Kleiner Tsunami nach Erdbeben in Papua-Neuguinea

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Nach einem schweren Erdbeben der Stärke 7.5 wurde in Teilen von Papua-Neuguinea ein kleiner Tsunami registriert. Das Erdbeben trat in der Nacht zum Montag um 1.48 Uhr MESZ auf und erschütterte vor allem die Inseln New Britain und New Ireland im Osten des Landes. Vom Pacific Tsunami Warnung Center wurde kurzzeitig eine Tsunamiwarnung für alle umliegenden Regionen ausgegeben. Auf New Britain wurden die höchten Tsunamiamplituden registriert. Vor allem in der Stadt Rabaul im Norden der Insel trat das Meer ins Landesinnere und überschwemmte einen Parkplatz. Schäden oder Opfer hat es dabei nach ersten Angaben nicht gegeben. Im Hafen der Stadt wurde eine Wellenhöhe von 50 cm gemessen.

Das Erdbeben selbst richtete nach ersten Angaben ebenfalls keine Schäden an. In Rabaul, wo die Erschütterungen bis zu 5 Minuten anhielten, wurden mehrere Gebäude kurzzeitig  evakuiert, darunter Hotels und der Flughafen. Bewohner beschreiben das Erdbeben als das stärkste der letzen Jahre. Einige dachten zunächst an eine Eruption des nahe gelegenen Vulkans Rabaul. Das Observatorium des Vulkans konnte bisher keine Veränderungen der Aktivität infolge des Erdbebens feststellen. In der Vergangenheit kam es aber häufig zu Eruptionen des sehr aktiven Vulkans, wenn zuvor die Erde gebebt hatte.

Die Überprüfung der ländlichen Regionen der betroffenen Inseln wird aber noch mehrere Tage dauern. Ob es dort zu Schäden oder Opfern kam, ist noch nicht klar. In der Regel ist die Bauweise dort aber einigermaßen Erdbebensicher, so dass nur selten Schäden auftreten.

Dutzende, teils starke Nachbeben tragen bisher auf. Die Gefahr von Schäden oder neuen Tsunamis bestand dabei aber bisher nicht. Nachbeben bis Magnitude 6.5 sind in der Regel in den kommenden Tagen zu erwarten.

Die Inseln Neubritannien und Neuirland gehören zu den erdbebengefährdetsten Gebieten der Erde. Mehrmals pro Jahrzehnt kommt es zu schweren Erdbeben über Magnitude 7. Zuletzt im Jahr 2000 trat sogar ein Erdbeben der Stärke 8 auf. Grund für die vielen Erdbeben ist die Subduktionszone im Süden beider Inseln, die sich im Osten bis nach Bougainville erstreckt. Dort taucht die Salomonseeplatte unter die Bismarckplatte ab.

Im April 2014 wurde Bougainville von einer Reihe schwerer Erdbeben mit Tsunamis getroffen. Mehrere Menschen kamen dabei ums Leben. Die bis zu zwei Meter hohen Wellen zerstörten dabei einige Häuser.

New Britain

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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