Südkorea: Starkes Erdbeben nahe Busan – Verletzte und Schäden

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Südkorea – Nach Meldungen von Zeugen hat sich am Montag (12. September) gegen 12:45 Uhr MESZ (19:45 Uhr Ortszeit) ein Erdbeben in Südkorea ereignet. Es war im Umfeld der Städte Ulsan Busan im Südosten des Landes spürbar. Genaue Informationen wie Magnitude und Epizentrum liegen dazu noch nicht vor.

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Update 12:55 Uhr
Das Geoforschungszentrum Potsdam gibt das Erdbeben mit Magnitude 4.8 an. Das Epizentrum lag demnach wenige Kilometer östlich der Stadt Daegu.

Update 13:00 Uhr
Der Koreanische Erdbebendienst gibt das Erdbeben mit Magnitude 5.1 an. Demnach lag das Epizentrum weiter östlich zwischen Pohang und Ulsan (siehe Karte unten) und damit 60 Kilometer nördlich von Busan. Die Erschütterungen waren in weiten Teilen von Südkorea, selbst in den Vororten der Hauptstadt Seoul spürbar. Rund um das Epizentrum sind leichte Schäden möglich. Es ist eines der stärksten Erdbeben in Südkorea der letzten Jahrzehnte.

Update 13:10 Uhr
Das Erdbeben war für viele Anwohner eine Überraschung. Einige gingen aus Sorge kurzzeitig aus ihren Häusern. Aus einigen Orten werden kurze Stromschwankungen gemeldet, aber ansonsten gibt es bisher keine Informationen über mögliche Auswirkungen.

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Update 13:18 Uhr
Da die Frage aufkam: Trotz ähnlicher Magnitude hängt dieses Erdbeben nicht mit dem nordkoreanischen Atomprogramm zusammen. Es handelt sich um ein tektonisches Ereignis, wie sie in Südkorea zwar selten, aber nicht unmöglich sind.

Update 13:37 Uhr
Zeugen meldeten uns soeben ein zweites, „deutlich stärkeres Erdbeben“.
Noch gibt es keine Infos dazu.

Update 13:38 Uhr
Nach ersten Meldungen war das zweite Erdbeben mit Magnitude 5.8 deutlich stärker als das erste. Es muss mit größeren Schäden gerechnet werden. Das Epizentrum lag an gleicher Stelle wie beim ersten Erdbeben.

Update 13:48 Uhr
Bereits nach dem ersten Erdbeben wurden viele öffentliche Gebäude in umliegenden Städten evakuiert. Dies hat sich jetzt wiederholt. Selbst in Seoul und in Teilen von Nordkorea wurde das Beben noch deutlich vernommen.

Update 13:52 Uhr
Twitter-Nutzer teilten erste Bilder von den Auswirkungen online. Demnach hat es verbreitet Stromausfälle gegeben. Die Telefonleitungen waren überlastet.

Update 14:03 Uhr
Aus einigen Wohnhäusern werden erste kleine Schäden gemeldet.
Ein nahe des Epizentrum gelegenes Atomkraftwerk soll nach Angaben des Betreibers keine Schäden erlitten haben. Es sei bis Magnitude 7 ausgelegt.

Update 14:26 Uhr
Folgendes Bild zeigt weitere Auswirkungen des Erdbebens auf Wohnhäuser.
Industrieanlagen, Kraftwerke und andere wichtige Gebäude werden zur Zeit auf Schäden überprüft. Bislang wurden keine festgestellt. Es gab bereits mehrere kleine Nachbeben.

Update 14:36 Uhr
In der Stadt Gyeongju wurde eine ältere Frau von einem herabstürzenden Fernseher getroffen und verletzt. In der Stadt gab es an mehreren Stellen Schäden. Unter anderem wurde das Dach eines Einkaufszentrums, sowie ein Wassertank beschädigt. Aufzüge hatten Störungen und Menschen waren/sind zeitweise gefangen.
In Gyeongsang kam es zu einem kleinen Erdrutsch, wodurch Geröllmassen die Einfahrt eines Tunnels blockieren.

Update 15:07 Uhr
Es gibt Meldungen über eine zweite verletzte Person.
In Gyeongju sind die Folgen des Erdbebens relativ hoch. Mehrere Gebäude wurden schwer beschädigt. Ein älteres, einstöckiges Haus stürzte komplett ein. Von Hochhäusern stürzten Teile der Fassade auf Autos herab.

Update 15:20 Uhr
Bislang wurden 22 Schadensfälle offiziell bestätigt. Aus der gesamten Provinz Gyeongsang gingen bei der Feuerwehr bereits über 5000 Anrufe ein, die zur Zeit geprüft werden. Zu den beschädigten Schäden gehört auch eine Zoohandlung, wo Teile der Decke herabgestürzt sind. Dabei sollen mehrere Tiere getötet worden sein.

