Magnitude und Intensität werden oft verwechselt. Die Magnitude beschreibt die Stärke des Erdbebens an der Quelle, die Intensität die Auswirkungen an einem bestimmten Ort.
Magnitude
Die Magnitude beschreibt die Stärke eines Erdbebens und ist ein Maß für die freigesetzte seismische Energie.
Sie sagt nicht direkt aus, wie stark ein Erdbeben an einem bestimmten Ort gespürt wird. Ein flaches Erdbeben der Magnitude 3 kann in der Nähe deutlich spürbar sein, während ein tiefes oder weit entferntes stärkeres Erdbeben kaum bemerkt wird.
Lokalmagnitude ML
Die Lokalmagnitude ML ist eine Magnitudenskala, die vor allem für kleinere und regionale Erdbeben verwendet wird.
Sie geht historisch auf die sogenannte Richter-Skala zurück. In regionalen Erdbebendiensten ist ML weiterhin sehr verbreitet, besonders für lokale Beben in Deutschland und Mitteleuropa.
Momentenmagnitude Mw
Die Momentenmagnitude Mw ist heute die wichtigste Magnitudenskala für stärkere Erdbeben. Sie basiert auf dem seismischen Moment.
Das seismische Moment berücksichtigt unter anderem die Größe der Bruchfläche, die Verschiebung entlang der Störung und die Festigkeit des Gesteins. Deshalb eignet sich Mw besser für sehr große Erdbeben als ältere Magnitudenskalen.
Richter-Skala
Die Richter-Skala war eine frühe Magnitudenskala für regionale Erdbeben in Kalifornien.
Heute wird der Begriff oft umgangssprachlich für Magnituden allgemein verwendet. Fachlich ist das meist ungenau, weil moderne Erdbebendienste je nach Ereignis unterschiedliche Magnitudenskalen verwenden.
Intensität
Die Intensität beschreibt die Auswirkungen eines Erdbebens an einem bestimmten Ort, zum Beispiel Wahrnehmungen, Gebäudeschäden oder Veränderungen in der Natur.
Anders als die Magnitude kann die Intensität von Ort zu Ort stark variieren. Ein Erdbeben hat eine Magnitude, aber viele Intensitätswerte.
EMS-98
Die Europäische Makroseismische Skala 1998, kurz EMS-98, beschreibt die Intensität eines Erdbebens anhand beobachteter Auswirkungen und Schäden.
Sie reicht von nicht spürbaren Erschütterungen bis zu schweren Zerstörungen. In Europa ist sie die wichtigste Skala zur Bewertung makroseismischer Beobachtungen.
Makroseismisch
Makroseismisch bedeutet, dass ein Erdbeben anhand seiner beobachteten Auswirkungen untersucht wird, etwa durch Meldungen von Menschen oder dokumentierte Schäden.
Makroseismische Daten sind besonders wichtig, wenn es keine oder nur wenige instrumentelle Messungen gibt, etwa bei historischen Erdbeben.
Mikroseismisch
Mikroseismisch bezeichnet sehr schwache Bodenbewegungen oder sehr kleine Erdbeben, die meist nur mit Messgeräten nachweisbar sind.
Solche Ereignisse sind für Menschen normalerweise nicht spürbar, können aber wichtige Hinweise auf Spannungsänderungen, Schwarmaktivität oder magmatische Prozesse geben.
PGA
PGA steht für Peak Ground Acceleration und bezeichnet die maximale Bodenbeschleunigung während eines Erdbebens.
Sie ist ein wichtiger Kennwert für Erdbebengefährdung und Bauwerksreaktionen. Hohe PGA-Werte können bedeuten, dass Gebäude stark belastet werden.
ShakeMap
Eine ShakeMap ist eine Karte, die die räumliche Verteilung der Erschütterungsstärke nach einem Erdbeben zeigt.
Sie kann Messdaten, Modellrechnungen und Erfahrungswerte kombinieren. ShakeMaps helfen, schnell einzuschätzen, wo ein Erdbeben besonders stark gespürt wurde oder Schäden möglich sind.
Bodenverflüssigung
Bodenverflüssigung kann auftreten, wenn wassergesättigte, lockere Sedimente durch starke Erschütterungen ihre Festigkeit verlieren.
Der Boden verhält sich dann kurzfristig ähnlich wie eine Flüssigkeit. Dadurch können Gebäude einsinken, kippen oder ihre Standfestigkeit verlieren.