Japan: Geringe Schäden durch Erdbeben in Tokushima

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Bewohner der japanischen Präfektur Tokushima auf der Insel Shikoku dachten an das Nankai Erdbeben, als um 10.25 Uhr Ortszeit plötzlich die Erde zu beben begann. Intensität 5 +, der sechste Wert auf der neunstufigen japanischen Intensitätsskala, wurde in der Region Mugi registriert. Das Erdbeben selber erreichte nach korrigierten Angaben der japanischen Meteorologiebehörde M5.0 (in einer ganz frühen Meldung wurde M5.7  genannt). USGS gibt es mit Magnitude 4.9 an.
Die hohe Intensität geht auf die flache Tiefe zurück. Eine lokale Stöungszone, die sich durch die Präfektur Tokushima zieht, hat das Beben hervorgebracht.
Durch die hohe Intensität des Erdbebens schlossen viele Bewohner auf das gefürchtete Nankai Erdbeben, erwartet an der Subduktionszone vor der Südküste von Honshu und Shikoku, und verließen ihre Häuser um sich vor einem möglichen Tsunami in Sicherheit zu bringen.
Der Tsunami blieb aus, größere Schäden bisher auch. Infrastruktur und die meisten öffentlichen Gebäude wurden nicht beeinflusst. Bisher meldeten nur zwei Schulen in der Region Kaifu (Intensität 5 -) Schäden in mehreren Klassenzimmern, die daraufhin evakuiert wurden. Schüler und Lehrer wurden nicht verletzt. Ob Privathaushalte ebenfalls Schäden erlitten haben, wird zur Zeit untersucht.
Die Behörden warnten vor intensiven Nachbeben, die in den kommenden Tagen auftreten können. Zusammen mit starken Niederschlägen besteht die Gefahr von Erdrutschen. Instabile Hänge sollten deshalb gemieden werden.

In den Stunden nach dem Beben verbreiteten sich Gerüchte, das Erdbeben stelle ein Vorläufer des Nankai-Bebens dar. Behörden erklärten, dass zwischen dem Erdbeben und dem Nankai Graben keine Verbindung besteht.

Update
Weitere Schäden wurden gemeldet:
Die Wand eines Wohnhauses stürzte ein. In mehreren Gebäuden bildeten sich kleinere Risse. Steinschläge trafen mehrere Straßen in den Bergen und der Schienenverkehr wurde zeitweise ausgesetzt. Insgesamt blieb es trotz der hohen Intensität bei geringen Schäden. Grund dafür: Die dünne Besiedlung. Ein ähnliches Beben in der Nähe einer Großstadt wäre deutlich schlimmer ausgefallen.

Tokushima

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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