Aktuelle Erdbeben in Thüringen

Aktuelles

20. August 2022: In mehreren Orten der Rhön wurde heute Nacht gegen 2 Uhr ein lauter, explosionsartiger Knall wahrgenommen. Auch die seismologische Station Hohe Rhön der LMU München zeichnete ein Signal auf. Um ein Erdbeben handelt es sich hierbei allerdings nicht. Ursächlich könnte ein Überschallknall sein.

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Zeugenmeldung
Diedorf / Rhön
20.08.2022 01.58 Uhr
Also es hat sich angefühlt als ob gerade gesprengt wird bloß 50 mal schlimmer es hat alles gewackelt und geklirrt

Aufzeichnungen der HROE - Station
Aufzeichnungen der LMU-Station Hohe Rhön (BayernNetz) zeigen deutlich ein Signal gegen 23:58 UTC (1:58 Uhr MESZ), gefolgt von einem schwächeren, länger anhaltenden Rauschen einige Sekunden später. Ein Indiz, dass es sich um ein Überschallknall nahe der Station handelt. Ein Erdbeben würde zudem auf mehreren Stationen registrierbar sein, was hier nicht der Fall ist.

Aktuelle Erdbeben in Thüringen (Liste)

 

Datum Zeit Mag Tiefe (km) Intensität Ort Kreis, Region Bundesland, Land Daten Erdbebentyp Modus Breite Länge
2022-01-31 06:01 1.0 1.0 0 Sondershausen Kyffhäuserkreis TH TSN Bergbau M 51.390 10.800
2022-01-16 06:03 1.0 1.0 0 Sondershausen Kyffhaeuserkreis TH TSN Bergbau M 51.380 10.800
2022-01-14 15:59 1.2 21.0 0 Mehna Altenburger Land TH TSN tektonisch M 50.970 12.310
2022-01-10 08:00 1.0 1.0 0 Bleicherode Nordhausen TH TSN Bergbau M 51.450 10.600
2021-12-20 11:40 1.9 1.0 3 Sondershausen Kyffhäuserkreis TH TSN induziert (Bergbau, Grubenwasser) M 51.395 10.796
2021-12-18 20:22 1.2 1.0 0 Sondershausen Kyffhäuserkreis TH TSN induziert (Bergbau, Grubenwasser) M 51.399 10.870
2021-12-07 02:42 1.6 17.7 0 Starkenberg Altenburger Land TH TSN tektonisch M 50.969 12.340
2021-07-20 19:04 1.3 1.0 2 Sondershausen Kyffhäuserkreis TH TSN induziert (Bergbau, Grubenwasser) M 51.402 10.819
2021-07-04 20:21 1.1 1.0 0 Sondershausen Kyffhäuserkreis TH TSN induziert (Bergbau, Grubenwasser) M 51.382 10.816
2021-04-25 22:23 1.4 1.0 2 Sondershausen Kyffhäuserkreis TH TSN induziert (Bergbau, Grubenwasser) M 51.385 10.817
2021-03-29 18:26 1.1 1.0 0 Menteroda Unstrut – Hainich – Kreis TH TSN induziert (Bergbau) M 51.304 10.617
2021-01-19 04:42 2.1 1.0 4 Sondershausen Kyffhäuserkreis TH TSN induziert (Bergbau, Grubenwasser) M 51.410 10.830
2021-01-03 02:56 1.6 17.0 0 Schmölln Altenburger Land TH TSN tektonisch M 50.920 12.300

Karte aktueller Erdbeben in TH

Wo und warum gibt es Erdbeben in Thüringen?

Der Osten Thüringens befindet sich im Einflussbereich der aktiven Rostock-Leipzig-Regensburg Störungszone sowie im äußersten Norden der Schwarmbebenzone im Vogtland. Entsprechend sind hier, vor allem rund um Schmölln, kleinere Erdbeben relativ häufig. Aus den vergangenen Jahrhunderten sind mehrere starke Erdbeben bekannt, die teils größere Schäden verursacht haben. Vor allem das Erdbeben bei Gera im Jahr 1872 ist bekannt und gilt mit geschätzter Stärke von 5.5 als das stärkste Erdbeben in Mitteldeutschland in historischer Zeit. Solche Beben sind im Osten Thüringens somit auch für die Zukunft zu erwarten.

Weiter nach Westen nimmt die Erdbebenaktivität insgesamt ab. Einzelne größere Erdbeben zwischen Magnitude 3 und 4 sind aus den Regionen um Jena und Eisenach bekannt. Mikrobeben werden landesweit vereinzelt aufgezeichnet. Schwerpunkt ist dabei vor allem die Grenze zu Bayern. Zur Häufigkeit oder Wahrscheinlichkeit stärkerer Erdbeben gibt es keine Informationen.

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Neben Nordrhein-Westfalen ist Thüringen aktuell das einzige Bundesland, das regelmäßig von Erdbeben infolge des Bergbaus betroffen ist. Besonders im Kalirevier Südharz gibt es rund um Bleicherode, Sondershausen und Menteroda immer wieder kleine, spürbare Erdbeben im Bereich der aktiven oder ehemaligen Bergwerke. Teilweise ist auch hier der Anstieg des Grubenwasserspiegels nach Stilllegung der Bergwerke wahrscheinlicher Ursache andauernder Erdbeben. Während der aktivsten Bergbauphase zur Zeiten der DDR und auch noch in den 90er Jahren kam es Richtung Sachsen-Anhalt sowie im Kalirevier an der Werra zu teils massiven Gebirgsschlägen mit Stärken weit über 5, schlimme Schäden waren die Folge. Mit Ausnahme einzelner Mikrobeben ist dort die Aktivität aber inzwischen weitestgehend abgeebbt.

Zuständiger Erdbebendienst

Universität Jena