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Betroffene Menschen
Schadens- & Opferabschätzung (automatisch)
Das Erdbebennews-Schadensmodell berechnet eine Opferzahl von 0–2 sowie 0–3 Verletzten.
Modellbasierte Berechnung der Erdbebenauswirkungen. Tatsächliche Schadenszahlen können abweichen.
Wie werden die Werte berechnet?
Die Spannen basieren auf einem empirischen Modell aus Intensität, Exposition (Bevölkerungsdaten) und Verwundbarkeit. Die Werte werden pro Intensitätszone aggregiert und gerundet.
Warum sind nur Spannen angegeben?
Frühe Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet (Datenlage, Baugrund, Bauweisen). Statt einer scheinbaren „Exaktheit“ zeigen wir den plausiblen Bereich, der sich im Verlauf mit neuen Informationen verfeinern lässt.
Das Wichtigste zum Erdbeben
Nahe Sumba, Indonesien hat sich am 04.10.2026 00:55 Uhr ein tektonisches Erdbeben der Magnitude 5.9 ereignet. Das Hypozentrum lag nach Angaben von BMKG in etwa 30 Kilometern Tiefe. Die berechnete Maximalintensität erreicht etwa 7.0 auf der EMS-98-Skala. Im modellierten Gebiet könnten die Erschütterungen für rund 3,5 Mio Menschen spürbar gewesen sein. Kleinräumig sind leichte Gebäudeschäden möglich. ShakeMap, Reichweite und mögliche Auswirkungen sind automatische Modellrechnungen. Lokaler Baugrund, Gebäudeeigenschaften und die tatsächliche Herdgeometrie können zu Abweichungen führen.
Nachrichten und Hintergründe
Ein starkes Erdbeben hat am Sonntagmorgen die indonesische Insel Sumba in der Provinz Nusa Tenggara Timur erschüttert und im Südwesten der Insel Gebäudeschäden verursacht. Nach der aktualisierten Auswertung der indonesischen Erdbebenbehörde BMKG erreichte das Beben Magnitude 5.9. Besonders betroffen ist der Regierungsbezirk Sumba Barat Daya, wo zahlreiche Wohnhäuser und mehrere Schulen beschädigt wurden. Allein im Dorf Weepangali wurden zehn Wohnhäuser schwer beschädigt. Auch aus Perokonda und Waikaninyo werden beschädigte Häuser gemeldet, teilweise stürzten Mauern, Terrassen oder andere Gebäudeteile ein. Eine Person wurde nach bisherigem Stand leicht verletzt.
Das Erdbeben ereignete sich am 4. Oktober um 05:55 Uhr WIB beziehungsweise 06:55 Uhr Ortszeit. BMKG hatte zunächst Magnitude 6.1 und eine Herdtiefe von zehn Kilometern angegeben. Nach einer genaueren Auswertung wurden die Parameter auf M5.9 und rund 30 Kilometer Herdtiefe korrigiert. Das Epizentrum lag im Meer südwestlich von Kodi. Eine Tsunamigefahr bestand nicht.
Die stärksten Erschütterungen wurden in Kodi Balaghar, Kodi Bangedo und Kodi mit Intensität VI auf der Modified-Mercalli-Skala registriert. Bei dieser Intensität werden die Erschütterungen von praktisch allen Menschen deutlich wahrgenommen; kleinere bis mäßige Gebäudeschäden sind insbesondere an weniger widerstandsfähigen Bauwerken möglich. Auch in Tambolaka, Waikabubak und Waibakul war das Erdbeben deutlich zu spüren.
Aktive Störung als Ursache
Nach Angaben von BMKG handelt es sich um ein flaches tektonisches Erdbeben infolge der Aktivität einer lokalen Störung in der unteren Erddkruste. Die Behörde vermutet einen Zusammenhang mit der Waikabubak-Störung. Die Auswertung des Herdmechanismus zeigt eine Abschiebung (normal fault): Dabei wird die Erdkruste gedehnt und ein Gesteinsblock bewegt sich entlang der Störungsfläche relativ zum gegenüberliegenden Block nach unten.
Sumba liegt in einer tektonisch ausgesprochen komplexen Region am Südrand des indonesischen Inselbogens. Südlich der Insel bewegt sich die Australische Platte auf den Sunda-Bogen zu und taucht entlang der Subduktionszone unter diesen ab. Die dadurch erzeugten Spannungen beschränken sich jedoch nicht auf die eigentliche Plattengrenze. Auch innerhalb der darüberliegenden Kruste existieren zahlreiche aktive Störungen, an denen eigenständige, teils starke und sehr flache Erdbeben auftreten können. Das aktuelle Beben wird von BMKG einer solchen lokalen Störungsaktivität zugeschrieben, allerdings in der unteren Erdkruste und damit nicht direkt an der Oberfläche.
