Schweres Erdbeben auf Neuguinea (Indonesien) – Mindestens 3 Tote (6. April)

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Update 14. April
In der betroffenen Erdbebenregion wurden durch Erdrutsche und teilweise auch durch das Erdbeben selbst viele Gebäude schwer beschädigt oder zerstört. Viele Menschen mussten evakuiert werden. Die humanitäre Lage in der Region ist angespannt. Durch die Erdmassen wurden viele Gärten und Felder begraben, die einzige Lebensgrundlage der Bewohner Papuas. Die Menschen werden aus der Luft mit dem nötigsten versorgt.
Neben den Opfern durch die Erdrutsche wurden zwei weitere Personen schwer verletzt, als ein Gebäude über ihnen zusammenbrach.

Update 10. April
Erst spät wurde bekannt, dass es doch Opfer infolge dieses Erdbebens gegeben hat. Mindestens 3 Menschen wurden getötet, als sie auf der Straße von einem Erdrutsch, ausgelöst durch das Erdbeben, getroffen wurden. Eine weitere Person, der Sohn eines Opfers, wurde am Bein verletzt. Bei den beiden anderen Todesopfern soll es sich ebenfalls um Kinder, bzw. Jugendliche gehandelt haben.
Es soll in der Region noch weitere Erdrutsche gegeben haben. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

(6. April)
Im Indonesischen Teil der Insel Neuguinea kam es um 6.42 Uhr MESZ zu einem schweren Erdbeben der Stärke 7,2. Nach angaben des USGS ereignete es sich in einer Tiefe von 75 Kilometern. In der nördlichen Tiefebene der Insel ergibt sich somit Intensität VII. Dort leben nach Schätzungen des USGS etwa 9000 Menschen in größeren Dörfern oder Städten. In der Bergregion war das Erdbeben weniger intensiv. Auch wenn Indonesien an schwere Erdbeben gewöhnt ist, muss hier mit schweren Schäden gerechnet werden. Eine Tsunami-Warnung gibt es nicht. Updates folgen.

Update:
Indonesischen Behörden berichten von Panik in weiten Teilen von Papua.

Update 08.10 Uhr:
Die Indonesischen Behörden sehen das Epizentrum weiter nördlich im Flusstal. Dort soll dementsprechend Intensität VI und VII weiter verbreitet gewesen sein, teilweise bis zur Küste. Glücklicherweise leben in dem Gebiet nur sehr wenige Menschen, wenn überhaupt nur in kleinen Dörfern im Regenwald. Daher ist das Schadenspotential in dem Szenario geringer. Die größeren Orte finden sich eher südlich des zentralen Gebirges.

Update 08.50 Uhr:
Nach ersten Überprüfungen durch den Katastrophenschutz wurden in der betroffenen Region keine Schäden registriert. Allerdings ist die Überprüfung noch nicht abgeschlossen.
In der Bergregion geht die größte Gefahr bei einem Erdbeben wie diesen von Erdrutschen aus. Neuguinea ist größtenteils von Regenwald bewachsen, dementsprechend fällt viel Niederschlag. Allgemein ist Indonesien, unabhängig von der Erdbebentätigkeit, immer wieder Schauplatz von verheerenden Erdrutschen mit duzenden Todesopfern.
Bislang gab es zwei Nachbeben der Stärke 4,1 und 4,6. Größere Nachbeben bis Stärke 5,5 sind möglich.

Update 10.02 Uhr:
Ein weiteres Nachbeben der Stärke 5,2 war nach Angaben der Indonesischen Behörden am unbesiedelten Epizentrum mit MMI VI spürbar. Bei einer vorläufigen Tiefe von 109 Kilometern ist aber damit zu rechnen, dass einer der beiden Werte in den kommenden Minuten korrigiert

Update 12.21 Uhr:
Die Tiefe des Bebens wird von den Indonesischen Behörden nun mit 176 Kilometern angegeben. Das erklärt auch, warum es keine Schäden gab. Gut für Indonesien. Das erste M 7 Hauptbeben seit 4 Monaten, das keine Schäden verursacht.

Tektonische Hintergründe: 

Im Indonesischen Teil von Neuguinea trifft die schnelle Indo-Australische Platte auf mehrere langsame Mikroplatten. In dem Fall ist die Maoke-Platte von Bedeutung. Diese bewegt sich um einige Grad versetzt in die gleiche Richtung wie die Indo-Australische Platte, nur um einiges langsamer. Durch den Druck der Indo-Australischen Platte faltet sich das Gebirge auf, dass die südliche Grenze der Maoke-Platte markiert. Ein Teil der großen Platte taucht dabei zusammen mit der Maoke-Platte in den Erdmantel ab. Dort wurde das Erdbeben durch eine ruckartige Verschiebung verursacht, wobei es sich teilweise um eine seitliche (im entsprechenden Winkel nach Nordosten) und größtenteils um eine Anhebung der Maoke-Platte entgegen dem Druck der Indo-Australischen Platte handelte.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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