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Betroffene Menschen
Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)
Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 0 sowie 0 Verletzten.
Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.
Wie werden die Werte berechnet?
Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.
Warum sind nur Spannen angegeben?
Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.
Das Wichtigste zum Erdbeben
Nahe Kolumbien hat sich am 26.08.2026 18:45 Uhr ein tektonisches Erdbeben der Magnitude 5.1 ereignet. Das Hypozentrum lag nach Angaben von SGC in etwa 149 Kilometern Tiefe. Die berechnete Maximalintensität erreicht etwa 4.3 auf der EMS-98-Skala. Im modellierten Gebiet könnten die Erschütterungen für rund 10,4 Mio Menschen spürbar gewesen sein. ShakeMap, Reichweite und mögliche Auswirkungen sind automatische Modellrechnungen. Lokaler Baugrund, Gebäudeeigenschaften und die tatsächliche Herdgeometrie können zu Abweichungen führen.
Nachrichten und Hintergründe
Ein tiefes Erdbeben der Magnitude 5.1 hat am Mittwoch weite Teile Kolumbiens erschüttert und mindestens kleinere Gebäudeschäden verursacht. Das Beben ereignete sich am 26. August um 11:45 Uhr Ortszeit mit Epizentrum bei Los Santos im Departamento Santander. Der kolumbianische Erdbebendienst SGC bestimmte eine relativ große Herdtiefe von 149 Kilometern.
Das Erdbeben war aufgrund seiner großen Tiefe über ein weites Gebiet zu spüren, unter anderem in Bucaramanga, Bogotá, Medellín und Tunja. In mehreren Städten wurden Gebäude vorsorglich geräumt. Verletzte oder Todesopfer wurden nicht gemeldet.
Dächer von drei Häusern eingestürzt
Bestätigte Schäden gibt es insbesondere aus Argelia im Departamento Antioquia. Dort stürzten nach Angaben der örtlichen Behörden die Dächer von drei älteren Wohnhäusern teilweise ein. Die betroffenen Gebäude sind mehr als 100 Jahre alt. Menschen wurden nicht verletzt, da sich die Bewohner während des Bebens außerhalb der Häuser aufhielten.
Allerdings zeigte sich, dass das aktulle Erdbeben nicht der alleinige Auslöser der Schäden war: Die Gebäude waren bereits durch das schwere M7.4-Erdbeben vom 10. August beschädigt worden. Nach Einschätzung der örtlichen Behörden waren die Dachkonstruktionen dadurch bereits geschwächt; die erneuten, wenn auch nur leichten Erschütterungen führten schließlich zum teilweisen Einsturz. Weitere neue Schäden wurden bei einer Kontrolle in Antioquia zunächst nicht festgestellt.
Auch unmittelbar im Epizentralgebiet bei Los Santos wurde mindestens ein weiterer leichte Schadensfall dokumentiert. Ein Wohnhaus im ländlichen Bereich wies nach dem Beben neue beziehungsweise vergrößerte Risse auf. Auch hier handelt es sich somit um eine Verschärfung bereits vorhandener Schäden.
Erdbeben im Bucaramanga-Cluster
Das aktuelle Erdbeben gehört zur aktiven Tiefenseismizität unter der Region Santander. Rund um Los Santos befindet sich das sogenannte Bucaramanga-Seismizitätscluster, eine räumlich eng begrenzte Zone mit sehr hoher Erdbebenaktivität in etwa 120 bis 180 Kilometern Tiefe. Ein erheblicher Anteil der in Kolumbien registrierten Erdbeben entsteht in diesem Gebiet.
Die genaue Entstehung dieser Konzentration tiefer Erdbeben ist wissenschaftlich komplex. Sie steht mit der Subduktion und Wechselwirkung ozeanischer Lithosphäre unter dem nordwestlichen Südamerika in Zusammenhang. Trotz ihrer großen Tiefe können stärkere Ereignisse des Bucaramanga-Nestes aufgrund der guten Ausbreitung der seismischen Wellen in großen Teilen Kolumbiens wahrgenommen werden.
Kein Nachbeben des schweren Erdbebens vom 10. August
Obwohl die Erschütterungen nun weitere Schäden an Gebäuden verursachten, die bereits beim katastrophalen Erdbeben vom 10. August betroffen waren, handelt es sich nicht um ein gewöhnliches Nachbeben dieses Ereignisses. Beide Erdbeben entstanden in unterschiedlichen Herdregionen und vor allem in völlig unterschiedlichen Tiefen.
Update 29. August, 8:44 Uhr: Schäden nach M5.1 in Los Santos auf 30 Wohnhäuser ausgeweitet
Die Schadensaufnahme nach dem M5.1-Erdbeben vom Mittwoch im kolumbianischen Departamento Santander hat inzwischen deutlich mehr betroffene Gebäude ergeben. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden in den ländlichen Gebieten der Gemeinde Los Santos Schäden an 30 Wohnhäusern bestätigt. Zunächst waren lediglich einzelne Gebäudeschäden bekannt gewesen.
Betroffen sind vor allem ältere, einfach konstruierte Gebäude. Dokumentiert wurden Risse in Wänden, angehobene beziehungsweise beschädigte Fußböden sowie Schäden und teilweise Ablösungen an Dächern. Zusätzlich wurden Risse an einer Schule festgestellt.
Wie häufig sind solche Erdbeben?
Wie häufig sind Erdbeben nahe Kolumbien? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten 500 stärkere Erdbeben, deren Epizentren innerhalb des oben dargestellten rechteckigen Kartenausschnitts liegen.Die historischen Daten stammen aus internationalen Erdbebenkatalogen (USGS, ISC). Die Auswertung ist nur eine grobe regionale Einordnung.
Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 5.1 in dieser Region statistisch mehrmals pro Jahr vor.
Unter der vereinfachenden Annahme zeitlich unabhängiger Ereignisse entspricht das einer Wahrscheinlichkeit von etwa 87.4% innerhalb eines Jahres und 100.0% innerhalb von zehn Jahren.
Diese Werte sind statistische Mittelwerte und keine Vorhersage. Die Aussagekraft hängt außerdem von Vollständigkeit, Magnitudenhomogenität und Länge des verwendeten Katalogs ab.
Betroffene Städte & Orte
| Stadt | Land | Intensität (EMS-98) | Bewohner | Entfernung Epizentrum (km) | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Piedecuesta | Kolumbien | 4 | 86400 | 27.8 | deutlich spürbar |
| Puerto Wilches | Kolumbien | 4 | 13700 | 114.5 | deutlich spürbar |
| Villanueva | Kolumbien | 4 | 3700 | 14.5 | deutlich spürbar |
| San Martín | Kolumbien | 4 | 7000 | 148.5 | deutlich spürbar |
| Barrancabermeja | Kolumbien | 4 | 191400 | 95.0 | deutlich spürbar |
| Bucaramanga | Kolumbien | 4 | 571800 | 43.5 | deutlich spürbar |
| Girón | Kolumbien | 4 | 108500 | 38.6 | deutlich spürbar |
| Floridablanca | Kolumbien | 4 | 252300 | 36.1 | deutlich spürbar |
| Rubio | Venezuela | 4 | 93200 | 132.0 | deutlich spürbar |
| Cúcuta | Kolumbien | 3 | 721400 | 141.7 | leicht spürbar |
Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben
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