Startseite » Türkei » Starkes Erdbeben (M5.4) nahe Sanliurfa, Türkei

Berechnete ShakeMap zum Erdbeben der Magnitude 5.4 nahe Sanliurfa, Türkei am 24.09.2026 09:40

Berechnete Intensität des Erdbebens basierend auf einem Erdbebennews-Modell. Reale Intensität kann durch lokale Effekte leicht abweichen. Hintergrundkarte: OpenStreetMap.
Magnitude: 5.4
Zeit: 24.09.2026 09:40 Uhr deutsche Zeit
Tiefe: 7.0 km
Ursprung: tektonisch
Region(en): Türkei
Datenquelle(n): GEONET

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ShakeMap als Bild

Betroffene Menschen

Maximalintensität 8.4. Potenziell spürbar für etwa 21,1 Mio Menschen.
kaum spürbar (2)
8.2 Mio
schwach (3)
10.0 Mio
deutlich (4)
1.7 Mio
mäßig (5), einzelne Schäden möglich
998k
stark (6), leichte Schäden möglich
157k
sehr stark (7), mäßige Schäden möglich
22k
heftig (8), schwere Schäden möglich
3k
extrem (9+), schwere Zerstörung möglich
0
Hinweis: Werte beziehen sich auf den Kartenausschnitt und sind modellbasiert.

Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)

Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 1–10 sowie 5–40 Verletzten.

Todesopfer
1–10

Verletzte
5–40

Vertriebene
300–2k

Schwer beschädigte Gebäude
30–200

Leicht beschädigte Gebäude
400–3k

Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.

Wie werden die Werte berechnet?

Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.

Warum sind nur Spannen angegeben?

Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.

Das Wichtigste zum Erdbeben

Nahe Sanliurfa, Türkei hat sich am 24.09.2026 09:40 Uhr ein tektonisches Erdbeben der Magnitude 5.4 ereignet. Das Hypozentrum lag nach Angaben von GeoNet in etwa 7 Kilometern Tiefe. Die berechnete Maximalintensität erreicht etwa 8.4 auf der EMS-98-Skala. Im modellierten Gebiet könnten die Erschütterungen für rund 21,1 Mio Menschen spürbar gewesen sein. Nahe des Epizentrums sind schwere Gebäudeschäden möglich. ShakeMap, Reichweite und mögliche Auswirkungen sind automatische Modellrechnungen. Lokaler Baugrund, Gebäudeeigenschaften und die tatsächliche Herdgeometrie können zu Abweichungen führen.

Nachrichten und Hintergründe

In der südöstlichen Türkei hat sich am Donnerstagvormittag ein starkes Erdbeben ereignet. Nach Angaben der türkischen Katastrophenschutzbehörde AFAD erreichte das Erdbeben eine Magnitude von 5.4. Das Epizentrum lag im Bezirk Karaköprü in der Provinz Şanlıurfa. AFAD gibt eine Herdtiefe von rund 7 Kilometern an. Das Erdbeben ereignete sich um 10:40 Uhr Ortszeit.

Die Erschütterungen wurden in weiten Teilen Südostanatoliens deutlich verspürt, unter anderem in den Provinzen Diyarbakır, Gaziantep, Adıyaman und Mardin. Auch aus angrenzenden Regionen wurden Wahrnehmungen gemeldet. Das Kandilli-Observatorium ermittelte zunächst mit Magnitude 5.5 einen etwas höheren Wert und eine ebenfalls sehr geringe Herdtiefe.

Aufgrund der oberflächennahen Lage waren in der Umgebung des Epizentrums starke Erschütterungen möglich. Nach ersten Angaben des Gouverneurs von Şanlıurfa liefen unmittelbar nach dem Erdbeben Kontrollen in der Region. Zunächst lagen keine Meldungen über größere Gebäudeeinstürze vor. Weitere Updates folgen an dieser Stelle, falls es Meldungen zu Schäden oder Verletzten gibt.

Das Epizentrum befindet sich nördlich der Großstadt Şanlıurfa. Die Region gehört zum tektonisch aktiven Südosten der Türkei und liegt unweit mehrerer bedeutender Störungszonen. Nach einem Erdbeben dieser Stärke sind weitere, teils deutlich spürbare Nachbeben möglich.

