Erdbeben im Nordosten des Iran: Zwei Tote und hunderte Verletzte

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Iran – In der Provinz Nord-Chorasan im Nordosten des Landes hat sich am Samstagabend ein starkes Erdbeben ereignet. Um 20:01 Uhr MESZ registrierten die Iranischen Behörden das Beben mit Stärke 5.7. Das United States Geological Survey (USGS) gibt Magnitude 5.8 an. Das Epizentrum lag demnach rund 20 Kilometer nordnordöstlich der Groß- und Provinzhauptstadt Bodschnurd.
Die Erschütterungen waren in Bodschnurd und umliegenden Dörfern stark zu spüren. Auch im Nachbarland Turkmenistan, besonders in der Hauptstadt Asgabat, wurde das Beben deutlich verspürt. Asgabat liegt etwa 100 Kilometer vom Epizentrum entfernt.
Da die Epizentralregion relativ dicht besiedelt ist, muss mit größeren Schäden gerechnet werden.
Die gleiche Region wurde vor 20 Jahren von einem Beben der Stärke 6.6 getroffen, bei dem mindestens 84 Menschen ums Leben gekommen sind.

Update 20:35 Uhr
Iranische Medien berichten unter Berufung auf lokale Quellen, dass in mehreren Dörfern große Schäden mit zerstörten Häusern verursacht wurden. In Bodschnurd kam es durch das Erdbeben zu Stromausfällen. Viele Bewohner haben in Panik ihre Häuser verlassen. In einigen Gebäuden bildeten sich Risse.

Update 20:45 Uhr
Der Iranische Rote Halbmond hat Such- und Rettungsteams in die betroffene Region entsandt. Zudem werden Hilfsgüter zur Versorgung der Opfer bereitgestellt.

Update 21:07 Uhr
Ein Sprecher des Katastrophenschutz sagte der Nachrichtenagentur „Mehrnews“, dass in den betroffenen Dörfern mehrere Personen durch einstürzende Häuser getötet wurden. Zudem werden Menschen vermisst.
Auch aus Bodschnurd selbst werden weitere Schäden gemeldet. Unter anderem stürzte in einem Studentenwohnheim eine Decke ein.

Update 21:26 Uhr
Zur Versorgung der Verletzten richtet der Rote Halbmond in den betroffenen Dörfern mobile Krankenstationen ein. Zur Zeit werden mindestens 16 Verletzte gemeldet, deren Anzahl aber wahrscheinlich noch steigen wird.
Rund 100 Rettungs- und Hilfskräfte sind in der Region im Einsatz, zunächst überwiegend um verschüttete Menschen zu bergen.

Update 21:33 Uhr
Behörden warnten vor größeren Nachbeben in den kommenden Stunden. Entsprechend verbringen die meisten Einwohner von Bodschnurd die Nacht im Freien.
Zur Suche nach Verschütteten werden in den Dörfern am Epizentrum auch Spürhunde eingesetzt. Eine erste Auswertung der Schäden ergab, dass bis zu 50% aller Gebäude zerstört wurden.

Update 22:02 Uhr
Während die Zahl der Verletzte auf mindestens 24 gestiegen ist, gibt es noch keine offizielle Bestätigung möglicher Todesopfer.

Update 23:10 Uhr
Zwei Todesfälle sind nun offiziell bestätigt, während die Rettungs- und Bergungsarbeiten auf Hochtouren laufen. 19 Menschen konnten bereits lebend aus den Trümmern gezogen werden. Jedoch gibt es einige Schwerverletzte, die in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Insgesamt melden Krankenhäuser und Notfallmediziner rund 220 Verletzte, die sie bislang behandelt haben. 49 von ihnen bleiben zumindest über Nacht in stationärer Behandlung. Der Großteil der Verletzten wird aus Bodschnurd selbst gemeldet, wo viele Menschen bei der Flucht aus den Häusern von herabstürzenden Trümmern getroffen wurden.
In den betroffenen Dörfern zeigt sich auch zunehmend das Ausmaß der Zerstörung. Teils sind bis zu 70% aller Gebäude beschädigt oder eingestürzt.

Update 14. Mai, 08:35 Uhr
In den 20 vom Erdbeben betroffenen Dörfern zeigte sich bei Tagesanbruch das volle Ausmaß der Verwüstung. Etwa 40% aller Häuser dort sind komplett zerstört. Mehr als 500 Familien sind davon betroffen und haben erste Unterstützung durch die Hilfskräfte erhalten. Die Regierung hat finanzielle Soforthilfen in Höhe von 300 Millionen Rial zugesagt.
Die Rettungskräfte werden inzwischen durch Einheiten der Iranischen Armee unterstützt. Mehrere hundert Personen sind im Einsatz. In der vergangenen Nacht wurden keine weiteren Opfer geborgen. Die Zahl der Verletzten ist auf 400 gestiegen, wovon 57 stationär in Krankenhäusern behandelt werden. Es gibt mindestens 23 Schwerverletzte.

wird fortgesetzt…

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 20:01 Uhr

Magnitude: 5.7

Tiefe: 11 km

Spürbar: ja

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Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.


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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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