Betroffene Menschen
Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)
Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 0 sowie 0 Verletzten.
Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.
Wie werden die Werte berechnet?
Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.
Warum sind nur Spannen angegeben?
Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.
Das Wichtigste zum Erdbeben
Nahe Innsbruck, Österreich hat sich am 26.09.2026 09:56 Uhr ein tektonisches Erdbeben der Magnitude 3.8 ereignet. Das Hypozentrum lag nach Angaben von SED in etwa 5 Kilometern Tiefe. Die berechnete Maximalintensität erreicht etwa 4.9 auf der EMS-98-Skala. Im modellierten Gebiet könnten die Erschütterungen für rund 546 Tsd Menschen spürbar gewesen sein. ShakeMap, Reichweite und mögliche Auswirkungen sind automatische Modellrechnungen. Lokaler Baugrund, Gebäudeeigenschaften und die tatsächliche Herdgeometrie können zu Abweichungen führen.
Nachrichten und Hintergründe
Leichtes Erdbeben am Samstagvormittag in Österreich. Das Epizentrum lag im Bundesland Tirol nahe der Stadt Innsbruck. Vorläufige Auswertungen des Schweizerischen Erdbebendientes ermittelten Magnitude 3.8. Daten des österreichischen Erdbebendienstes Geosphere Austria lagen zunächst nicht vor. Die Tiefe des Bebens lag zwischen 5 und 10 Kilomtern. Genauere Auswertungen werden folgen.
Die Erschütterungen wurden im Raum Innsbruck deutlich verspürt und könnten auch im Süden von Bayern vereinzelt wahrgenommen worden sein. Aufgrund der relativ geringen Tiefe des Bebens war die Intensität nahe des Epizentrums relativ stark. Kleinere Schäden an einzelnen Gebäuden sind möglich. Zudem sind leichte Nachbeben zu erwarten. Bereits in den vergangenen Tagen kam es im Raum Innsbruck vermehrt zu meist sehr kleinen Erdbeben, darunter auch ein schwach spürbares Beben mit Magnitude 1.6 am frühen Samstagmorgen. Die Epizentren dieser Erdbebenserie liegen südlich von Innsbruck
Update 10:17 Uhr
Geosphere Austria bestätigt nach manueller Auswertung des Erdbebens Magnitude 3.8 und verortet das Epizentrum des Erdbebens südöstlich von Innsbruck nahe Sistrans.
Tektonische Einordnung
Der Raum Innsbruck gehört zu den seismisch aktivsten Gebieten Österreichs. Ursache ist die komplexe Tektonik der Ostalpen: Die fortdauernde Konvergenz zwischen der Adriatischen und der Eurasischen Platte erzeugt bis heute Spannungen innerhalb des Alpenkörpers. Diese werden nicht nur an einer einzelnen Störung abgebaut, sondern verteilen sich auf ein Netzwerk älterer und teilweise weiterhin aktiver Bruchzonen. Eine wichtige Struktur ist die Inntalstörung, eine mehrere Kilometer breite Störungszone, die die Nördlichen Kalkalpen schräg durchzieht. Östlich von Innsbruck wird sie als überwiegend sinistrale, also linksseitige Seitenverschiebung beschrieben. Die instrumentell bestimmten Erdbebenherde verteilen sich entsprechend über einen breiteren Bereich und lassen sich nicht ohne Weiteres einer einzelnen Störungsfläche zuordnen.
Südlich von Innsbruck kommt mit der Brenner-Abschiebung ein weiteres bedeutendes tektonisches System hinzu. Sie verläuft durch das Wipptal und steht mit der Dehnung und seitlichen Ausweichbewegung innerhalb der Ostalpen in Zusammenhang. Besonders die Erdbeben im Stubaital werden von GeoSphere Austria mit dieser Struktur in Verbindung gebracht und treten teilweise in vergleichsweise großen Herdtiefen auf. Im Übergangsbereich zwischen Inntal, Wipptal und Stubaital treffen damit unterschiedliche Störungssysteme und Bewegungsrichtungen aufeinander – eine mögliche Erklärung für die ausgeprägte Seismizität rund um Innsbruck.
Neben einzelnen Erdbeben treten in der Region immer wieder zeitlich begrenzte Häufungen kleiner Ereignisse beziehungsweise Erdbebenschwärme auf. Dabei werden Spannungen offenbar auf mehreren benachbarten Bruchflächen schrittweise umverteilt, sodass innerhalb kurzer Zeit zahlreiche kleinere Beben entstehen können, ohne dass ein klar dominierendes Hauptbeben vorhanden sein muss. Solche Schwarmphasen sind für tektonisch stark gegliederte Regionen nicht ungewöhnlich und für sich genommen kein Hinweis darauf, dass ein stärkeres Erdbeben unmittelbar bevorsteht. Historisch sind im Raum Innsbruck allerdings auch deutlich stärkere Ereignisse dokumentiert; das Beben bei Hall im Jahr 1670 erreichte eine Intensität von VIII und gehört zu den bedeutendsten bekannten Erdbeben Österreichs.