Update 25. September, 08:10 Uhr: Gebäudeschäden im Epizentralgebiet bestätigt

Nach dem Erdbeben der Magnitude 5.4 bei Şanlıurfa haben die Untersuchungen vor Ort inzwischen mehrere Gebäudeschäden bestätigt. Besonders betroffen ist das unmittelbar im Epizentralgebiet gelegene Dorf Pınarbaşı. Dort wurden mehrere Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude beschädigt. An einzelnen Gebäuden entstanden tiefe Risse und Teile von Wänden stürzten ein. Einwohner berichteten von mindestens vier bis fünf beschädigten Häusern. Auch im benachbarten Büyük Akziyaret werden Gebäude untersucht.

Insgesamt gingen bei den Behörden in Şanlıurfa mindestens 74 Meldungen über mögliche Gebäudeschäden ein. 18 Kommissionen wurden zur Überprüfung der Gebäude eingesetzt, wobei neben Wohnhäusern insbesondere Schulen, Moscheen und öffentliche Gebäude kontrolliert werden. Die Zahl der tatsächlich durch das Erdbeben beschädigten Gebäude steht deshalb noch nicht endgültig fest.

Auch außerhalb der Provinz Şanlıurfa wurde ein Schaden bestätigt. Im rund 70 Kilometer entfernten Nizip in der Provinz Gaziantep stürzten in einem Wohnhaus Teile einer Zimmerdecke ein. Betonstücke fielen auf ein Bett und Möbel. Die Bewohner konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen und blieben unverletzt.

Todesopfer oder direkte Verletzungen durch das Erdbeben wurden bislang nicht gemeldet. Rund 40 bis 43 Menschen suchten allerdings infolge von Panik und Aufregung medizinische Einrichtungen auf. Größere Gebäudeeinstürze oder erhebliche Schäden an der Infrastruktur wurden nicht bekannt.

Wie häufig sind solche Erdbeben?

Wie häufig sind Erdbeben nahe Sanliurfa, Türkei? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten 500 stärkere Erdbeben, deren Epizentren innerhalb des oben dargestellten rechteckigen Kartenausschnitts liegen.Die historischen Daten stammen aus internationalen Erdbebenkatalogen (USGS, ISC). Die Auswertung ist nur eine grobe regionale Einordnung.

Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 5.4 in dieser Region statistisch etwa einmal pro Jahr vor.

Unter der vereinfachenden Annahme zeitlich unabhängiger Ereignisse entspricht das einer Wahrscheinlichkeit von etwa 54.5% innerhalb eines Jahres und 100.0% innerhalb von zehn Jahren.

Diese Werte sind statistische Mittelwerte und keine Vorhersage. Die Aussagekraft hängt außerdem von Vollständigkeit, Magnitudenhomogenität und Länge des verwendeten Katalogs ab.

Betroffene Städte & Orte

Stadt Land Intensität (EMS-98) Bewohner Entfernung Epizentrum (km) Beschreibung
Akziyaret Türkei 7 keine Daten 9.8 mäßige Schäden möglich
Ovacık Türkei 7 keine Daten 13.0 mäßige Schäden möglich
Kabahaydar Türkei 7 keine Daten 17.3 mäßige Schäden möglich
Hilvan Türkei 7 17000 20.1 mäßige Schäden möglich
Kabahaydar Türkei 7 keine Daten 19.2 mäßige Schäden möglich
Şanlıurfa Türkei 6 449500 28.8 leichte Schäden möglich
Viranşehir Türkei 5 154200 81.6 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
Kâhta Türkei 5 73100 45.9 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
Siverek Türkei 5 175300 54.3 stark spürbar, einzelne Schäden möglich
Malatya Türkei 4 441800 114.1 deutlich spürbar
Farben zeigen die berechnete Intensität der Erschütterung (EMS-98).

Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben

0 von 1 Meldung auf der Karte
Für die vorhandenen Meldungen wurden keine Kartenpositionen angegeben.
Ax162 · Intensität: V · 24.09.2026, 09:40 CEST
Al Hasaka, Syrien

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Von Jens Skapski

Betreiber von Erdbebennews seit 2013 als privates Informations- und Aufklärungsprojekt. Seit 2024 beruflich Erdbebenauswerter beim Thüringer Seismologischen Netz an der Universität Jena. Die Tätigkeit für Erdbebennews erfolgt privat und unabhängig von der beruflichen Tätigkeit.