Ein Toter bei Erdbeben in Merida

Venezuela – Im Südwesten des Landes hat sich am Samstagmorgen ein starkes Erdbeben ereignet. Nach Angaben des USGS erreichte das Erdbeben Magnitude 5.6. Der venezuelanische Erdbebendienst gibt Stärke 5.1 an. Das Epizentrum lag in der Region Merida, etwa 25 km südwestlich der gleichnamigen Stadt. Die Erschütterungen waren im Westen des Landes bis nach Maracaibo, sowie in Teilen von Kolumbien, vor allem in Bucuramanga, deutlich spürbar. Rund um das Epizentrum werden hohe Intensitäten gemeldet. Es handelt sich offenbar um ein flaches Hypozentrum von nur wenigen Kilometern.
Ursprung des Erdbebens ist die Bocono Störung, die durch die Venezuelanischen Anden bis zum Karibischen Meer verläuft.
Nach ersten Meldungen verursachte das Erdbeben Schäden an einigen Häusern in den Städten Lagunillas, Chiguara, San Juan, El Anis und Los Araques. Die Kirche Antonio de Padua in Chiguara soll zudem größere Schäden erlitten haben. Detaillierte Informationen liegen noch nicht vor.

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Update 17.23 Uhr
Durch das Erdbeben wurden nahe Merida diverse Erdrutsche verursacht. Einige der Massenbewegungen trafen auf wichtige Hauptstraßen und führten zur Zerstörung dieser. Zwei Autos wurden von Geröllmassen getroffen. Vier der Insassen wurden dabei verletzt, einer kam ums Leben. Beim Todesopfer handelt es sich um einen Regierungsbeamten, dessen Dienstfahrzeug betroffen war.
Schäden des Erdbebens beschränken sich überwiegend auf rissige Wände und teils zerstörte Mauern und Dächer. Seit dem Hauptbeben hat es mehr als ein dutzend Nachbeben gegeben, das stärkste um 16.53 Uhr MESZ mit Magnitude 4.5. Weitere Nachbeben, die zu neuen Schäden und Erdrutschen führen können, werden erwartet. Aufgrund starker Regenfälle ist die Erdrutschgefahr in Teilen Venezuelas zur Zeit stark erhöht.

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Merida

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Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Juni 2019 lebt er in Karlsruhe und arbeitet im Bereich Katastrophenforschung.

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