Nachbeben folgten
Dem Hauptbeben folgte zudem eine intensive Nachbebenserie. Bis 08:05 Uhr WIB registrierte BMKG bereits mindestens 62 Nachbeben mit Magnituden zwischen 1.5 und 4.3. Die Bevölkerung wurde deshalb aufgefordert, beschädigte Gebäude zunächst nicht wieder zu betreten und auf weitere Erschütterungen vorbereitet zu sein.
Update 11:34 Uhr: Ein Todesopfer nach Erdbeben auf Sumba bestätigt
Nach dem M5.9-Erdbeben auf Sumba ist inzwischen ein Todesopfer bestätigt worden. Nach Angaben der Polizei starb ein 73 Jahre alter Mann in Kodi Utara. Dem örtlichen Polizeichef zufolge erlitt der Mann während des Erdbebens einen schweren Schock, nachdem Familienangehörige aus dem Haus geflüchtet waren. Damit handelt es sich nach bisherigem Kenntnisstand nicht um ein direkt durch Gebäudeschäden verursachtes Todesopfer.
Parallel liegt inzwischen eine erste systematischere Schadensbilanz des indonesischen Katastrophenschutzes BNPB vor. Demnach wurden in Sumba Barat Daya bislang 20 beschädigte Wohnhäuser erfasst, davon 19 mit leichten und eines mit mittelschweren Schäden. Hinzu kommen Schäden an drei Gotteshäusern, einer Bildungseinrichtung und einem weiteren öffentlichen Gebäude. Im benachbarten Sumba Barat wurden außerdem drei Gebäude beziehungsweise Unterkünfte des Militärs sowie zwei weitere Gebäude leicht beschädigt. Eine Person wurde durch herabfallende Gebäudeteile leicht verletzt und ambulant behandelt.
Wie häufig sind solche Erdbeben?
Wie häufig sind Erdbeben nahe Sumba, Indonesien? Um das einzuschätzen, wurde die Gutenberg-Richter-Beziehung verwendet – eine statistische Methode, mit der sich aus den vergangenen Erdbeben ableiten lässt, wie oft Beben bestimmter Stärke auftreten. Als Grundlage dienten 500 stärkere Erdbeben, deren Epizentren innerhalb des oben dargestellten rechteckigen Kartenausschnitts liegen.Die historischen Daten stammen aus internationalen Erdbebenkatalogen (USGS, ISC). Die Auswertung ist nur eine grobe regionale Einordnung.
Nach dieser Auswertung kommt ein Erdbeben von etwa Magnitude 5.9 in dieser Region statistisch etwa einmal pro Jahr vor.
Unter der vereinfachenden Annahme zeitlich unabhängiger Ereignisse entspricht das einer Wahrscheinlichkeit von etwa 63.1% innerhalb eines Jahres und 100.0% innerhalb von zehn Jahren.
Diese Werte sind statistische Mittelwerte und keine Vorhersage. Die Aussagekraft hängt außerdem von Vollständigkeit, Magnitudenhomogenität und Länge des verwendeten Katalogs ab.
Betroffene Städte & Orte
| Stadt | Land | Intensität (EMS-98) | Bewohner | Entfernung Epizentrum (km) | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Bondokodi | Indonesien | 7 | keine Daten | 9.9 | mäßige Schäden möglich |
| Manola | Indonesien | 6 | keine Daten | 32.2 | leichte Schäden möglich |
| Elopada | Indonesien | 6 | keine Daten | 44.9 | leichte Schäden möglich |
| Waikabubak | Indonesien | 6 | keine Daten | 53.6 | leichte Schäden möglich |
| Tambolaka | Indonesien | 6 | keine Daten | 39.4 | leichte Schäden möglich |
| Dompu | Indonesien | 5 | 49000 | 124.0 | stark spürbar, einzelne Schäden möglich |
| Labuan Bajo | Indonesien | 4 | 188700 | 160.1 | deutlich spürbar |
| Bima | Indonesien | 4 | 67000 | 124.1 | deutlich spürbar |
| Waingapu | Indonesien | 4 | 48800 | 149.2 | deutlich spürbar |
| Sape | Indonesien | 4 | 5000 | 111.0 | deutlich spürbar |
Wahrnehmungsmeldungen zu diesem Erdbeben
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