Aktuelle Erdbeben in Bayern

Zuletzt aktualisiert: 04.05.2022, 13:17 Uhr

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Aktuelle Erdbeben in Bayern (Liste)

Datum Zeit Mag Tiefe (km) Intensität Ort Kreis, Region Bundesland, Land Daten Erdbebentyp Modus Breite Länge
2022-05-04 11:48 2.8 14.0 2 Holzgau Tirol Österreich ZAMG tektonisch M 47.250 10.450
2022-04-28 18:18 1.8 5.0 2 Dietramszell Bad Tölz – Wolfratshausen Bayern ZAMG induziert (Geothermie)? M 47.900 11.650
2022-04-02 09:05 1.2 10.0 0 Mittenwald Garmisch-Partenkirchen Bayern ZAMG tektonisch M 47.450 11.260
2021-09-21 02:24 0.9 5.0 0 Sauerlach München Bayern BGR Geothermie M 47.950 11.660
2021-09-08 04:09 1.5 5.0 0 Inzell Traunstein Bayern EBY Niederschlag M 47.783 12.795
2021-09-08 20:50 1.4 21.0 0 Lachen Unterallgäu Bayern LGF tektonisch M 47.940 10.250
2021-09-07 10:59 1.0 5.0 0 Bad Reichenhall Berchtesgadener Land Bayern EBY Niederschlag M 47.747 12.869
2021-09-05 06:11 1.1 19.0 0 Günzburg Günzburg Bayern LGF tektonisch M 48.450 10.330
2021-08-16 23:15 4.1 13.0 2 Wörgl Tirol Österreich ZAMG tektonisch M 47.370 12.070
2021-05-26 09:15 1.6 2.0 0 Bad Reichenhall Berchtesgadener Land Bayern EBY Niederschlag M 47.742 12.847
2021-04-30 16:06 2.3 10.0 2 Scharnitz Tirol Österreich ZAMG tektonisch M 47.390 11.300
2021-04-23 14:14 1.3 8.0 0 Krün Garmisch – Partenkirchen Bayern ZAMG tektonisch M 47.490 11.200
2021-02-13 06:54 1.2 14.0 0 Oberstdorf Oberallgäu Bayern ZAMG tektonisch M 47.370 10.320
2021-02-08 16:40 1.2 22.0 0 Schauenstein Hof Bayern EBY tektonisch M 50.290 11.736
2021-01-20 08:30 4.5 6.0 3 Admont Steiermark Österreich ZAMG tektonisch M 47.610 14.370
2021-01-03 07:03 1.2 19.0 0 Altertheim Würzburg Bayern LGF tektonisch M 49.700 9.750

Karte aktueller Erdbeben in Bayern


Wo und warum gibt es Erdbeben in Bayern?

Die Alpen gelten als Teil Kollisionszone zwischen der Eurasischen und der Afrikanischen Kontinentalplatte. Der Adria-Sporn, der das gleichnamige Meer und das östliche Italien umfasst, drückt seit Jahrmillionen nach Norden und faltet dabei das Gebirgsmassiv auf. Unter dem Druck der Platten kommt es entsprechend zu hoher Erdbebenaktivität. Nur ist diese innerhalb der Alpen nicht gleichmäßig verteilt. Der Nordrand, der auch durch Bayern verläuft, ist vergleichsweise sicher. Kleinere Erdbeben zwischen Oberstdorf und Berchtesgaden sind dennoch nicht selten, auch stärkere Beben sind möglich. Mit der Inntal-Störung und der Loisach-Fernpass-Störung kreuzen zwei große und aktive Erdbebenzonen die Grenze zu Bayern. Aber auch große Beben im angrenzenden Tirol haben in der Vergangenheit Auswirkungen bis weit nach Norden gehabt. Somit gilt grundsätzlich: Je näher die Alpen, umso höher das Erdbebenrisiko.

Eine weitere Erdbebenzone befindet sich im äußersten Nordosten. Die Region steht im Einflussbereich der Erdbebenschwärme im Vogtland, deren Epizentren überwiegend in Tschechien liegen, sich aber bis in die Oberpfalz erstrecken können. Beben über Magnitude 5 sind aus neuerer Zeit nicht bekannt. Geologische Daten lassen aber darauf schließen, dass hier auch schwere Erdbeben bis Stärke 7 möglich sind. Das letzte ereignete sich im Jahr 998.

Eine eher unbekannte Erdbebenregion befindet sich am Nordrand des Donautals östlich des Nördlinger Ries. Eine große Erdbebenserie mit Beben bis Stärke 5 hat hier in den 1910er Jahren zu einigen Schäden geführt. Einzelne Beben ähnlicher Stärke sind aus historischer Zeit bekannt. Kleinere Erdbeben wurden in den letzten 100 Jahren aber nicht registriert, was aber nicht gegen das Potential erneuter größerer Beben spricht.

Besonderen Ursprungs sind die häufig vorkommenden kleinen Erdbeben am Hochstaufen nördlich von Bad Reichenhall. Infolge von Starkniederschlägen und starker Schneeschmelze kann dort Wasser bis tief ins Gebirge versickern und dort aufgrund spezieller geologischer Bedingungen Erdbebenschwärme auslösen. Diese sind in der Regel nicht stark, kaum stärker als Magnitude 3, werden aber aufgrund der geringen Tiefe oft von Bewohnern der Stadt verspürt. Sie treten fast jedes Jahr im Frühsommer sowie nach entsprechenden Wetterlagen auf.

Induzierte Erdbeben sind in Bayern vor allem auf den Raum München beschränkt. Dortige Geothermie-Kraftwerke haben vor allem in den letzten 20 Jahren zu zahlreichen spürbaren Erdbeben geführt, die aber meist nicht stärker waren als Magnitude 3. Durch fortschreitende Erschließung der Tiefenwärme und den Betrieb vieler Anlagen ist auch in Zukunft mit spürbaren Beben zu rechnen. Das Münchener Stadtgebiet selbst war aber bislang nicht betroffen.

Einzelne spürbare Erdbeben hat es in der Vergangenheit unregeläßig verteilt auch in anderen Teilen Bayerns gegeben. Somit muss auch in Zukunft überall damit gerechnet werden.

Durch die Nähe zu den großen Erdbebengebieten in Norditalien, auf dem Balkan oder auch in Österreich haben starke Fernbeben vergleichsweise oft Einfluss auch auf Bayern. Vor allem in Süden des Landes waren diese in der Vergangenheit stark genug für Gebäudeschäden.