Erdbeben in Vorarlberg

Österreich – Ein moderates Erdbeben hat am späten Sonntagabend (31.) um 23.44 Uhr des äußersten Westen von Österreich erschüttert. Das Epizentrum lag im Bundesland Vorarlberg, etwa 30 Kilometer südlich von Oberstdorf. Laut vorläufigen Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien erreichte das Erdbeben Stärke 3.6. Das Geoforschungszentrum Potsdam gibt Stärke 3.8 an.

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Die Erschütterungen waren rund um das Epizentrum deutlich spürbar, unter anderem in St. Anton und Bludenz, sowie in Ischgl in Tirol. Zur Zeit gibt es keine Meldungen, dass das Erdbeben bis nach Deutschland spürbar war.

Der Herd des Erdbebens lag in nur wenigen Kilometern Tiefe, sodass die Intensität des Bebens relativ hoch war. Mit größeren Schäden muss jedoch nicht gerechnet werden.

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Update 6. Februar
Ein kleines Nachbeben mit Magnitude 2.5 ereignete sich um 16.38 Uhr. Dieses war in der Nähe des Epizentrums geringfügig spürbar. In den Tagen zuvor hatte es keine weiteren Nachbeben dieser Größe gegeben. Zwischen dem Nachbeben und dem Lawinenunglück in Tirol einige Stunden zuvor gibt es keinen Zusammenhang. Schäden infolge des Erdbebens sind nicht zu erwarten, da auch das Hauptbeben folgenlos blieb.

[sc name="Gespürt"]


Zeugenmeldungen

Tschagguns (Vorarlberg)
Um ca 23:44 Uhr verspürte ich das Beben. Gegenstände in der Wohnung wackelten leicht.

Schröcken (Vorarlberg)
Zuerst kam ein grollen was immer stärker wurde und dann wackelte die Erde (23.43 Uhr).

Es ist das stärkste Erdbeben in Österreich seit April 2014, als ein Beben der Stärke 4 die Steiermark traf. Vorarlberg hat im Vergleich zu anderen Bundesländern eine eher durchschnittliche Erdbebenaktivität. Zuletzt wurde im Jahr 1992 nahe Feldkirch ein größeres Erdbeben der Stärke 4.3 registriert. Historisch sind vor allem aus dem Rheintal einige starke Erdbeben über Stärke 5 bekannt, die sich auch auf angrenzende Teile der Schweiz und Liechtenstein ausgewirkt haben. Erdbeben im Osten von Vorarlberg, so wie das aktuelle, stellen eher eine Ausnahme dar.

Vorarler

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Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Juni 2019 lebt er in Karlsruhe und arbeitet im Bereich Katastrophenforschung.

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