Japan: Zunehmende Erdbebenaktivität am Vulkan Hakone

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Update 10. Mai 19.35 Uhr
Die Erdbebenaktivität am Hakone hat in den vergangenen Tagen wieder zugenommen. Vor allem am heutigen Tag wurden (bis 20 Uhr Ortszeit) 219 kleine Erdbeben registriert. Mindestens 6 von ihnen wurden von den Einwohnern rund um den Vulkan leicht verspürt. Das stärkste erreichte Magnitude 3.1 und JMA Intensität 2. Es ist das bisher stärkste Erdbeben in der aktuellen Aktivitätsphase.
Zudem wurden rund um den Krater vermehrt Dampfausstöße verzeichnet.

Die Alarmstufe des Vulkans bleibt auf 2. Die meisten Erdbeben traten in der unmittelbaren Nähe der Thermalquellen auf, was einen direkten Zusammenhang mit magmatischer Aktivität nicht bestätigt. Auch sonst wurden keine vermehrten Zeichen vulkanischer Aktivität registriert.

Originalartikel vom 7. Mai, 07:35 Uhr:
Seit knapp 2 Wochen verzeichnet die Japanische Meteorologiebehörde (JMA), die ebenfalls die Überwachung von Vulkan- und Erdbebenaktivität organisiert, einen deutlichen Anstieg der Erdbebenaktiviät. Nachdem zu Beginn der Aktivitätsphase vor allem Mikrobeben registriert wurden, nahmen die Magnituden in den letzten Tagen zu. Erste Beben bis M 2.5 wurden von Bewohnern in der Umgebung des Vulkans mit geringer Intensität wahrgenommen. Ein Erdbeben vergangene Nacht erreichte Magnitude 2.9 und Intensität 2 auf der JMA Skala (entspricht III bis IV auf der Mercalli Skala).

Der Hakone ist ein aktiver Vulkan, 80 km südwestlich der japanischen Hauptstadt Tokyo. Bei Touristen beliebt ist er wegen seiner gut erschlossenen heißen Quellen. International steht er aber im Schatten seines berühmteren Nachbarn, Mt. Fuji, 25 km westlich.

In den Jahren 1990, 1991 und 2001 wurden bereits Erdbebenschwärme am Mt. Hakone verzeichnet. Das stärkste Beben dabei erreichte Magnitude 5.1 und war auch im nahe gelegenen Tokyo deutlich spürbar. Eine Eruption folgte auf keine dieser Aktivitätsphasen.

Im aktuellen Fall registrierte die JMA zudem ein geringes Anschwellen der Bergflanken. Die Emission vulkanischer Gase nahm zu. Gleichzeitig erhöhte sich die Temperatur der Gase. An Anstieg von Magma gilt als wahrscheinlich. Vor einigen Tagen erhöhte man die Warnstufe des Vulkans auf 2, was eine Sperrung des Kraters bedeutet. Behördenvertreter trafen sich gestern mit Vertretern der Tourismusbranche am Hakone, um über die Folgen einer möglichen, zeitnahen Evakuierung zu reden. Rechtzeitigiger Informationsaustausch soll in Zukunft gewährleistet sein, um mögliche Gefahren für Touristen und Einheimische frühzeitig zu erkennen und darauf reagieren zu können.
Aber auch ohne Eruption könnte die Erdbebenaktivität, sofern sie weiter zunimmt, zur Gefahr für die Bevölkerung im Westen der Präfektur Kanagawa werden. Innerhalb der Vulkancaldera befinden sich mehrere kleine Städte, die vor allem touristisch geprägt sind. An die Caldera anschleßend liegen Großstädte wie Susono, Gotemba und Odawara. In der Regel gilt, Erdbeben ab Intensität 5- können in Japan Gebäudeschäden verursachen. Dies entspräche bei vulkanischen Erdbeben etwa Magnitude 4.5.

Der letzte kleine Vulkanausbruch am Hakone liegt etwa 900 Jahre zurück. Eine größere Eruption mit Bildung Pyroklastischer Ströme trat zuletzt vor 2900 Jahren auf. Entstanden ist die 10 km große Hakone-Caldera bei schweren Vulkanausbrüchen vor etwa 180000 und 50000 Jahren. Mehr über den Vulkan

Hakoe

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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