Erdbebenschwarm bei Bonn

Nicht spürbar, aber dennoch da. So lassen sich die Erdbeben beschreiben, die sich gestern Abend auf dem Stadtgebiet von Bonn (Nordrhein-Westfalen) ereigneten. Mindestens 5 Erdbeben wurden innerhalb weniger Stunden vom Geologischen Dienst NRW registriert, die ersten 4 innerhalb weniger Minuten. Das erste Erdbeben der Stärke 1,3 ereignete sich um 21.37 Uhr. Zwei weitere, Magnitude 0,7 und 1,1 folgten um 21.44 Uhr. 5 Minuten später das nächste mit Magnitude 1,2. Das bislang letzte registrierte heute morgen um 4.28 Uhr hatte erneut Magnitude 1,3. Möglich sind weitere, bislang ungelistete Erdbeben in diesem Zeitraum und danach.
Die Epizentren der Erdbeben lagen in Bad Godesberg, 7 Kilometer südlich der ehemaligen Bundeshauptstadt. Die Tiefe lag bei etwa 11 Kilometern. 
Im Südosten des Niederrheins durchziehen mehrere kleine und größere Verwerfungslinien die Region. Die meisten davon sind unbedeutend, da sie in der Vergangenheit nicht aktiv waren. Nur wenige verursachten in den vergangenen Jahrzehnten kleinere Erdbeben. Größere Erdbeben hat es nachweislich aber schon an vielen rheinländischen Verwerfungen gegeben, auch wen diese Jahrhunderte oder Jahrtausende zurückliegen. Bei Bonn liegt das letzte große Erdbeben (geschätzt M 4,7 bis 5,4) 340 Jahre zurück. Das damalige Epizentrum lag ebenfalls in der Nähe von Bad Godesberg. Es kam damals verbreitet zu Gebäudeschäden. Spürbar war das Erdbeben bis ins Saarland. (weitere Infos)
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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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