Schweres Erdbeben in Gansu, China – Mindestens 95 Tote und 2395 Verletzte

Die chinesische Provinz Gansu wurde in der vergangenen Nacht um 1.45 Uhr MESZ von einem Erdbeben der Stärke 6,0 getroffen. (EMSC Angaben) Die Chinesischen Behörden nennen Magnitude 6,6 (Tiefe: 20 km).

Die Erdstöße waren auch noch in den benachbarten Provinzen Sichuan, Shaanxi und Qinghai deutlich spürbar.
Mindestens 95 Menschen wurden bei dem Erdbeben getötet. 2395 weitere wurden verletzt. Etwa 25.100 Gebäude wurden zum Großteil schwer beschädigt, knapp 12.200 vollständig zerstört. 900.000 Menschen sind betroffen. Es kam zu Störungen in der Telekommunikation. Erdrutsche blockierten mehrere Straßen. Die Strom- und Wasserversorgung ist stellenweise zusammengebrochen.

Die meisten der bislang berichteten Verletzten erlitten schwere Verletzungen. Kleinere wurden bislang wegen der unübersichtlichen Lage nicht gezählt. Ebenso gibt es keine Meldungen über leicht beschädigte Gebäude. Nur die großen Schäden wurden bislang registriert. Vorläufige Schätzungen der beschädigten Gebäude liegen bei etwa 80.000.
Genaue Zahlen werden aber erst in den kommenden Tagen und Wochen erwartet.

Von einem Autobahnabschnitt mussten 500 Menschen gerettet werden, weil Erdrutsche beide Seiten blockierten. Viele weitere Landstraßen wurden zerstört, was die Rettungsarbeiten in der Region erschwert. Infolge der Erdrutsche wurden auch mehrere Häuser zerstört.

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Die Epizentralregion ist nur dünn besiedelt. Größere Städte gibt es zum Glück nicht. Manche Bergdörfer wurden beim Beben komplett zerstört. Ein Todesopfer wird auch auf der 150 km entfernten Stadt Longnan gemeldet.

Es ist zu erwarten, dass die Zahl der Opfer weiter steigt. 2800 Retter, bestehend aus Polizisten, Feuerwehr und Ärzten sind in der Region unterwegs. In den vergangenen Wochen war Gansu, ebenso wie die Nachbarprovinz Sichuan, von schweren Regenfällen und Überschwemmungen betroffen.

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Die Opfer des Bebens werden nun mit Lebensmitteln und Trinkwasser versorgt. Verletzte werden in auswärtige Krankenhäuser überführt oder in Notfalllagern behandelt. Weitere Überlebende werden unter den Trümmern der Häuser gesucht. Etwa 226.000 Menschen haben durch das Beben ihre Häuser verloren oder mussten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden.
Am frühen Morgen folgte ein starkes Nachbeben der Stärke 5,6, bei dem es wahrscheinlich weitere Schäden gab. Zudem wurden mehrere hundert kleinere Nachbeben registriert.

Dieses Erdbeben ist bislang das zweittödlichste in diesem Jahr. Das tödlichste, mit 217 Opfern, ereignete sich im April in der Nachbarprovinz Sichuan. Es hatte Magnitude 7,0. In China gab es im Kalenderjahr 2013 bis gestern insgesamt 220 Erdbebentote.

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Historische Katastrophenbeben in Gansu:
22.05.1927: Magnitude 7.6 ; Etwa 40.000 Menschen starben, zehntausende Gebäude wurden zerstört
16.12.1920: Magnitude 7.8 ; Etwa 200.000 Tote ; Sekundäre Effekte wie Erdrutsche und Schlammvulkane
01.07.1879: Magnitude 8.0 ; 20.000 Menschen starben, Shaanxi und Sichuan ebenfalls betroffen
19.06.1718: Magnitude 7.5 ; Etwa 80.000 Tote
21.07.1654: Magnitude 8.0 ; Zenhtausende Menschen starben
04.08.1561: Magnitude unbekannt, viele tausend Tote in Gansu, Shanxi und Shaanxi

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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