Erdbeben erschüttert Kleinpolen – 40 Gebäude beschädigt

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Update 2. Oktober 11.02 Uhr
Etwa 40 Gebäude in Libiaz und umliegenden Dörfern wurden bei dem Erdbeben beschädigt. Drei von ihnen so schwer, dass sie als dauerhaft unbewohnbar gelten und die Bewohner evakuiert werden mussten. Bei einem der Häuser stürzten Teile des Daches ein.
Betroffene Bürger erhielten am Tag nach dem Erdbeben Formulare von der Bergwerksgesellschaft, in denen sie die entstandenen Schäden melden können. In der Regel werden finanzielle Entschädigungen bezahlt. Bewohner klagen aber, dass es an Soforthilfe mangelt und fürchten, dass sie auf den Verlusten sitzen bleiben. Es gibt für die fünf evakuierten keine Angebote zur temporären Umsiedlung. Zudem gab es bisher keine Ankündigung, wann die beschädigten Häuser repariert oder neu aufgebaut werden.

Das Erdbeben wurde von polnischen Messstationen mit Magnitude 3.8 angegeben. Es entstand infolge eines Stolleneinsturzes in einem Bergwerk in 640 Metern Teufe. Der Betreiber versicherte, dass ein solches Erdbeben die absolute Ausnahme ist und in der Regel nicht auftritt.

Update 30. September 13.33 Uhr
Die Feuerwehr berichtet von mehreren Dutzend Meldungen über Gebäudeschäden in den Städten Libiaz und Chrzanowie. Untersucht wurden bisher 13 Fälle von Beschädigungen. Drei Wonhäuser wurden aufgrund der Schäden evakuiert. Ebenso ein Krankenhaus, wo Experten zur Zeit die Schäden begutachten. Zur Zeit gibt es keine Informationen über Verletzte. Die Feuerwehr empfahl allen Hausbesitzern, Heizungsanlagen und Rohrleitungen auf Schäden zu untersuchen.
Untertage hat es keine Schäden gegeben. Die Bergleute wurden zur Sicherheit evakuiert.

Ursprüngliche Meldung vom 30. September, 11.47 Uhr:
Polen
– Ein intensives Erdbeben hat am Mittwochvormittag um 11.15 Uhr die Regionen Kleinpolen und Schlesien erschüttert. Nach ersten Daten erreichte das Erdbeben Magnitude 3.8. Es soll sich um eine bergbauinduzierte Erschütterung infolge der Arbeiten im Bergwerk Czechowicach Dziedzicach handeln. Das Epizentrum lag jedoch auf dem Gebiet der Stadt Libiaz wenige Kilometer nordöstlich von Auschwitz, etwa auf halber Strecke zwischen Krakau und Kattowitz. Sowohl in Auschwitz, als auch in Libiaz waren die Erschütterungen so stark, dass viele Menschen aus Angst ihre Häuser verließen. Bewohner von Auschwitz sprechen vom stärksten Erdbeben, das sie dort je gespürt haben. Meldungen über Schäden gibt es zur Zeit noch nicht.

Auschwitz

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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