Update 15:30 Uhr
Der Koreanische Erdbebendienst hat bestätigt, dass es sich um das stärkste Erdbeben in der Geschichte des Landes handelt. Historisch belegt sind allerdings stärkere Erdbeben, teils über Magnitude 6, die in der Antike und im Mittelalter vor der Gründung des Staates Korea auftraten.
Bisher wurden knapp 25 Nachbeben aufgezeichnet, wovon die meisten in der Nähe des Epizentrums verspürt wurden.

Update 20:28 Uhr
In Korea ist es inzwischen spät in der Nacht. An Schlaf ist für viele aber nicht zu denken. Knapp 100 Nachbeben wurden bisher verzeichnet. Alle mit geringer Magnitude, aber viele in der Epizentralregion spürbar.
Bisher gingen bei der Feuerwehr 7000 Meldungen über mögliche Schäden ein, wovon aber erst knapp 100 überprüft und bestätigt wurden.
Die Zahl der Verletzten ist inzwischen auf sechs gestiegen. Zwei der Verletzungen resultierten aus Unfällen während der Flucht aus den Gebäuden.

wird fortgesetzt…

Zeugenmeldungen
Ulsan
19:40 Uhr, 12.09.2016, Donner, leichte bis mittlere Schwankungen, 10 – 20 Sekunden mit Nachschwingungen. Lage: 500 m zur Ilsan-Beach.

Ulsan
Zweites Beben. Diesmal deutlich stärker. 20:33 Uhr Ortszeit. Immer noch Nachschwingungen.

Suanbo Chungju
20:35; Ca 15 Sekunden in Suanbo Chungju, Landmitte. Kräftiges Gewackel. Wir sind in den Türrahmen gegangen.

Busan
Standen gerade an der U-Bahn Haltestelle als die Erde gebebt hat. Schilder haben gewackelt und uns wurde etwas flau im magen, zumal wir gerade „unter der Erde“ standen. Selbst die Koreaner haben erschrocken geguckt und ein raunen ging durch den Bahnsteig.

Seoul
19:45 und 20:35 leichtes erdbeben spürbar

Geoje
Um 19.44 Uhr ein kurzes leichtes rütteln der Erde.
Um 20.40 ein stärkeres und länger anhaltendes Beben!

Cheongju
Gebauede hat leicht geschwankt, erst nur Vibrationen dann etwas mehr. Lampe hat gewackelt und ein Haengekorb.

Asan
Erste Beben gegen 19:45 Uhr Ortszeit, Bett und Hotel hat gewackelt. Das zweite stärkere Beben um ca 20:20 Uhr

Changwon
Changwon, 20:33 Ortszeit. Wohne im 19. Stock, Zuerst haben sich meiner Katze die Haare gesträubt, kurz danach hat der Fussboden geschwungen und das Gebäude gewackelt. Es gab dabei scheppernde Geräusche. Dauer etwa 20 Sekunden.

Gyeongju
Jetzt ist es 23.17 Uhr Ortszeit. Wir sind wieder in unserem Hotel, die Straßen sind wieder leerer geworden. Man spürt noch Nachbeben, aber wir hoffen dass es jetzt nicht mehr so schlimm bebt wie vorhin und das übelste überstanden ist….

Seoul – Songpa-gu
19: 50 Uhr in Seoul, Songpa-gu/ Jamsil.
im 37. Stock eines Hochhauses war das beben sitzend zu spüren.

Gyeungjo
Das Erdbeben war sehr heftig aber kurz. Viele kleine Nachbeben erschüttern seither in geringerem Ausmaße die Stadt in kurzen bis mittleren Abständen

Seoul
20/20:30h Ortszeit
19. Stock eines Hochhauses nähe Jonggak Station, Seoul, konnte deutlich Schankungen spüren, diese hielten ca. für 30Sekunden an

Changwon
Es war ein schütteln zu spüren. Zuerst gegen 2000 Uhr Ortszeit. Das zweite Beben war etwas stärker. Scheiben zittern und ein Grollen war zu hören.
Es war ca. 30 min später

Seoul – Yeongdeungpo-gu
Bürostuhl hat sich von Schreibtisch weg bewegt. Die Wäsche auf dem Wäscheständer hat gewackelt und der Boden hat spürbar geschwankt.

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

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Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 12:44 Uhr und 13:32 Uhr

Magnitude: 5.1 und 5.8

Tiefe: 9 km

Spürbar: ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: unwahrscheinlich

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

Epizentrum:

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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4 Kommentare

  1. Bin zur Zeit der zwei staerksten Beben in einem PC 방 in 광주 gewesen. Das erste Beben habe ich nicht wirklich mitbekommen. Beim zweiten Beben haben die Bildschirme ziemlich gewackelt und die Waende ganz leicht.

Kommentare sind geschlossen.