Startseite » Peru » Schweres Erdbeben (M6.7) erschüttert Peru – Drei Verletzte, leichte Schäden

Berechnete ShakeMap zum Erdbeben der Magnitude 6.7 nahe Peru am 20.08.2026 20:00

Berechnete Intensität des Erdbebens basierend auf einem Erdbebennews-Modell. Reale Intensität kann durch lokale Effekte leicht abweichen. Hintergrundkarte: OpenStreetMap.
Magnitude: 6.7
Zeit: 20.08.2026 20:00 Uhr deutsche Zeit
Tiefe: 67 km
Ursprung: tektonisch
Region(en): Peru
Datenquelle(n): USGS

Interaktive Karte öffnen
ShakeMap als Bild

Betroffene Menschen

Maximalintensität 8.0. Potenziell spürbar für etwa 6,4 Mio Menschen.
kaum spürbar (2)
221k
schwach (3)
3.1 Mio
deutlich (4)
2.4 Mio
mäßig (5), einzelne Schäden möglich
592k
stark (6), leichte Schäden möglich
139k
sehr stark (7), mäßige Schäden möglich
6k
heftig (8), schwere Schäden möglich
0
extrem (9+), schwere Zerstörung möglich
0
Hinweis: Werte beziehen sich auf den Kartenausschnitt und sind modellbasiert.

Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)

Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 0–3 sowie 0–8 Verletzten.

Todesopfer
0–3

Verletzte
0–8

Vertriebene
50–400

Schwer beschädigte Gebäude
30–100

Leicht beschädigte Gebäude
100–600

Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.

Wie werden die Werte berechnet?

Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.

Warum sind nur Spannen angegeben?

Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.

Das Wichtigste zum Erdbeben

Nahe Peru hat sich am 20.08.2026 20:00 Uhr ein tektonisches Erdbeben der Magnitude 6.7 ereignet. Das Hypozentrum lag nach Angaben von USGS in etwa 67 Kilometern Tiefe. Die berechnete Maximalintensität erreicht etwa 8.0 auf der EMS-98-Skala. Im modellierten Gebiet könnten die Erschütterungen für rund 6,4 Mio Menschen spürbar gewesen sein. Lokal sind mäßige Gebäudeschäden möglich. ShakeMap, Reichweite und mögliche Auswirkungen sind automatische Modellrechnungen. Lokaler Baugrund, Gebäudeeigenschaften und die tatsächliche Herdgeometrie können zu Abweichungen führen.

Nachrichten und Hintergründe

Am Donnerstagabend um 18:00 UTC (13:00 Uhr Ortszeit) hat ein kräftiges Erdbeben den Süden Perus erschüttert. Nach Angaben des US Geological Survey (USGS) erreichte das Beben eine Magnitude von 6.7 und hatte einen Erdbebenherd in rund 67 Kilometern Tiefe. Das Epizentrum lag etwa 38 Kilometer nordwestlich von Upahuacho in der Region Ayacucho. Die Erschütterungen wurden in weiten Teilen des südlichen Peru, unter anderem in den Regionen Arequipa und Ica, wahrgenommen.

Aufgrund der vergleichsweise großen Herdtiefe wurden die Erschütterungen zwar über eine große Region hinweg gespürt, an der Oberfläche fielen sie jedoch deutlich schwächer aus als bei einem flachen Erdbeben gleicher Magnitude. Dennoch kam es in einigen Anden-Tälern stellenweise zu sehr starken Erschütterungen. Eine Tsunami-Gefahr besteht nicht.

Das Erdbebennews-Schadensmodell weist für das betroffene Gebiet eine maximale modellierte Intensität von etwa VIII aus. Vor allem in den kleineren Orten im Umland des Epizentrums kann es stellenweise zu teils schweren Schäden kommen. Zudem besteht ein hohes Risiko von Steinschlägen und Erdrutschen.

Peru liegt am Westrand Südamerikas, wo die ozeanische Nazca-Platte mit einer Geschwindigkeit von rund sieben Zentimetern pro Jahr unter die Südamerikanische Platte abtaucht. Das heutige Erdbeben ereignete sich wahrscheinlich innerhalb der bereits subduzierten Nazca-Platte und nicht direkt an der Plattengrenze. Solche Erdbeben können aufgrund ihrer größeren Herdtiefe über weite Entfernungen gespürt werden.

Update 21. August: 09:05 Uhr: Drei Verletzte und Schäden an mehr als 50 Gebäuden

Inzwischen liegen erste Schadensmeldungen zum Erdbeben in Südperu vor. Nach Angaben der peruanischen Behörden und des Katastrophenschutzes INDECI wurden drei Menschen leicht verletzt. Meldungen über Todesopfer liegen nicht vor.

