Schweres Erdbeben vor der Küste von Japan – Tsunami (55 cm) trifft Miyagi – Eine Person verletzt, geringe Schäden – Starkes Nachbeben am 27. Oktober

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Das aktuellste Update befindet sich am Ende des Berichtes
25. Oktober
Ein schweres Erdbeben mit M 7.6 (vorl. USGS) ereignete sich um 19.10 Uhr MESZ der Küste von Honshu (Japan)! Bei dieser Magnitude ist ein kleiner Tsunami möglich, zumindest an den japanischen Küsten. Korrekturen sind aber möglich.
GFZ nennt vorläufig Magnitude 7.2

Update 19.22 Uhr
GFZ hat auf 7.1 korrigiert. USGS nennt jetzt M 7.5. Ein großer Tsunami ist auszuschließen, dennoch wird wahrscheinlich eine kleine Welle die Küste treffen.

Update 19.23 Uhr:
JMA nent nur Magnitude 6.8 und gibt nur ein „Tsunami Advisory“ für die Präfektur Fukushima. (Heißt: Kleiner nicht-zerstörerischer Tsunami wird erwartet. Strand / Küste sollte gemieden werden. Mitten in der Nacht werden dort wohl nur sehr wenige Menschen sein) Somit ist nichts ernstes zu erwarten. USGS ist ebenfalls runter auf 7.3.

Update 19.26 Uhr:
Das Erdbeben selbst war im gesamten Osten von Japan spürbar, aufgrund der Distanz zwischen Epizentrum und Küste aber nur mit JMA Intensität 4. Dabei sind keine großen Schäden zu erwarten.

Update 19.30 Uhr:
Das Epizentrum des Bebens lag östlich (auf der „falschen Seite“) der Plattengrenze, somit ist es kein Subduktionsbeben (=geringeres Tsunami-Risiko). Außerdem entschärft die Distanz zur Küste (mehrere hundert Kilometer) deutlich die Gefahr des Erdbebens. Großes Glück für Japan, die durch die Taifune der letzten Tage schon genug Schäden hatten. Dennoch kann es durch die Kombination beider Ereignisse im Landesinneren eventuell zu Erdrutschen kommen.

Update 19.34 Uhr:
Die Tsunami-Messbojen vor der Küste von Honshu haben noch keine Veränderung des Meeresspiegels registriert. Somit wird die Wahrscheinlichkeit einer „Großen Welle im Hafen“ immer geringer.

Update 19.42 Uhr:
Zwei Bojen zeigen nun eine sehr kleine Veränderung des Meeresspiegels an (ca. 2 cm). Dabei besteht absolut keine Gefahr.

Update 19.56 Uhr:
JMA hat den Tsunami-Advisory auf alle Präfekturen entlang der Ostküste (Iwate, Miyagi, Chiba, Ibaraki) von Honshu erweitert. Die Ankunft eines kleinen Tsunamis wird für die nächsten Minuten erwartet. Dabei hat JMA das Erdbeben auf 7.1 nach oben gestuft. (20 km Tiefe)

Update 20.03 Uhr:
Wenn die Berechnungen von JMA stimmen, haben die ersten Wellen gegen 20.00 Uhr die Küsten getroffen. Andere Küstenbereiche werden in den nächsten Minuten erreicht.
Nochmal: Ein großer zerstörerischer Tsunami wird nicht erwartet. Die Wellenhöhe kann dennoch 1 Meter erreichen.

Update 20.07 Uhr:
Aus dem AKW Fukushima gibt es die Meldung, dass es zu keinen Zwischenfällen infolge des Erdbebens gekommen ist. Bei Intensität JMA 4 sind sowieso keine großen Schäden zu erwarten. Auch ein 1 Meter hoher Tsunami, wenn er denn so hoch wird, wird zu keinen Schäden führen. Die Vorkehrungsmaßnahmen sind bei Wellen dieser Höhe sehr effektiv.

Update 20.31 Uhr
Eine erste Tsunamiwelle hat die Küste von Miyagi (Ishinomaki-shi) getroffen. Die Höhe betrug 30 cm.

Update 20.38 Uhr
Auch an der Küste von Iwate wurden nun an zwei Stationen Wellen registriert. Die maximale Höhe lag bislang bei 20 cm. (Ofunato) Der Tsunami in Miyagi war nach neuen Meldungen höher als 30 cm.
Aus Fukushima gibt es noch keine Meldungen eines Tsunamis.

Update 20.59 Uhr:
Sicherheitshalber wurden in Iwate einige Küstenabschnitte evakuiert. Auch das AKW Fukushima wurde geräumt. Schäden wurden nicht gemeldet.

Update 21.01 Uhr:
Während in Japan nicht wirklich Panik gemeldet wird, oder sonstige negative Auswirkungen, überschlagen sich die deutschen und europäischen Medien mit Horrormeldungen. Vorbeben, Riesentsunami, etc. Natürlich maßlos übertrieben.

Update 21.04 Uhr:
An weiteren Stationen, nun insgesamt 5, wurden Tsunamis registriert. Diese liegen nur in den Präfekturen Iwate und Miyagi. Die höchste Amplitude lag bei 40 cm.

Update 21.15 Uhr:
Nach Medienberichten wurde an der privaten Messstation es Atomkraftwerks Onagawa ein 55 cm hoher Tsunami beobachtet. Das Kraftwerk ist aber durch eine 13 Meter hohe Schutzmauer geschützt.

Update 21.29 Uhr:
Tsunami-Advisory wurde für alle Küsten aufgehoben!


Update 22.00 Uhr:
Knapp 3 Stunden nach dem Erdbeben gibt es keine Meldungen über Schäden. Die evakuierten Menschen kehren auch in ihre Häuser zurück. Bei Tagesanbruch wird klar werden, ob der kleine Tsunami oder das Erdbeben zu irgendwelchen kleinen Schäden geführt hat. Große Schäden sind so gut wie ausgeschlossen.

Update 26. Oktober 09.46 Uhr:
Eine Person soll nach Angaben von Behörden leicht verletzt worden sein. Dies geschah vermutlich nicht als direkte Folge des Erdbebens, sondern bei der Evakuierung oder beim Verlassen des Hauses. (Die verletzte Person stammt aus der Region Iwate, wo der überwiegende Teil der Tsunami-Evakuierungen stattfand)
In den chinesischen Medien gibt es Andeutungen von „sehr geringen Schäden“ infolge des Erdbebens. In den Japanischen Medien werden keine Details genannt. Offizielle Quellen nennen, ebenfalls ohne Details, „ein paar Schäden“ in der Präfektur Fukushima.

Update 27. Oktober:
Ein recht starkes Nachbeben mit Magnitude 5.8 ereignete sich um 19.13 Uhr MEZ, 49 Stunden nach dem Hauptbeben. Das Epizentrum lag ebenfalls weit vor der Küste von Honshu. Ein neuer Tsunami oder Schäden sind nicht zu erwarten.
Nach Angaben von JMA hatte es Magnitude 5.4 und war mit (JMA) Intensität 1 – 2 im Osten von Honshu und Hokkaido, wahrscheinlich auch in Tokyo, wahrnehmbar. Es ist allerdings zweifelhaft, das viele Menschen zu nächtlicher Stunde das Erdbeben bemerkt haben.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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