Erdbeben im Norden von Ungarn (nahe der Grenze zur Slowakei) – Mehrere Gebäude beschädigt

An der Grenze von Ungarn zur Slowakei kam es um 20.45 Uhr zu einem Erdbeben der Stärke 4,3. Das Epizentrum lag etwa 60 Kilometer nördlich der Ungaischen Hauptstadt Budapest und 160 km östlich der Slowakischen Hauptstadt Bratislava in der ungarischen Region Nograd. In Budapest waren das Erdbeben deutlich spürbar. Es ist möglich, dass es am Epizentrum zu leichten Schäden gekommen ist. Das dem Epizentrum am nächsten liegende Dorf ist Csesztve, 3 km nördlich.

Update: Das Epizentrum lag nur 24 Kilometer von der Donau entfernt. Dort haben die Menschen zur Zeit und in den nächsten Tagen mit der Hochwasserwelle aus Deutschland und Österreich zu kämpfen. Ein Zusammenhang zwischen dem Hochwasser und dem Erdbeben besteht nicht.

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Update: Auf Twitter reagieren die Menschen mit Galgenhumor auf die Flut-Erdbeben-Kombination, spotten, dass nun der Weg frei ist für einen Vulkanausbruch. Gleichzeitig fürchten sie aber auch, dass die wichtigen Dämme durch das Erdbeben beschädigt sein könnten. Meldungen darüber liegen noch nicht vor.

Update 21.49 Uhr:
Bislang liegen noch keine Informationen über Schäden vor. Viele Menschen nahe des Epizentrums berichten jedoch von heruntergefallenen Gegenständen.
Bereits vorgestern gab es in Ungarn ein kleines Erdbeben der Stärke 2,3. Dabei handelt es sich um ein Nachbeben in der Region Heves im Osten des Landes. Dort kam es im April zu einem Beben der Stärke 4,5, bei dem hunderte Häuser beschädigt wurden. (wir berichteten)

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Update: 21.55 Uhr:
Nach unbestätigten Meldungen soll durch das Erdbeben in der Stadt Vacduka, 30 km südlich vom Epizentrum, ein Vorratsraum (oder Keller??) eingestürzt sein. (wörtlich: „Meg nem erősített információink szerint Vácdukán több pince is beszakadt a rengés következtében, de hivatalosan egyelőre nincs bővebb információnk a rengés okozta károkról.“ , Vaconline)

Update 06. Juni, 08.42 Uhr:
Nach vorläufigen Angaben sind durch das Erdbeben in Ungarn an mindestens 14 Gebäuden lechte Schäden aufgetreten. Dabei handelt es sich überwiegend um leichte Schäden wie Risse in Mauern, Decken oder heabgefallenen Putz. Ein Wohnhaus musste zwischenzeitlich evakuiert werden, weil sich in der Außenwand, sowie im Balkon ein großer Riss gebildet hat.
Verletzt wurde nach ersten Angaben niemand. Der Katastrophenschutz untersucht zur Zeit weitere Häuser auf Erdbebenschäden. Ergebnisse werden in den kommenden Stunden erwartet. (Ein eingestürzter Lagerraum oder ähnliches wurde nicht bestätigt)
Deiche der Donau, deren Überprüfung direkt nach dem Beben Priorität hatte, wurden nicht beschädigt.

In der Slowakei wurden keine Schäden gemeldet.

Update: Nach endgültigen Angaben wurden 94 Gebäude, darunter auch eine Schule, beschädigt.

Informationsquelle(n): EMSC, Twitter, idocep.hu, magyarhirlap.hu, vaconline

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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