Island: Erneut Erdbebenschwarm an der Tjörnes-Fracture-Zone

Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr ereignet sich zur Zeit ein sehr intensiver Erdbebenschwarm an der Tjörnes Fracture Zone im Norden von Island. 256 Erdbeben haben die Isländischen Behörden in den vergangenen 24 Stunden registriert. Die meisten davon Schwach. Nur wenige waren Stärker als Magnitude 3. Aktuell sind es vier dieser Beben. Zudem zeigen die Seismogramme tremorähnliche Erscheinungen, bedingt durch die hohe Erdbebenfrequenz. Vor allem in den vergangenen Stunden wurden teils mehrere Erdbeben pro Minute registriert. Daher ist es wahrscheinlich, dass es noch viel mehr ungelistete Erdbeben gibt und sich die Behörden nur auf die größeren Beben fokussieren.
Die Epizentren der Erdbeben lagen überwiegend vor der Küste, nur wenige ereigneten sich auf der Insel.
Bislang waren die Beben harmlos, haben keinen Schaden angerichtet und waren kaum spürbar. Dies kann sich aber ändern.
Experten gehen davon aus, dass dieser Schwarm durch Magmaintrusion ausgelöst wird. Die Tjörnes Fracture Zone ist ein aktives Vulkangebiet. Daher kann in den kommenden Monaten ein Vulkanausbruch (vor der Küste) nicht ausgeschlossen werden.
Der Erdbebenschwarm kann sich in den nächsten Tagen fortsetzen und intensivieren.

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Update 21.50 Uhr:
Das bislang stärkste Beben des aktuellen Schwarmes wurde vor wenigen Minuten registriert. Nach ersten Angaben hatte es Magnitude 3.8.

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Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Juni 2019 lebt er in Karlsruhe und arbeitet im Bereich Katastrophenforschung.

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