USGS: Neue Studie zeigt induzierte Erdbeben in den zentralen und östlichen USA

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Das United States Geological Survey (USGS) veröffentlichte am Donnerstag eine neue Studie (hier als pdf) zu den induzierten Erdbeben in den zentralen und östlichen Bundesstaaten der USA. Dabei geht es speziell um die Gebiete, in denen Erdgas oder Erdöl gefördert wird.
Seit 2009 ist aufgrund der Injektion von Fluiden in Gesteinsschichten ein starker Anstieg der Erdbebenaktivität bei niedrigen Magnituden zu beobachten. Als direkte Folge des „Fracking“ konnten nur wenige Erdbeben nachgewiesen werden. Es wurden 17 Regionen ausgemacht, in denen solche Erdbeben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten auftraten. Besonders signifikant ist die Erdbebenaktivität sit 2009 in Oklahoma und Südkansas. Auch Regionen in Texas und Colorado konnten den Förderstellen zugeordnet werden, ebenso zwei starke Erdbeben mit Magnitude 5.2 in Colorado, bzw M5.6 in Oklahoma im Jahr 2011, welche als die stärksten induzierten Erdbeben im Untersuchungsgebiet gelten. Desweiteren gab es leicht erhöhte Erdbebenaktivität in Regionen von New Mexico, Ohio und Arkansas.

Oklahoma, Kansas und Texas zeigten in den vergangenen beiden Jahren die größte Zunahme von Erdbeben. Auch Regionen, die in der Studie nicht berücksichtigt wurden, da die Aktivität erst nach Beginn dieser einsetzte. Für die Zukunft erhöhe sich durch die induzierten Erdbeben auch das Risiko. Induzierte Erdbeben könnten demnach, je nach Modell, Magnituden von 6.0 bis 7.0 erreichen, wobei darauf hingewiesen wird, dass in anderen Ländern schon stärkere induzierte Erdbeben beobachtet wurden.
Auch Szenarien, in denen induzierte Erdbeben die maximal zu erwartenden Magnituden, je nach Region Magnitude 6.5 bis 7.9, erreichen können, seien denkbar.

Für Städte in betroffenen Regionen gibt die Studie eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit von potentiell gefährlichen Erdbebenintensitäten (VI auf der Mercalli-Skala) an. Oklahoma City müsse durchschnittlich alle 10 Jahre (statt wie bisher alle 500 Jahre) mit einem solchen Erdbeben rechnen. Fort Worth in Texas alle 300 Jahre (statt 3000).

In den kommenden Jahren sollen weitere Untersuchungen und Beobachtungen stattfinden, um mehr über die Induzierten Erdbeben herauszufinden. Bisher sind die genauen Unterschiede zwischen beiden Erdbebentypen und ihren Auswirkungen nicht vollständig aufgedeckt.

 

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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