Nachbebenserie erschüttert Mittelitalien

Italien – Vor knapp einem Monat zerstörte das schwerste Erdbeben seit 36 Jahren hunderte Gebäude in Zentralitalien. Seit dem kommt es immer wieder zu Nachbeben, die die Regionen Marken, Umbrien und Abruzzen erschüttern. In den vergangenen Tagen war die Nachbebenaktivität besonders hoch. Der Schwerpunkt lag dabei im Norden des Erdbebengebietes in der Provinz Marken.
Seit Sonntag wurden insgesamt 60 spürbare Erdbeben über Magnitude 2 registriert. Die meisten waren auch regional spürbar, sodass auch umliegende Städte betroffen war. Bisher lag die Magnitude unter Magnitude 4. Am Dienstagnachmittag kam es zum bisher stärksten Nachbeben der letzten Tage. Nach vorläufigen Angaben erreichte es Magnitude 4.4. Im Gegensatz zum vorherigen Erdbebenschwarm war allerdings nicht Marken betroffen, sondern die Epizentralregion von August nahe des Dorfes Amatrice in Latium und den angrenzenden Abruzzen. Die Erschütterungen waren auch in Rom und entlang der Adria-Küste zu spüren. Auffällig ist, dass der Großteil der Nachbeben am Nordrand der Bruchzone stattfand, das größere Erdbeben aber nun am Südrand auftrat.

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Bisher sind infolge der Nachbeben noch keine größeren Schäden registriert worden. Allerdings vergrößerte sich dadurch die Sorge vieler Betroffener, dass es zu weiteren großen Erdbeben kommen kann.

Die neu auflebende Nachbebenaktivität nach rund vier Wochen scheint überraschend, ist aber im Vergleich zu früheren Erdbeben in Italien (u.a. L’Aquila 2009) nicht ungewöhnlich. Nach solch starken Beben kann es monatelang zu größeren Nachbeben kommen. In diesem Fall war bei den Hauptbeben eine große und komplexe Störungszone aktiv, sodass auch das Gebiet der Nachbeben größer ist. Ein weiteres starkes Erdbeben wie im Oktober oder August ist daher unwahrscheinlich, lässt sich aber nicht mit Sicherheit ausschließen. Aufgrund der bereits vorhandenen Schäden, die größtenteils noch nicht behoben wurden, kann es bei Nachbeben über Magnitude vier zu Gebäudeeinstürzen kommen. Entsprechend gilt die Empfehlung, beschädigte Bauwerke zu meiden, auch weiterhin.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

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Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 29. November, 17:14 Uhr

Magnitude: 4.4

Tiefe: 14 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch (Nachbeben)

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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