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Betroffene Menschen
Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)
Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 0–2 sowie 0–2 Verletzten.
Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.
Wie werden die Werte berechnet?
Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.
Warum sind nur Spannen angegeben?
Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.
Das Wichtigste zum Erdbeben
Nahe Adana, Türkei hat sich am 04.10.2026 13:43 Uhr ein tektonisches Erdbeben der Magnitude 5.2 ereignet. Das Hypozentrum lag nach Angaben von AFAD in etwa 7 Kilometern Tiefe. Die berechnete Maximalintensität erreicht etwa 7.9 auf der EMS-98-Skala. Im modellierten Gebiet könnten die Erschütterungen für rund 19,2 Mio Menschen spürbar gewesen sein. Lokal sind mäßige Gebäudeschäden möglich. ShakeMap, Reichweite und mögliche Auswirkungen sind automatische Modellrechnungen. Lokaler Baugrund, Gebäudeeigenschaften und die tatsächliche Herdgeometrie können zu Abweichungen führen.
Nachrichten und Hintergründe
Eine Serie mehrerer kräftiger Erdbeben erschüttert am Sonntagnachmittag den Süden der Türkei. Innerhalb von weniger als einer halben Stunde registrierte die türkische Katastrophenschutzbehörde AFAD drei deutlich spürbare Erdbeben mit Magnituden zwischen 4.8 und 5.2 in den Provinzen Adana und Osmaniye. Die Erschütterungen waren auch in mehreren umliegenden Provinzen zu spüren. Berichte über größere Schäden liegen zunächst nicht vor.
Drei kräftige Erdbeben innerhalb weniger Minuten
Das erste stärkere Erdbeben ereignete sich nach Angaben von AFAD am 4. Oktober um 14:19 Uhr Ortszeit im Landkreis Saimbeyli im Norden der Provinz Adana. Es erreichte Magnitude 4.8 und hatte eine berechnete Herdtiefe von 8 Kilometern.
Nur rund 17 Minuten später folgte um 14:36 Uhr ein zweites Erdbeben in der Region Saimbeyli. Dieses war mit Magnitude 4.9 geringfügig stärker und lag mit einer Herdtiefe von 9 Kilometern ebenfalls sehr flach.
Bereits um 14:43 Uhr – nur sieben Minuten nach dem zweiten Beben – registrierte AFAD schließlich das bislang stärkste Ereignis der Sequenz. Dieses erreichte Magnitude 5.2 und wurde bei Sumbas in der benachbarten Provinz Osmaniye lokalisiert. Die Herdtiefe wird mit etwa sieben Kilometern angegeben.
Die Epizentren aller Beben lagen nur wenige Kilometer auseinander im Grenzbereich beider Provinzen.
Bereits seit Monaten erhöhte Aktivität
Die aktuellen Erdbeben sind nicht die ersten stärkeren Ereignisse in diesem Teil der Türkei in diesem Jahr. Besonders die Region um Saimbeyli und Feke war bereits mehrfach Schauplatz deutlich spürbarer Erdbeben. Erst am 21. September registrierte AFAD bei Saimbeyli ein Erdbeben der Magnitude 5.0 in etwa sieben Kilometern Tiefe. Auch im Mai hatte es in derselben Region mehrere Erdbeben um Magnitude 4 bis 5 gegeben.
Damit setzt sich eine bereits länger anhaltende Phase erhöhter seismischer Aktivität zwischen dem Norden der Provinz Adana und den angrenzenden Gebieten von Kahramanmaraş und Osmaniye fort, die mit der Erdbebenkatastrophe im Jahr 2023 begonnen hatte.
Komplexe tektonische Situation
Die Region liegt in einem tektonisch ausgesprochen komplexen Übergangsgebiet. Östlich und nordöstlich verläuft das System der Ostanatolischen Verwerfung, an dem sich im Februar 2023 die verheerenden Erdbeben der Magnituden 7.8 und 7.5 ereigneten. Westlich davon schließen sich mehrere kleinere aktive Störungszonen an, darunter die Saimbeyli-, Savrun-, Feke- und Göksun-Störungszonen. Davon wurden einige durch die nahe gelegenen schweren Beben reaktiviert.
