Nach Erdbebenschwarm: Zwei Dörfer im Iran evakuiert

Iran – Fast hundert Erdbeben in 24 Stunden, 60 von ihnen spürbar. Ein Erdbebenschwarm in der iranischen Provinz Ghom hat Behörden dazu veranlasst, zwei Dörfer zu evakuieren. Die Erdbebenaktivität setzte am Sonntagmorgen im Westen der Provinz an der Grenze zu Markazi ein. Seit dem kam es fast im Minutentakt zu Erdbeben über Magnitude 2, das stärkste am Sonntagabend um 22.38 Uhr MEZ erreichte Magnitude 4. Seit Mitternacht registrierte die Iranische Seismologiebehörde 27 weitere Beben über Magnitude 1.6. Daraufhin wurden zwei direkt am Epizentrum gelegene Dörfer evakuiert. Öffentliche Gebäude wurden gesperrt und Anwohner in Zeltanlagen nach Jafarie verlagert. Mit dieser Maßnahme sollen Todesopfer verhindert werden, falls ein schweres Erdbeben folgt. Die Region um Jafarie wurde in der Vergangenheit mehrfach von schweren Erdbeben getroffen, die jeweils viele Opfer zur Folge hatten.

Bisher wurden durch den Erdbebenschwarm keine Schäden verursacht.

Jafarie liegt etwa 150 Kilometer südwestlich von Teheran. In der Kleinstadt leben nach aktuellsten Schätzungen 6700 Menschen. Inklusive umliegender Dörfer beläuft sich die Bevölkerung des Bezirks auf etwa 15.000. Wie in den meisten Teilen des Irans sind in den ländlichen Regionen die Gebäude nicht erdbebenresistent gebaut. Schon Beben moderater Größe können diese zum Einsturz bringen. Iran ist eines der erdbebengefährdetsten Länder der Welt. Allein zwischen 1906 und 2003 gab es landesweit 17 Erdbeben mit jeweils mehr als 1000 Todesopfern.

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Jafarie

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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