Wie häufig sind solche Erdbeben?
Wie häufig sind Erdbeben nahe Innsbruck, Österreich? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten 89 stärkere Erdbeben, deren Epizentren innerhalb des oben dargestellten rechteckigen Kartenausschnitts liegen.Die historischen Daten stammen aus internationalen Erdbebenkatalogen (USGS, ISC). Die Auswertung ist nur eine grobe regionale Einordnung.
Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 3.8 in dieser Region statistisch mehrmals pro Jahr vor.
Unter der vereinfachenden Annahme zeitlich unabhängiger Ereignisse entspricht das einer Wahrscheinlichkeit von etwa 93.2% innerhalb eines Jahres und 100.0% innerhalb von zehn Jahren.
Diese Werte sind statistische Mittelwerte und keine Vorhersage. Die Aussagekraft hängt außerdem von Vollständigkeit, Magnitudenhomogenität und Länge des verwendeten Katalogs ab.
Betroffene Städte & Orte
| Stadt | Land | Intensität (EMS-98) | Bewohner | Entfernung Epizentrum (km) | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Lans | Österreich | 5 | 1100 | 3.5 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Igls | Österreich | 5 | 2400 | 3.8 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Hall in Tirol | Österreich | 5 | 13300 | 9.6 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Arzl | Österreich | 4 | 11100 | 8.2 | deutlich spürbar |
| Pradl | Österreich | 4 | 32600 | 6.7 | deutlich spürbar |
| Innsbruck | Österreich | 4 | 132500 | 7.2 | deutlich spürbar |
| Hötting | Österreich | 4 | 35000 | 8.9 | deutlich spürbar |
| Rosenheim | Deutschland | 2 | 60200 | 87.9 | kaum spürbar |
| Merano | Italien | 2 | 33500 | 64.2 | kaum spürbar |
| Bolzano | Italien | 2 | 99000 | 80.4 | kaum spürbar |
Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben
Zuerst ein lautes Geräusch und dann hat ganz kurz meine ganze Wohnung gewackelt
Hopser, Balkonteile (vordere Wand zum Garten hin) haben aneinander "gerieben", aber weich.
Starker Knall wie Explosion, kratzen von Möbel, deutlich spürbarer Ruck
Haus hat gewackelt
Ein lauter Knall, dann tiefes Grollen. Alles im Haus fing kurz an zu wackeln, am Flachbildschirm war es am deutlichsten zu sehen.
Selundenlanges grollen/Beben
Mein Schreibtischstuhl auf dem ich saß wackelte bzw. zitterte ein paar Sekunden leicht aber spürbar.
Habe meine Haare gerade geföhnt und trotzdem das dumpfe Grollen wahrgenommen. Der Boden im Bad bebte.
Vipriende Fensterscheiben, Grollen, Bewegungen, Tischstehkalender umgeklappt…
Hörbares grollen und leichten Ruckartige Bewegung
Alles wackelte für ein paar Sekunden und ein lautes grollen war hörbar.
Rütteln, zittern
Grollen, ca 5 Sekunden Erschütterungen
Aus dem Schlaf mit starkem wackeln des Gebäude aufgeweckt worden als ob jemand am Bett rütteln würde
Deutliches wackeln, Gebäude vibrierte und Knarzte. Im 9. stock stark spürbar.
Starkes vibrieren des Bodens, wackeln von Regalen und klirren von Geschirr
grollen und dann explosionsartig, wände haben gezittert
Klappern und grollen im ganzen Haus
Deutlich spürbar für ca 3 Sekunden
Sachen sind runter gefallen und größere Gegenstände haben sich leicht bewegt.
Dumpfer Knall und anschliessendes rütteln, wie von einer Seite kommend und durchs Haus „durchgezogen“
langes Wackeln, lautes Grollen
Gläser klirrten, Hängelampe wackelte
Etwas Panik bekommen.
Ich habe schon starke Erdbeben erlebt.
Dies war sehr spürbar und laut.
Kurz gespürt
einige Sekunde langes Wackeln
Ich habe geschlafen und bin dadurch wach geworden, weil mein Bett relativ doll gewackelt hat.
Deutliches Rütteln
Deutliche Wahrnehmung - am besten konnte ich es bei meinen Instrumenten wahrnehmen die Posaunenständer haben recht stark gewackelt
Dumpfes Grollen wie bei einer Explosion mit anschließender Druckwelle gefolgt von heftigen Erschütterungen, wackelnden Gläsern und Türen, sich hebenden Bodenplatte
Grollen gespürt, Gläser haben geklirrt
Hast du dieses Erdbeben gespürt?
Melde deine Beobachtung – sie hilft, Intensität und Auswirkungen besser einzuordnen.