Insbesondere die wiederholten Erdbeben bei Saimbeyli wurden zuletzt mit dem Savrun-Saimbeyli-Störungssystem in Verbindung gebracht. Dabei handelt es sich überwiegend um Seitenverschiebungen, an denen sich Teile der Erdkruste horizontal gegeneinander bewegen. Die zahlreichen miteinander verbundenen Störungen bilden einen Übergangsbereich zwischen der Ostanatolischen Verwerfung und dem tektonisch ebenfalls komplexen Gebiet der Adana-Ebene.
Nach dem M5.0-Erdbeben vom 21. September ordnete der türkische Geowissenschaftler Naci Görür das Ereignis dem linkslateralen Savrun-Störungssystem zu. Auch frühere Erdbeben dieses Jahres wurden von türkischen Fachleuten teilweise als Folge der seit den schweren Erdbeben von 2023 veränderten Spannungsverhältnisse in der Region interpretiert. Ein solcher Zusammenhang bedeutet allerdings nicht, dass die aktuellen Erdbeben klassische Nachbeben der Ereignisse von 2023 sind.
Auswirkungen werden überprüft
Die Erdbeben wurden in weiten Teilen der Region deutlich wahrgenommen und sorgten unter der Bevölkerung für Unruhe. Nach dem ersten M4.8 teilte AFAD zunächst mit, dass keine negativen Auswirkungen bekannt seien und Erkundungen vor Ort fortgesetzt würden. Da anschließend zwei weitere und stärkere Erdbeben folgten, ist diese erste Einschätzung für die gesamte Sequenz jedoch noch nicht abschließend.
Insbesondere in den ländlichen Gebieten nahe der Epizentren können bei flachen Erdbeben dieser Stärke auch vereinzelt größere Gebäudeschäden nicht ausgeschlossen werden.
Wie häufig sind solche Erdbeben?
Wie häufig sind Erdbeben nahe Adana, Türkei? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten 500 stärkere Erdbeben, deren Epizentren innerhalb des oben dargestellten rechteckigen Kartenausschnitts liegen.Die historischen Daten stammen aus internationalen Erdbebenkatalogen (USGS, ISC). Die Auswertung ist nur eine grobe regionale Einordnung.
Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 5.2 in dieser Region statistisch etwa einmal pro Jahr vor.
Unter der vereinfachenden Annahme zeitlich unabhängiger Ereignisse entspricht das einer Wahrscheinlichkeit von etwa 54.0% innerhalb eines Jahres und 100.0% innerhalb von zehn Jahren.
Diese Werte sind statistische Mittelwerte und keine Vorhersage. Die Aussagekraft hängt außerdem von Vollständigkeit, Magnitudenhomogenität und Länge des verwendeten Katalogs ab.
Betroffene Städte & Orte
| Stadt | Land | Intensität (EMS-98) | Bewohner | Entfernung Epizentrum (km) | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Çokak | Türkei | 6 | keine Daten | 20.1 | leichte Schäden möglich |
| Kozan | Türkei | 5 | 88100 | 40.6 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Feke | Türkei | 5 | 4600 | 18.5 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Bakırdağı | Türkei | 5 | keine Daten | 59.3 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Göksun | Türkei | 5 | 34200 | 46.6 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Adana | Türkei | 4 | 1249000 | 108.4 | deutlich spürbar |
| Kahramanmaraş | Türkei | 4 | 376000 | 74.9 | deutlich spürbar |
| Kayseri | Türkei | 4 | 592800 | 122.4 | deutlich spürbar |
| Ceyhan | Türkei | 4 | 96300 | 83.5 | deutlich spürbar |
| Osmaniye | Türkei | 4 | 202800 | 75.2 | deutlich spürbar |
Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben
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