Tausende Häuser durch Erdbeben in Yunnan beschädigt

China – Bei einem Erdbeben im Westen der chinesischen Provinz Yunnan wurden am Freitag hunderte Gebäude beschädigt. Nach Angaben des chinesischen Erdbebendienstes lag das Epizentrum 90 km südwestlich der Stadt Dali. Das Beben erreichte demnach Magnitude 5.1. Eine flache Tiefe von etwa 10 km wird angegeben. Nach dem Erdbeben wurde ein Rettungsteam besehend aus 68 Personen, 10 Fahrzeugen und zwei Spürhunden in die Region entsandt. Nach ersten Berichten aus der Epizentralregion wurden allein in einem Dorf mehr als 500 Gebäude beschädigt. Einige stürzten komplett ein. Meldungen über Verletzte gibt es bisher noch nicht. Auch in drei weiteren Orten traten Schäden auf. Das Ausmaß der Schäden wird weiter beurteilt. Für Betroffene werden Hilfsgüter geliefert.

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Update 31. Oktober, 08.56 Uhr
Nach aktueller vorläufiger Auswertung der Schäden sind insgesamt 117 Häuser beim Erdbeben zerstört worden. Knapp 2000 wurden schwer beschädigt, 19.174 erlitten leichte Schäden. 900 Menschen mussten evakuiert werden. Zudem wurden Stromausfälle gemeldet, die teilweise bereits behoben wurde. Der Katastrophenschutz lieferte hunderte Decken, Zelte und Mäntel, um Betroffene vor der kalten Witterung zu schützen.

Yunnan gehört zu den erdbebengefährdetsten Regionen Chinas. Mehrfach im Jahr kommt es hier zu moderaten, teils schweren Erdbeben. Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte, des steilen Reliefs und einer traditionellen Bauweise führen auch moderate Erdbeben immer wieder zu teils schweren Schäden.

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Im aktuellen Jahr war die Aktivität in Yunnan bisher gering. Das stärkste Beben (Magnitude 5.5) im März zerstörte über 100 Gebäude und beschädigte tausende weitere.

Vor zwei Tagen wurden bei einem Erdbeben der Stärke 4,7 im Norden von Yunnan über 5000 Gebäude beschädigt.Yunnan

 

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Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Juni 2019 lebt er in Karlsruhe und arbeitet im Bereich Katastrophenforschung.

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