Angebliche Schäden im iranischen AKW Bushehr durch Erdbeben

Auf diversen Medienplattformen überall auf der Welt geht momentan die Meldung um, dass das Iranische Atomkraftwerk Bushehr bei dem Erdbeben im April (wir berichteten) beschädigt wurde.
Die Berichte beziehen sich auf Aussagen von zwei Diplomaten der internationalen Atomenergiebehörde, die ausgesagt haben, dass es meterlange Risse im Reaktorgebäude, verursacht durch die Erdbeben gibt.
(Bericht hier)

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Wir persönlich, und das ist nur unsere eigene Meinung, glauben diesen Aussagen nicht. Das genannte Erdbeben hatte Magnitude 6,3. Das Epizentrum lag 100 Kilometer vom AKW entfernt, die dortige Intensität war gering. Bushehr soll bis Magnitude 8 ausgelegt sein. Daher: Wenn es im Atomkraftwerk Schäden gibt, dann nicht durch das Erdbeben. Auch werden in dem Bericht mehrere beteiligte Erdbeben genannt. Dies ist noch unwahrscheinlicher. Zwar gab es Nachbeben, aber ebenfalls in etwa 100 Kilometern Entfernung zum AKW. Die meisten waren in Bushehr garnicht spürbar.

Also: Wenn die Erdbeben wirklich für die Schäden, wenn vorhanden, verantwortlich sein, hat der Architekt aber ordendlich mist gebaut. Da russische Atomexperten am Bau beteiligt waren, sollte dies eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit sein. Deswegen gehen wir davon aus, dass es keine (so gravierenden) Schäden gibt.

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In dem Bericht wurde auch genant, dass der Reaktorkern nicht beschädigt wurde. Damit kann keine Radioaktivität austreten, wodurch so oder so keine Gefahr bestünde.

Ausführlicher Bericht über das Iran-Beben
Hintergründe zum Iran-Beben

Informationsquelle(n): rp-online

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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