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Betroffene Menschen
Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)
Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 3–20 sowie 10–80 Verletzten.
Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.
Wie werden die Werte berechnet?
Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.
Warum sind nur Spannen angegeben?
Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.
Das Wichtigste zum Erdbeben
Nahe Jalalabad, Afghanistan hat sich am 25.08.2026 3:18 Uhr ein tektonisches Erdbeben der Magnitude 4.9 ereignet. Das Hypozentrum lag nach Angaben von USGS in etwa 10 Kilometern Tiefe. Die berechnete Maximalintensität erreicht etwa 7.4 auf der EMS-98-Skala. Im modellierten Gebiet könnten die Erschütterungen für rund 25,4 Mio Menschen spürbar gewesen sein. Lokal sind mäßige Gebäudeschäden möglich. ShakeMap, Reichweite und mögliche Auswirkungen sind automatische Modellrechnungen. Lokaler Baugrund, Gebäudeeigenschaften und die tatsächliche Herdgeometrie können zu Abweichungen führen.
Nachrichten und Hintergründe
Ein flaches Erdbeben hat am Dienstagmorgen den Osten Afghanistans erschüttert und mindestens 15 Menschen verletzt. Das Beben erreichte nach Angaben des USGS eine Magnitude von 4.9 und ereignete sich um 05:48 Uhr Ortszeit unmittelbar bei Jalalabad in der Provinz Nangarhar.
Das Epizentrum lag nur rund vier Kilometer nordnordöstlich von Jalalabad in nur wenigen Kilometern Tiefe. Aufgrund der sehr geringen Entfernung zur dicht besiedelten Stadt wurden die Erschütterungen dort und in den umliegenden Distrikten kräftig wahrgenommen.
15 Menschen verletzt
Nach Angaben der Gesundheitsbehörden von Nangarhar wurden bislang 15 Verletzte aus Jalalabad, Behsud, Kuz Kunar und weiteren Teilen der Provinz in Gesundheitseinrichtungen gebracht. Unter ihnen befinden sich auch Frauen und Kinder. Nach übereinstimmenden Berichten afghanischer Medien handelt es sich ausschließlich um leichte Verletzungen. Alle Betroffenen konnten nach der Behandlung die Gesundheitseinrichtungen wieder verlassen. Todesopfer wurden bislang nicht gemeldet.
Über mögliche Gebäudeschäden liegen derzeit noch keine Angaben vor. Die bisher gemeldeten Auswirkungen beschränken sich damit zunächst auf Personenschäden. Dabei bleibt unklar, ob die Menschen während der Flucht aus Häusern oder durch herabfallende Trümmer oder Gegenstände Verletzungen erlitten.
Die Kombination aus geringer Herdtiefe und der unmittelbaren Nähe zu Jalalabad führte trotz der moderaten Magnitude zu vergleichsweise starken Bodenbewegungen. Gerade in Teilen Ostafghanistans erhöhen einfache Lehm- und Mauerwerksbauten die Verwundbarkeit gegenüber flachen Erdbeben.
Tektonisch sehr aktive Region
Ostafghanistan liegt innerhalb einer breiten und komplexen Deformationszone zwischen der Indischen und der Eurasischen Platte. Indien bewegt sich mit mehreren Zentimetern pro Jahr nach Norden und kollidiert mit Eurasien. Diese Bewegung wird in Afghanistan und Pakistan nicht an einer einzelnen Plattengrenze aufgenommen, sondern verteilt sich auf auf ein diffuses System zahlreicher Überschiebungs- und Seitenverschiebungsstörungen.
Jalalabad liegt am östlichen Rand des sogenannten Kabul-Blocks. In der Umgebung verlaufen unter anderem die Konar- und Sarobi-Störungszonen, die einen Teil der tektonischen Bewegung zwischen den großen Platten aufnehmen. Die Konar-Störung zieht durch das östliche Afghanistan bis in die pakistanische Provinz Khyber Pakhtunkhwa und besitzt sowohl Seitenverschiebungs- als auch kompressive Bewegungsanteile.
Region bereits 2025 von schwerer Erdbebenkatastrophe getroffen
Nur rund ein Jahr zuvor war die Region von einem wesentlich stärkeren und katastrophalen Erdbeben betroffen. Am 31. August 2025 ereignete sich nordöstlich von Jalalabad ein sehr flaches Beben der Magnitude 6.0. Dabei kamen in Nangarhar, Kunar und angrenzenden Provinzen mehr als 2.000 Menschen ums Leben und Tausende Häuser wurden zerstört.
Das heutige Erdbeben lag räumlich in derselben seismisch aktiven Region, jedoch deutlich näher an Jalalabad. Aus der räumlichen Nähe allein lässt sich allerdings kein unmittelbarer Zusammenhang mit dem Ereignis von 2025 ableiten. Dass es sich um ein spätes Nachbeben handelt, ist jedoch nicht auszuschließen.
Wie häufig sind solche Erdbeben?
Wie häufig sind Erdbeben nahe Jalalabad, Afghanistan? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten 500 stärkere Erdbeben, deren Epizentren innerhalb des oben dargestellten rechteckigen Kartenausschnitts liegen.Die historischen Daten stammen aus internationalen Erdbebenkatalogen (USGS, ISC). Die Auswertung ist nur eine grobe regionale Einordnung.
Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 4.9 in dieser Region statistisch mehrmals pro Jahr vor.
Unter der vereinfachenden Annahme zeitlich unabhängiger Ereignisse entspricht das einer Wahrscheinlichkeit von etwa 94.4% innerhalb eines Jahres und 100.0% innerhalb von zehn Jahren.
Diese Werte sind statistische Mittelwerte und keine Vorhersage. Die Aussagekraft hängt außerdem von Vollständigkeit, Magnitudenhomogenität und Länge des verwendeten Katalogs ab.
Betroffene Städte & Orte
| Stadt | Land | Intensität (EMS-98) | Bewohner | Entfernung Epizentrum (km) | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Jalālābād | Afghanistan | 7 | 271900 | 4.1 | mäßige Schäden möglich |
| Sulţānpūr-e ‘Ulyā | Afghanistan | 6 | keine Daten | 16.3 | leichte Schäden möglich |
| S̲h̲ēwah | Afghanistan | 6 | keine Daten | 16.8 | leichte Schäden möglich |
| Sangar Sarāy | Afghanistan | 5 | keine Daten | 17.3 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Nūrgal | Afghanistan | 5 | keine Daten | 32.4 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Kabul | Afghanistan | 3 | 4434600 | 118.8 | leicht spürbar |
| Peshawar | Pakistan | 3 | 1218800 | 114.4 | leicht spürbar |
| Pabbi | Pakistan | 3 | 37300 | 132.5 | leicht spürbar |
| Asadābād | Afghanistan | 3 | 48400 | 77.5 | leicht spürbar |
| Shabqadar | Pakistan | 3 | 66500 | 104.1 | leicht spürbar |
Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben
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