden halten ihre Einsatz- und Krisenzentren dennoch weiterhin in erhöhter Bereitschaft.
Das Erdbeben hatte nach der abschließenden Auswertung des ägyptischen Erdbebendienstes eine Magnitude von etwa 5.5 und ereignete sich in rund zehn Kilometern Tiefe nördlich von Suez. Mindestens fünf schwache Nachbeben wurden registriert.
Wie häufig sind solche Erdbeben?
Wie häufig sind Erdbeben nahe Suez, Ägypten? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten 75 stärkere Erdbeben, deren Epizentren innerhalb des oben dargestellten rechteckigen Kartenausschnitts liegen.Die historischen Daten stammen aus internationalen Erdbebenkatalogen (USGS, ISC). Die Auswertung ist nur eine grobe regionale Einordnung.
Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 5.0 in dieser Region statistisch alle 5.0 Jahre vor.
Unter der vereinfachenden Annahme zeitlich unabhängiger Ereignisse entspricht das einer Wahrscheinlichkeit von etwa 18.1% innerhalb eines Jahres und 86.4% innerhalb von zehn Jahren.
Diese Werte sind statistische Mittelwerte und keine Vorhersage. Die Aussagekraft hängt außerdem von Vollständigkeit, Magnitudenhomogenität und Länge des verwendeten Katalogs ab.
Betroffene Städte & Orte
| Stadt | Land | Intensität (EMS-98) | Bewohner | Entfernung Epizentrum (km) | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Ismailia | Ägypten | 5 | 429500 | 50.5 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Suez | Ägypten | 5 | 699500 | 38.1 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Kafr Şaqr | Ägypten | 4 | 35000 | 113.5 | deutlich spürbar |
| Bi’r al ‘Abd | Ägypten | 4 | keine Daten | 86.8 | deutlich spürbar |
| Abū Kabīr | Ägypten | 4 | 154500 | 106.1 | deutlich spürbar |
| Bilbays | Ägypten | 4 | 185200 | 106.4 | deutlich spürbar |
| Al ‘Āshir min Ramaḑān | Ägypten | 4 | 246100 | 87.9 | deutlich spürbar |
| Cairo | Ägypten | 3 | 9606900 | 138.3 | leicht spürbar |
| Madīnat Sittah Uktūbar | Ägypten | 3 | 368600 | 164.1 | leicht spürbar |
| Banhā | Ägypten | 3 | 182300 | 143.0 | leicht spürbar |
Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben
Wurde aus dem Schlaf gerissen, das Gebäude hat stark gewackelt, hat ca 30 Sekunden angedauert. Gefühl sehr unangenehm. Nachbeben hab ich nicht mehr gespürt.
Hast du dieses Erdbeben gespürt?
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