Kanada: Weiteres moderates Erdbeben durch „Fracking“ – Arbeiten eingestellt

Neben mehreren Erdbeben im Bereich von Magnitude 4 in der Nachbarprovinz Alberta wurde nun auch ein Erdbeben in der westlichen kanadischen Region Britisch-Kolumbien (British Colombia) dem Fracking zugeordnet. Das Beben trat am Montagabend um 22.15 Uhr MESZ im Nordosten von BC nahe der Stadt Fort St. John auf und erreichte nach Angaben der kanadischen Rohstoffbehörde Magnitude 4.5. Damit ist es stärker als die bisherigen Fracking-Rekordbeben, die jeweils Magnitude 4.4 erreichten.

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Ein Sprecher der Öl und Gas Kommission von Britisch Kolumbien bestätigte, dass dieses Erdbeben höchstwahrscheinlich bei einem Frac-Prozess ausgelöst wurde, bei dem Flüssigkeit zur Erdgasgewinnung unter hohem Druck in das Gestein gepresst wird. Bereits früher waren an der Förderstelle bei Fort St. John mehrfach Erdbeben aufgetreten, insgesamt 231 Erdbeben wurden registriert, wovon nur wenige spürbar waren. 84% von ihnen traten direkt beim Frac-Prozess auf, die übrigen, wie im US Bundesstaat Oklahoma, beim Einlagern von Brauchwasser.

Bisher wurden keine Schäden infolge der Erdbeben registriert. Die Region ist sehr dünn besiedelt.

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Die Betreiber haben direkt nach dem Erdbeben am Montag, dem mehrere Nachbeben folgten, die Arbeiten eingestellt. Betreiber versicherten, in Zukunft mit geringerem Druck zu arbeiten, um weitere Erdbeben dieser Stärke zu verhindern.
in Britisch Kolumbien ist es gesetzlich vorgeschrieben, die Förderung von Rohstoffen einzustellen, wenn dadurch ausgelöste Erdbeben Magnitude 4 überschreiten. Ein Neubeginn der Arbeiten kann erst stattfinden, wenn Behörden den Vorfall untersucht und Sicherheit für die Zukunft gewährleistet haben.

Kanada

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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