Italien: Erdbebenschwarm zwischen Bologna und Florenz (Emilia-Romagna / Toskana)

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23. Januar, 07:14 Uhr
Am Freitagmorgen setzte an der Grenze der italienischen Regionen Emilia-Romagna und Toskana ein Erdbebenschwarm ein. Dieser begann um 3.22 Uhr MEZ mit einem Beben der Stärke 2.0. Bis 7 Uhr folgten nach Angaben des INGV 20 weitere Erdbeben über Magnitude 2. Während die Beben in den ersten zwei Stunden relativ klein blieben – bei neun Erdbeben die beiden stärksten mit M2.4 und 2.7 – kam es danach zu einer leichten Intensivierung. Binnen 70 Sekunden traten um 5.27 Uhr bzw 5.28 Uhr zwei Erdbeben mit Magnitude 3.2 auf. Weitere dieser Größenordnung traten um 6.13 Uhr (M3.0) und 6.56 Uhr (M3.1) auf. Zwischen 6.30 Uhr und 7 Uhr gab es zudem fünf weitere Erdbeben mit Magnitude 2.8, bzw 2.9.

Eine Fortsetzung des Erdbebenschwarmes in den kommenden Stunden ist wahrscheinlich.

Die Epizentren der Erdbeben lagen im Apennin, nahe der Gemeinde Castiglione dei Pepoli in der Provinz Bologna, knapp 35 km südwestlich der gleichnamigen Provinzhauptstadt und 40 km nördlich von Florenz, wo bereits vor einigen Wochen ein Erdbebenschwarm auftrat.

Bisher gibt es keine Meldungen über Schäden. Keines der Beben war in den umliegenden Großstädten (Bologna, Prato, Florenz, Pistoia) spürbar. In der Epizentralregion verbrachten die Menschen aufgrund der hohen Frequenz an Erdbeben den Morgen im Freien.

Update 08:06 Uhr
Das erste moderate Erdbeben trat um 7.51 Uhr auf. Nach ersten Angaben des INGV erreichte es Magnitude 4.1. Dieses Beben war deutlich in Bologna, Florenz und Prato, sowie in Modena (Emilia-Romagna) spürbar.
Nach den vielen kleinen Beben war dieses das erste, was Schäden verursacht haben könnte. Da die meisten Menschen bereits vorher aus ihren Häusern gekommen waren, wird es nicht zu Verletzungen gekommen sein.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es weitere, ähnlich starke oder stärkere Beben in den kommenden Stunden gibt, ist hoch.
Bis 8 Uhr wurden insgesamt 30 Beben über M2 registriert.

Update 15:22 Uhr
An einigen Gebäuden gab es leichte Schäden.

Update 24. Januar, 20:24 Uhr
Das gestrige M4.1 stellte den bisherigen Höhepunkt des Schwarmes dar, nachdem die Erdbebenaktivität deutlich zurckgegangen ist. Bis vor knapp einer Stunde.
Um 19.36 Uhr trat ein neues Beben, M2.1 auf. Klein, aber das stärkste seit Stunden. Binnen Minuten folgten weitere Beben, die stärksten mit M2.7 und 2.9. Insgesamt neun wurden bis 20.13 Uhr registriert. Weitere könnten folgen.
Der Verlauf ist ähnlich wie zu Beginn des Schwarmes gestern am frühen Morgen.

Updates folgen..

In Italien kommt es regelmäßig zum schwarmartigen Auftreten von kleinen bis moderaten Erdbeben. Aber nur in seltenen Fällen (zum Beispiel bei L’Aquila) kündigen diese ein großes Erdbeben an.
Im Jahr 2008 trat nahe der aktuellen Epizentralregion ein Schwarm auf, der binnen weniger Stunden drei Erdbeben zwischen M4 und M5 hervorbrachte.

Bologna

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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