Begriffserklärung

Begriffserklärungen (Glossar Erdbeben)

Kurze, verständliche Definitionen der wichtigsten Erdbeben-Fachbegriffe. Tippe auf einen Buchstaben:

Abschiebung
Störungsart, bei der ein Gesteinsblock relativ zum Nachbarblock nach unten sinkt.

Block (Scholle)
Bruchstück oder Fragment einer tektonischen Platte.
Bodenverflüssigung
Verflüssigung von wassergesättigten Böden durch starke Erdbebenerschütterungen.
Bruch
1) Physikalischer Prozess, der ein Erdbeben auslöst. 2) Riss in der Erdkruste (Synonym: Störung).

Dehnungszone
Bereich, in dem die Erdkruste auseinandergezogen wird.

Epizentrum
Punkt an der Erdoberfläche, der senkrecht über dem Erdbebenherd (Hypozentrum) liegt.
Erdbeben
Plötzliche Erschütterung der Erdoberfläche durch Energieentladung in der Erdkruste; natürlich oder induziert.
Erdbebenschwarm
Viele kleine Beben ohne klares Hauptbeben (z. B. Vogtland).
Erdbebenwellen (seismische Wellen)
Schwingungen, die sich vom Erdbebenherd aus ausbreiten und weltweit messbar sind.
Erdkruste
Oberste feste Schicht der Erde, meist 10–60 km dick.
Erdmantel
Schicht unter der Kruste; fest, aber hochtemperaturbedingt über geologische Zeiten fließfähig. Treibt Plattenbewegungen an.

Getriggertes Erdbeben
Erdbeben, das durch Fernwirkung eines anderen Bebens ausgelöst wird.
Graben (tektonisch)
Abgesenkter Bereich zwischen zwei Abschiebungen; Beispiel: Oberrheingraben.

Hypozentrum (Erdbebenherd)
Punkt im Erdinneren, an dem das Erdbeben entsteht (unterhalb des Epizentrums).

Induziertes Erdbeben
Von Menschen verursachtes Erdbeben, z. B. durch Bergbau, Stauseen oder Grundwasserveränderungen.
Mehr zu Erdbebentypen
Intensität
Maß für die Auswirkungen eines Erdbebens auf Menschen und Gebäude (z. B. EMS-98, Mercalli; römische Zahlen).
Mehr zur Intensität

Katalog
Sammlung von Erdbebendaten mit Ort, Zeit, Magnitude etc.
Kollision
Plattengrenze, an der sich Platten zusammenschieben; führt zur Gebirgsbildung.

Magma
Geschmolzenes Gestein im Erdinneren mit Gasen und Kristallen.
Magmatisch
Prozesse, die durch Magma verursacht werden.
Magnitude (Stärke)
Maß für die Energie eines Erdbebens; u. a. Lokalmagnitude (Richter) und Momentenmagnituden-Skala.
Magnitude of completeness
Unterste Magnitude, ab der ein Erdbebenkatalog als vollständig gilt.
Momentenmagnituden-Skala (Mw)
Heute weltweit wichtigste Magnitudenskala; basiert auf dem seismischen Moment (Energiefreisetzung).

Oberflächenwellen
Love- und Rayleigh-Wellen; langsamer, verursachen oft die größten Schäden.

Paläoseismologie
Wissenschaft, die frühere Erdbeben anhand geologischer Spuren erforscht.
PGA
Maximale Bodenbeschleunigung während eines Erdbebens (Peak Ground Acceleration).
Plattengrenzen
Nahtstellen zwischen tektonischen Platten, an denen Erdbeben entstehen.
P-Welle (Primärwelle)
Schnellste Erdbebenwelle; Kompressionswelle.

Richter-Skala
Historische Skala für die Lokalmagnitude (ML); heute v. a. umgangssprachlich genutzt.

Seismisch
Bezieht sich auf Erdbeben oder Erderschütterungen.
Seismisches Netzwerk
Verbund von Stationen, die Erdbeben aufzeichnen.
Seismologie
Wissenschaft von Erdbeben und seismischen Wellen.
Seismometer (veraltet: Seismograf)
Messgerät, das Bodenbewegungen aufzeichnet.
Station (seismologisch)
Messstelle mit Seismometer.
Störung
Natürlicher Riss im Gestein, an dem sich Blöcke gegeneinander bewegen.
Strike-Slip (Blattverschiebung)
Störungsart mit seitlicher Verschiebung; Beispiel: San-Andreas-Störung.
Subduktionszone
Plattengrenze, an der eine Platte unter eine andere abtaucht; typisch für starke Erdbeben und Tsunamis.
S-Welle (Sekundärwelle)
Scherwelle; langsamer als P-Wellen, aber oft zerstörerischer.

Tektonische Platten
Große Bruchstücke der Erdkruste in Bewegung; verursachen Erdbeben, Vulkanismus und Gebirgsbildung.
Tektonisches Erdbeben
„Natürliches“ Beben durch Plattenbewegungen; Gegensatz zu induziert.

Überschiebung
Störungsart, bei der sich ein Gesteinsblock über einen anderen schiebt.