Bei der Schadensaufnahme wurden bislang 22 beschädigte Wohnhäuser sowie Schäden an rund 30 öffentlichen Einrichtungen festgestellt. Betroffen sind unter anderem Schulen und Gesundheitseinrichtungen in Ayacucho und angrenzenden Regionen. Einzelne Gebäudeteile wurden vorsorglich gesperrt, die medizinische Versorgung kann nach bisherigen Angaben jedoch weiter aufrechterhalten werden. Insgesamt summiert sich die bisher bekannte Bilanz damit auf mehr als 50 beschädigte Gebäude. Die Schadenserfassung dauert aber weiterhin an. Besonders aus den abgelegeneren Orten können noch weitere Meldungen eintreffen.

Das Erdbeben löste außerdem an mehreren Stellen Felsstürze und kleinere Erdrutsche aus. Vorübergehend kam es zu Ausfällen der Stromversorgung: Mehr als 9.000 Anschlüsse im Raum Nazca und Puquio waren betroffen. Auch Telekommunikationsverbindungen waren örtlich beeinträchtigt.

Wie häufig sind solche Erdbeben?

Wie häufig sind Erdbeben nahe Peru? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten 500 stärkere Erdbeben, deren Epizentren innerhalb des oben dargestellten rechteckigen Kartenausschnitts liegen.Die historischen Daten stammen aus internationalen Erdbebenkatalogen (USGS, ISC). Die Auswertung ist nur eine grobe regionale Einordnung.

Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 6.7 in dieser Region statistisch alle 4.9 Jahre vor.

Unter der vereinfachenden Annahme zeitlich unabhängiger Ereignisse entspricht das einer Wahrscheinlichkeit von etwa 18.5% innerhalb eines Jahres und 87.1% innerhalb von zehn Jahren.

Diese Werte sind statistische Mittelwerte und keine Vorhersage. Die Aussagekraft hängt außerdem von Vollständigkeit, Magnitudenhomogenität und Länge des verwendeten Katalogs ab.

Betroffene Städte & Orte

Stadt Land Intensität (EMS-98) Bewohner Entfernung Epizentrum (km) Beschreibung
Pomacocha Peru 7 700 60.0 mäßige Schäden möglich
Pampachiri Peru 7 700 49.2 mäßige Schäden möglich
Tambo Peru 7 5000 38.3 mäßige Schäden möglich
Pacapausa Peru 7 500 44.6 mäßige Schäden möglich
Aniso Peru 7 200 40.4 mäßige Schäden möglich
Nazca Peru 6 23600 144.3 leichte Schäden möglich
Andahuaylas Peru 6 17400 110.2 leichte Schäden möglich
Abancay Peru 5 55100 135.4 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
Ayacucho Peru 5 140000 175.1 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
Ica Peru 5 246800 236.1 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
Farben zeigen die berechnete Intensität der Erschütterung (EMS-98).

Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben

1 von 3 Meldungen auf der Karte
Anonym · 20.08.2026, 20:00 CEST
Quillabamba

Schwankender Boden

SeismoStefan · 20.08.2026, 20:00 CEST
Paracas

Wackelndes Bett

Traveller · Intensität: IV · 20.08.2026, 20:00 CEST
Cuzco

Schwankender Boden und Vibrationen

Hast du dieses Erdbeben gespürt?

Melde deine Beobachtung – sie hilft, Intensität und Auswirkungen besser einzuordnen.

Pflichtfelder sind mit * markiert. Bitte keine vollen Klarnamen oder exakten Adressen eintragen. Die Kartenposition wird nur intern gespeichert und für öffentliche Karten anonymisiert.

Klicke auf die Karte oder ziehe den Marker.
Deutsche Ortszeit (MEZ/MESZ). Bei Nachbeben oder späterer Wahrnehmung bitte anpassen.
Weitere Details zur Wahrnehmung angeben (optional)

Mit ein paar zusätzlichen Angaben hilfst du uns, die Stärke des Erdbebens an deinem Standort besser einzuschätzen. Bitte nur Beobachtungen angeben, bei denen du dir sicher bist.

1. Situation
Wo warst du?
Was hast du gerade gemacht?
2. Wahrnehmung durch Personen
Wie hast du das Ereignis selbst wahrgenommen?*
Wie viele andere Personen in deiner direkten Umgebung haben das Beben wahrgenommen?
Wurde die Erschütterung auch im Freien wahrgenommen?
3. Auswirkungen auf Gegenstände
Gab es erkennbare Auswirkungen auf Gegenstände?

Falls ja, wähle alles aus, was sicher beobachtet wurde.

4. Gebäudeschäden
Sind durch das Erdbeben neue Gebäudeschäden entstanden?

Nur neue, plausibel durch das Beben entstandene Schäden auswählen. Bereits vorhandene Risse bitte nicht angeben.

5. Persönlicher Eindruck (optional)

Diese Einschätzung fließt nur schwach in die automatische Intensitätsschätzung ein.


Von Jens Skapski

Betreiber von Erdbebennews seit 2013 als privates Informations- und Aufklärungsprojekt. Seit 2024 beruflich Erdbebenauswerter beim Thüringer Seismologischen Netz an der Universität Jena. Die Tätigkeit für Erdbebennews erfolgt privat und unabhängig von der beruflichen Tätigkeit.