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Betroffene Menschen
Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)
Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 0–1 sowie 0–1 Verletzten.
Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.
Wie werden die Werte berechnet?
Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.
Warum sind nur Spannen angegeben?
Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.
Das Wichtigste zum Erdbeben
Nahe Glogow, Polen hat sich am 22.09.2026 22:28 Uhr ein unbekanntes Erdbeben der Magnitude 4.1 ereignet. Das Hypozentrum lag nach Angaben von MCSM in etwa 1 Kilometern Tiefe. Die berechnete Maximalintensität erreicht etwa 6.8 auf der EMS-98-Skala. Im modellierten Gebiet könnten die Erschütterungen für rund 162 Tsd Menschen spürbar gewesen sein. Kleinräumig sind leichte Gebäudeschäden möglich. ShakeMap, Reichweite und mögliche Auswirkungen sind automatische Modellrechnungen. Lokaler Baugrund, Gebäudeeigenschaften und die tatsächliche Herdgeometrie können zu Abweichungen führen.
Nachrichten und Hintergründe
Im Südwesten Polens hat sich am Dienstagabend ein kräftiges Erdbeben ereignet. Nach manueller Auswertung des Geoforschungszentrums Potsdam (GFZ) erreichte das Beben Magnitude 4.1. Es trat im niederschlesischen Kupferrevier nahe Polkowice und Głogów auf und wurde in der Region deutlich verspürt. Es handelt sich um ein durch den Bergbau induziertes Erdbeben.
Das Epizentrum lag im Raum Polkowice südlich von Głogów. Die Erschütterungen wurden in zahlreichen Orten des niederschlesischen Kupferreviers wahrgenommen. Bei einem Ereignis dieser Stärke und geringen Tiefe sind auch in mehreren Dutzend Kilometern Entfernung noch deutlich wahrnehmbare Erschütterungen möglich.
Das Epizentralgebiet gehört zu einem der wichtigsten Kupferbergbaureviere Europas. Der polnische Bergbaukonzern KGHM betreibt dort mehrere große Untertagebergwerke, darunter Rudna und Polkowice-Sieroszowice. Zwischen beziehungsweise angrenzend an deren bisherige Abbaugebiete wird zudem die tief liegende Lagerstätte Głogów Głęboki–Przemysłowy erschlossen.
Starke Gebirgsschläge und bergbauinduzierte Erdbeben treten in dieser Region regelmäßig auf. Durch den Abbau in mehr als einem Kilometer Tiefe verändert sich der Spannungszustand des umgebenden Gesteins. Wird dabei gespeicherte Spannung plötzlich freigesetzt, entstehen seismische Ereignisse, die bei entsprechend hoher Energie auch an der Oberfläche kräftig wahrgenommen werden können.
Auch in den vergangenen Wochen registrierten seismologische Messnetze wiederholt kleinere Ereignisse in dieser Region. Das aktuelle Beben gehört mit Magnitude 4.1 allerdings zu den stärkeren Ereignissen und ist auch für das niederschlesische Bergbaurevier verhältnismäßig stark.
Bis zum Mittwochmorgen liegen keine bestätigten Meldungen über größere Schäden oder Verletzte infolge des Bebens vor. Im Bergwerk Rudna wurden die Bergarbeiter vorsorglich evakuiert. Verletzt wurde dabei niemand.
Bei starken Gebirgsschlägen sind mögliche Auswirkungen unter Tage nicht allein anhand der seismologischen Magnitude abzuschätzen. Entscheidend sind unter anderem die genaue Lage des Bruchs relativ zu den Grubenbauen sowie die dort entstandenen Bodenbewegungen. Entsprechend bleibt abzuwarten, ob KGHM oder die polnischen Bergbaubehörden weitere Angaben veröffentlichen.
Wie häufig sind solche Erdbeben?
Wie häufig sind Erdbeben nahe Glogow, Polen? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten 346 stärkere Erdbeben, deren Epizentren innerhalb des oben dargestellten rechteckigen Kartenausschnitts liegen.Die historischen Daten stammen aus internationalen Erdbebenkatalogen (USGS, ISC). Die Auswertung ist nur eine grobe regionale Einordnung.
Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 4.1 in dieser Region statistisch mehrmals pro Jahr vor.
Unter der vereinfachenden Annahme zeitlich unabhängiger Ereignisse entspricht das einer Wahrscheinlichkeit von etwa 99.4% innerhalb eines Jahres und 100.0% innerhalb von zehn Jahren.
Diese Werte sind statistische Mittelwerte und keine Vorhersage. Die Aussagekraft hängt außerdem von Vollständigkeit, Magnitudenhomogenität und Länge des verwendeten Katalogs ab.
Betroffene Städte & Orte
| Stadt | Land | Intensität (EMS-98) | Bewohner | Entfernung Epizentrum (km) | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Głogów | Polen | 5 | 67300 | 6.2 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Grębocice | Polen | 5 | 1500 | 6.2 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Radwanice | Polen | 4 | 2100 | 10.0 | deutlich spürbar |
| Kotla | Polen | 3 | 1400 | 15.6 | leicht spürbar |
| Polkowice | Polen | 3 | 21600 | 11.6 | leicht spürbar |
| Lubin | Polen | 2 | 77500 | 24.6 | kaum spürbar |
| Poznań | Polen | 0 | 570400 | 106.4 | nicht spürbar |
| Opole | Polen | 0 | 127700 | 165.9 | nicht spürbar |
| Wałbrzych | Polen | 0 | 127400 | 94.2 | nicht spürbar |
| Gorzów Wielkopolski | Polen | 0 | 124400 | 138.4 | nicht spürbar |
Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben
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